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Sozialwirtschaft tut sich schwer mit Digitalisierung

19.07.2017 Wie fit die Sozialwirtschaft für eine aktive Gestaltung des digitalen Wandels ist, zeigt die jetzt erschienene Ausgabe des "IT-Reports für die Sozialwirtschaft". Demnach mangele es in sozialen Einrichtungen teils noch an wichtigen Grundlagen, um die jeweiligen Abläufe in einem IT-System widerzuspiegeln.

 (Bild: Gerd Altmann Pixelio)
Bild: Gerd Altmann PIXELIO
Der Studie zufolge fehle es insbesondere an einer ausreichenden Reife des Prozessmanagements. Mit den Funktionen der angebotenen Softwarelösungen seien die Anwender zwar weitgehend zufrieden. Jedoch tun sich bei der Flexibilität und Bedienerfreundlichkeit der Programme zwischen den Wünschen der Nutzer und der Umsetzung in der aktuell eingesetzten Software noch große Lücken auf. Darüber hinaus seien erst 68 Prozent der befragten Leitungskräfte und IT-Verantwortlichen mit ihrem eigenen Kenntnisstand zufrieden. In den Leitungsgremien werde IT am häufigsten im Zusammenhang mit Datenschutz und IT-Sicherheit sowie mit Beschaffung von Hard- und Software thematisiert. Eine Auseinandersetzung mit der eigenen IT-Strategie finde dort hingegen nur selten statt. Erstmals untersuchte der IT-Report auch das Thema Telefonie: Hier zeigt sich ein sehr durchwachsenes Bild: alte und neue Technologien halten sich die Waage, jedoch werden moderne Formen der Integration von Telefonie und Computer bislang eher selten genutzt.

Geradezu euphorisch zeigen sich die im IT-Report ebenso befragten Anbieter von Branchensoftware. Sowohl ihre Zufriedenheit mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr als auch ihre Erwartungen für die nahe Zukunft erreichen die höchsten bislang gemessenen Werte. Dem entspricht auch die Faktenbasis: sowohl die durchschnittliche Zahl der in der Sozialwirtschaft ausgestatteten IT-Arbeitsplätze als auch die erzielten Umsätze steigen seit einigen Jahren kontinuierlich an. Deutlich ausbaufähig sind jedoch noch Funktionalitäten, die für den digitalen Wandel in der Branche benötigt werden: Zugänge für Klienten oder deren Angehörige zur Branchensoftware bieten erst 20 Prozent und lediglich 24 Prozent stellen ihre Software komplett als browserbasierte Lösung bereit. Weiter ist der Markt schon bei Mobil- und Cloudlösungen: sie werden von 64 beziehungsweise 70 Prozent der teilnehmenden Firmen angeboten.

Die Studie wird jährlich von der Arbeitsstelle für Sozialinformatik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt   herausgegeben.
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