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Die Wahrheit über Social Media: Positive Effekte überwiegen
07.03.2018 Soziale Medien sind offenbar besser als ihr Ruf, das geht aus einer Studie hervor, die das Social-Media-Forschungsprojekt ReDefTie am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM erstellt hat.
Die Ergebnisse der Studie:
- So wird Facebook überwiegend für die Pflege von Freundschaften genutzt. Skeptiker argumentieren, dass die sozialen Netzwerke nur die Illusion von Freundschaft vermitteln würden. Doch die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese Netzwerke und die so genannten virtuellen Freunde konkreten Nutzen bringen können und diese soziale Beziehungen somit mehr als eine Illusion sind: Die Facebook-Nutzer (etwa 73 Prozent der Befragten) berichteten über mehr erhaltene Online-Unterstützung in sozialen Netzwerken als die Nichtnutzer. Und je mehr sie danach fragten, desto mehr Unterstützung erhielten sie.
- Über einen längeren Zeitpunkt verstärkte sich dieser Effekt sogar: Personen, die einmal soziale Unterstützung im Internet erhalten hatten, fragten ein halbes Jahr später auch häufiger ihr Online-Netzwerk um Rat.
- Zudem führte die Nutzung von Facebook langfristig nicht zu mehr Stress oder geringerer Lebenszufriedenheit. Befürchtungen, Facebook würde sich negativ auf das Wohlbefinden ausüben, wirken somit überzogen.
- Mehr erhaltene soziale Unterstützung führt aber nicht gleich zu höherer Lebenszufriedenheit - Stress und Lebenszufriedenheit werden folglich mehr durch offline Ereignisse beeinflusst als durch die Nutzung sozialer Medien.
- Deutlich stärkere Effekte zeigten sich für die Nutzung von Business-Netzwerken wie LinkedIn . Die Nutzerinnen berichteten höhere Informationsvorteile im beruflichen Kontext als die Nichtnutzerinnen. Aktive Nutzung und gezielter Netzwerkaufbau spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die im Kontext des Projekts durchgeführten Experimente weisen darauf hin, dass bereits das regelmäßige Überfliegen von Updates dazu beiträgt, sogenannte ambient awareness, also Wissen über die Netzwerkmitglieder und deren Expertise, zu entwickeln. Diese Ergebnisse haben Implikationen für den Einsatz sozialer Medien im organisationalen Wissensmanagement. Sie zeigen, dass die auf beruflichen Plattformen verbrachte Zeit keine Verschwendung ist.
