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Browserkrieg: Neue Strafen für Microsoft?

19.01.2009 Google und Mozilla freut es - in Redmond ärgert man sich: Die EU-Kommission droht Microsoft erneut mit Bußgeldern. Grund dafür ist aus Brüsseler Sicht die Bündelung von Internet Explorer und Windows. Nun zeichnet sich ab, dass Chrome, Opera und Firefox erneut von der Regulierungspolitik profitieren werden.

 (Bild: wrw/Pixelio.de)
Bild: wrw/PIXELIO.de
Erneut weht Microsoft ein starker Wind entgegen. Nachdem Erzfeind Google im letzten Jahr mit seinem neuen Browser Chrome in Richtung Web-2.0-Betriebssystem startete, macht EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes nun wieder Ärger. Am Wochenende machte die EU-Kommission mit einem formalen Schritt im Kartellverfahren deutlich, dass zusätzlich zu den seit 2004 verhängten empfindlichen Geldstrafen bald weitere folgen könnten.

Hintergrund ist ein Urteil der Großen Kammer des Europäischen Gerichts  , in dem festgestellt wurde, dass Wettbewerber wie Opera   durch Microsoft   behindert werden. Die Wettbewerbshüter der EU schreiben nun, dass "die Bündelung von Internet Explorer und Windows, durch die der Internet Explorer weltweit auf 90 Prozent der PCs verfügbar ist, materiell zu einer Verfälschung des Wettbewerbs zwischen konkurrierenden Web-Browsern führt, weil dadurch ein künstlicher Vertriebsvorteil für den Internet Explorer geschaffen werde, der aufseiten anderer Web-Browser nicht ausgeglichen werden könne."

Das kann schwerwiegende Folgen für das Unternehmen aus Redmond haben, welches laut Financial Times Deutschland seit 2004 bereits 1,7 Milliarden Euro an Strafe   zahlen musste. Jetzt kann Microsoft nur innerhalb von acht Wochen Stellung nehmen, um sich wieder mit Wettbewerbshüterin Neelie Kroes zu einigen - und so weitere Strafzahlungen zu verhindern. Wie Net Applications jüngst errechnete  , ist Microsofts weltweiter Anteil am Browsermarkt auf gut 68 Prozent gesunken. Firefox   kommt auf gut 21 Prozent weltweiten Marktanteil und Safari   belegt mit knapp 8 Prozent auf den dritten Platz. Googles   Browser Chrome   hat der Untersuchung zufolge momentan einen Marktanteil von 1 Prozent. Damit ist im Browsermarkt für andere Anbieter wesentlich mehr Luft drin, als es die Statements der EU-Kommission zunächst vermuten lassen - zumindest global. Allerdings ist Google mit seinem Chrome noch längst nicht dort angelangt, wo der Internetkonzern hin will. Bei den Themen Browser und Software as a Service wird sich in naher Zukunft zeigen, welche Wendung der derzeit vor allem zwischen Microsoft und Google ausgetragene Kampf noch nehmen wird.
Thema: Browserkrieg: Neue Strafen für Microsoft?

Kommentar von Thomas Kletschke

Kalter Krieg zwischen Microsoft und Google

Es ist nicht nur für Verbraucher interessant, welche Anteile sich die beiden Kontrahenten gegenseitig abluchsen. Besonders im Suchmaschinenmarketing und bei Publishing-Angeboten werden auch Business-Kunden mit zwischen die Fronten getrieben. Das versteht sogar die EU-Kommission - zumindest teilweise.

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 (Foto Studio 54)
Bild: Foto Studio 54
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