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Welche Projektaufträge Agenturen bei Banken winken
24.02.2009 Agentur-Inhaber sollten nicht bloß wegen einer Verlängerung der Kreditlinie zum Banker ihres Vertrauen gehen. Denn ein Großteil der deutschen Finanznstitute hat derzeit einen Bedarf an neuen IT-Lösungen, wie eine aktuelle Studie von Capgemini sd&m und IDC zeigt.
Die aktuelle Banken-IT-Studie des IT-Dienstleisters Capgemini sd&m in Zusammenarbeit mit dem Analystenhaus IDC sieht die Geschäftsprozessoptimierung (GPO) als eine der größten Herausforderungen der weltweiten Bankenlandschaft in den kommenden Jahren. Für die Studienautoren ist klar: Der Weg aus der Krise müsse schneller, effizienter und kundenfreundlicher vonstatten gehen. Strategische Einbindung der IT sei dafür die Voraussetzung. 165 Teilnehmer bei deutschen Banken wurden zu Themen wie den Automatisierungsgrad, die Datenqualität und laufende oder geplante GPO-Projekte befragt.
Dabei sehen die Banken GPO als einen unternehmenskritischen Faktor, über den vor allem die Effizienz gesteigert, die Qualität der Prozesse über die Fachbereiche hinweg verbessert und Kosten reduziert werden können, jedoch kaum als wettbewerbsrelevanten Differenzierungsfaktor, so das Fazit. Die Investitionsfreude der Banker ist ungebrochen. "Trotz der schlechten Lage bleiben die Budgets auf Vorjahresniveau oder wachsen sogar", heißt es bei Capgemini sd&m.
Die Banken hätten erkannt, dass es insbesondere im Vertrieb und im Kundenmanagement, im Kreditgeschäft und im Risikomanagement erheblichen Handlungsbedarf in der Prozessoptimierung gebe. Andere Bereiche, wie zum Beispiel der Zahlungsverkehr, seien hingegen schon weitgehend optimiert. Die Hauptziele der GPO-Initiatoren liegen meist in der Kostenreduktion und Qualitätssteigerung. Sechs von zehn Banken streben mehr Effizienz und eine höhere Ergebnisqualität zwischen den Fachbereichen an und die Hälfte aller Banken wollen durch GPO ihre Ausgaben senken.
Wettbewerbsvorteile werden übersehen
Nur jede fünfte Bank nutzt der Untersuchung zufolge Geschäftsprozessoptimierung, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Dabei könne sich eine Bank durch beschleunigte, entschlackte Prozesse nicht nur Ressourcen sparen, sondern sich auch durch bessere Servicequalität vom Wettbewerb abheben. Eine Investition in diese Differenzierungsmaßnahmen könne schließlich zur Steigerung des eigenen Marktanteils führen, so die Analysten.
Datenmanagement vernachlässigt
Jede vierte Bank kämpft der Studie zufolge mit schlecht gepflegten Daten. Die Folge: Unnötige Aufwände und Verlust von Geschäftspotenzial. Ein weiteres, noch viel stärker ausgeprägtes Problem plagt sogar 65 Prozent der Banken. Hohe Arbeitsaufwände durch Prozessbrüche: Ein Großteil der Banken hätten hier noch keinen ausreichenden Stand erreicht. Ein 'Straight-Through-Processing' sei wegen Wechseln zwischen IT-Systemen, Problemen mit Schnittstellen und manuellen Eingriffen oft nicht möglich. "Das kostet Zeit und birgt Potenzial für Fehler", warnt etwa Michael Endmann , Leiter des Center of Competence Banken bei Capgemini sd&m. Hier könnten optimierte Prozesse Personalressourcen freilegen, die für intensivere markt- und kundenorientierte Tätigkeiten nötig seien.
Die Zusammenarbeit von Fachbereich und IT sei oft eine Schwachstelle. Aber eine Optimierung der Prozesse könne nur in enger Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT erreicht werden, mahnen die Studienautoren. Gut ein Viertel der Banken diskutiere intern noch, wie eine bessere Unterstützung der Geschäftsprozesse durch die IT aussehen könnte. "Ständige Änderungen durch neue fachliche Anforderungen, eine zunehmende unternehmensweite Vernetzung der Prozesse sowie zum Teil veraltete IT-Systeme haben dazu geführt, dass trotz erheblicher Anstrengungen in den letzten Jahren hier noch kein nachhaltiger Erfolg erzielt wurde", erläutert Rüdiger Azone , bei Capgemini sd&m Vorstand für den Bereich Banken .
Außerdem existieren kaum unternehmensweit vorhandene Dokumentationen der relevanten Geschäftsprozesse, konstatieren die Autoren. Und wenn, dann seien sie für die IT-Systeme oft nicht nutzbar. Die Banker müssen noch mal die Schulbank drücken: In der Industrie sei es Standard, Fertigungsprozesse automatisch zu überwachen und daraus Steuerungsmaßnahmen für die Produktion abzuleiten. "Hiervon ist die Kreditwirtschaft noch meilenweit entfernt", heißt es. In der Regel werde nur händisch, beziehungsweise qualitativ überwacht (mehr als 60 Prozent). Einige Banken beschäftigen sich immerhin mit der Messung der Effizienz (19 Prozent), oder leiten davon sogar Optimierungspotential ab (13 Prozent). Doch nur wenige Institute gehörten zur 'Königsklasse', die Engpässe vorhersagen und dann entsprechend agieren könne. Die gesamte Banken-IT-Studie findet sich hier zum Download .
