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Verlage: Deutlich weniger Übernahmen und Beteiligungen
08.07.2010 Im Jahr 2009 ereigneten sich infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich weniger Übernahmen und Beteiligungen in der deutschen Verlagsbranche. Im ersten Halbjahr 2010 ist eine Trendwende (noch) nicht erkennbar, so die aktuelle Auswertung der M&A-Aktivitäten in der deutschen Verlagsbranche von Bartoloäus & Cie .
einen Rückgang von etwa 30 Prozent.
Rund die Hälfte dieses Volumens resultiert aus 4 Transaktionen: der Fusion der Osteuropageschäfte von Axel Springer und Ringier (414 Mio.) sowie dem Verkauf der Bertelsmann Buchclubs in Italien, Spanien und Portugal (3 Deals mit zusammen rund 250 Mio. Euro).
Bei den Fach-, Special Interest - und Buchverlagen wurde das Geschehen wieder überwiegend von kleinen Transaktionen geprägt, der Rückgang der Kaufpreise für Verlagsunternehmen hat sich im 1.
Halbjahr nicht weiter fortgesetzt. Auch im 1. Halbjahr 2010 wurden die meisten M&A-Deals im Segment "Fachmedien" abgeschlossen (27, nach 26 im Vorjahreszeitraum), gefolgt von den General Interest Medien und dem Buchhandel.
Angesichts der positiven Signale an den Anzeigenmärkten und der
verbesserten Konjunkturerwartungen gehen die Studienautoren momentan davon aus, dass sich das M&A-Klima im 2. Halbjahr wieder leicht verbessern wird. Aber: Nur eine der größten Transaktionen deutscher Verlage im 1. Halbjahr betraf eine Expansion durch mehrheitliche Übernahme; Dagegen gab es drei Joint Ventures und vier Desinvestments aus deutscher Sicht.
Der M&A-Markt ist Mitte 2010 immer noch ein Käufermarkt, insbesondere bei reinen Print-Geschäftsmodellen. Speziell mehrformatige Medienangebote und erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle werden von Investoren unverändert gesucht und
erzielen zum Teil erstaunliche Kaufpreise (z.B. wurde beim Verkauf des Portals Citydeal.de , das erst im November 2009 gegründet wurde, an den US-amerikanischen Marktführer Groupon von einer Bewertung von mehr als 100 Mio. Euro gesprochen).
