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Raus aus der Preisspirale
17.04.2019 Bei den meisten Win-win-Situationen gibt es einen strahlenden Sieger - und einen, der noch nicht gemerkt hat, das er draufzahlt. Nicht so bei Amazon.
- Der Prime-Service ist attraktiv, aber nicht kostenlos. Dadurch bindet Amazon nur die Kunden an sich, die es auch wirklich ernst meinen. Ergebnis: Prime-Kunden sind Heavy-Shopper. Amazon hat zugleich eine schonungslos harte Währung, mit der sich die Attraktivität des Dienstes messen lässt. Zahlende Kunden kommen nur, wenn das Angebot stimmt.
- Die Prime-Services skalieren gut. Amazon bietet Prime-Kunden Dienste, die in der Masse wenig Kosten verursachen. Bei Cloud-Service, Logistik-Dienstleistungen und digitalen Gütern sind die Grundkosten hoch, aber nicht die Kosten pro Nutzer. Deswegen lohnt sich eine Wachstumsstrategie.
- Alle Beteiligten fühlen sich wohl. Die Kunden erhalten attraktive Zusatzdienste, die Händler und Amazon selbst erhalten besonders treue Kunden, hohe Umsätze und bessere Margen.
- Die Kunden erhalten einen starken Ansporn, regelmäßig bei Amazon zu bestellen. Ohne dass beim Händler die Marge sinkt.
Unterm Strich schafft Amazon damit die Quadratur des ECommerce-Kreises: Zufriedene Kunden, die wegen ausgezeichnetem Service auch bereit sind, mehr zu bezahlen. Nach diesem Rezept haben die meisten anderen Onlinehändler bislang vergeblich gesucht.
