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Deutsche Krankenhäuser hinken bei der Digitalisierung hinterher

11.03.2021 Über ein Drittel der deutschen Krankenhäuser ist in Sachen Digitalisierung schlecht oder sehr schlecht aufgestellt. Die Hoffnung auf Entlastung durch digitale Technologien ist bei den Mitarbeitern jedoch groß.

Krankenhausmitarbeiter wünschen sich mehr Zeit für Patienten. (Bild: Sasin Tipchai auf Pixabay)
Bild: Sasin Tipchai auf Pixabay
Krankenhausmitarbeiter wünschen sich mehr Zeit für Patienten.
In der Corona-Pandemie sind die Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäuser verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch jenseits der Bewältigung der Corona-Krise wartet noch eine ganz andere Herausforderungen auf die Hospitäler - die Digitalisierung der Prozesse. Wie die deutschen Krankenhäuser diese Aufgabe meistern, hat Software-Entwickler Cherwell Software zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser in einer Studie zusammen mit YouGov zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser untersucht. Dazu wurden in Deutschland 308 Fachangestellte aus dem Gesundheitswesen von Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt.

Fehlende Ressourcen machen Krankenhäusern zu schaffen

An erster Stelle der Herausforderungen in Krankenhäusern stehen stagnierende oder sogar sinkende Budgets (55 Prozent). Auch die gestiegenen Erwartungen der Patienten an die Servicequalität (37 Prozent), die obligatorische Umstellung auf die elektronische Patientenakte (33 Prozent) sowie die Bereitstellung neuer digitaler Dienstleistungen für Patienten, wie etwa Videosprechstunden oder Selbstbedienungsportale (31 Prozent), werden als herausfordernd gesehen.
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Um all diese Aufgaben bewältigen zu können, ist eine zeitgemäße digitale Ausstattung notwendig - darüber herrscht Konsens. Doch genau an diesem Punkt besteht noch großer Nachholbedarf: Über ein Drittel (34 Prozent) der deutschen Krankenhäuser ist in Sachen Digitalisierung schlecht oder sehr schlecht aufgestellt, so das Zeugnis der eigenen Mitarbeiter.

Krankenhauszukunftsgesetz ist Mehrheit der Mitarbeiter unbekannt

Mit einem mehrere Milliarden Euro umfassenden Investitionsprogramm - dem 'Krankenhauszukunftsgesetz' (kurz: KHZG) - will die Bundesregierung die Digitalisierung der Krankenhäuser vorantreiben. Unter den Beschäftigten in den Krankenhäusern hat sich dies bisher jedoch kaum herumgesprochen: Zwei Drittel von ihnen haben noch nichts vom KHZG gehört, 19 Prozent kennen es zwar, wissen aber nichts über den Inhalt. Lediglich 12 Prozent wissen, was das Gesetz beinhaltet.

Von denjenigen Befragten, die das KHZG kennen, gaben immerhin 47 Prozent an, dass ihre Einrichtung im Jahr 2021 größere Digitalisierungsaktivitäten im Rahmen dieses Gesetzes plant. Über die Hälfte (55 Prozent) der Krankenhäuser mit mehr als 1000 Mitarbeitern planen entsprechende Investitionen, bei den Krankenhäusern mit 100 bis 249 Mitarbeitern aber nur etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent). Kleinere Krankenhäuser drohen also in Sachen Digitalisierung weiter an Boden zu verlieren.

Mitarbeiter klagen über Stress und nicht funktionierende Technik

Dabei ist der Druck sich zu digitalisieren hoch, schließlich berichten zahlreiche Krankenhausmitarbeiter von einem enorm hohen Stresslevel und müssten dringend entlastet werden. Häufigste Ursache ist mit 49 Prozent die Ressourcenknappheit - also zu wenige Ärzte sowie zu wenig Pflege- und Verwaltungspersonal. Weitere Stressfaktoren sind der zu hohe Zeitdruck und die zu geringe Wertschätzung mit jeweils 44 Prozent sowie nicht funktionierende Technik - von Computern, über Drucker, bis hin zu medizinischen Geräten - mit 23 Prozent.

Bei großen Krankenhäusern (über 1000 Mitarbeiter) ist der Leidensdruck oft besonders groß: Hier klagen 53 Prozent über Ressourcenknappheit und 23 Prozent über zu viele Routineaufgaben, während es bei kleineren Häusern (100 bis 249 Mitarbeiter) nur 33 beziehungsweise 15 Prozent sind.
Preview von Digitalisierung im Gesundheitswesen - Was sich Krankenhausmitarbeitern von der Digitalisierung erhoffen

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Hoffnung auf Besserung durch Digitalisierungsmaßnahmen

Krankenhausmitarbeiter erhoffen sich von der Digitalisierung vor allem eine Befreiung von Routinen und bürokratischem Aufwand, damit sie sich besser um die Patienten kümmern können: Für 67 Prozent hat eine einfachere und effizientere Erledigung von bürokratischen Aufgaben Priorität. Weitere Erwartungen sind bessere Dienstleistungen für Patienten (47 Prozent), einfachere und effizientere Erledigung von medizinischen Aufgaben (44 Prozent), mehr Automatisierung (44 Prozent), Kosteneinsparungen (36 Prozent) sowie eine bessere Mitarbeiterzufriedenheit (36 Prozent).
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