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Trust und Data Governance

Internationale Studie: Deutsche haben zuviel Vertrauen in KI

07.11.2025 Deutsche Unternehmen vertrauen Künstlicher Intelligenz mehr, als sie sie absichern. Laut einer neuen Studie von SAS und IDC nutzen viele Organisationen bereits KI, doch es fehlt an Data Governance, Fachkräften und klaren ethischen Leitlinien.

 (Bild: Pixabay / Free-Photos)
Bild: Pixabay / Free-Photos
Deutsche Unternehmen haben viel Vertrauen in künstliche Intelligenz (KI) und insbesondere ChatGPT und Co., obwohl nur wenige bereits eine gesicherte IT-Plattform dafür aufgebaut haben. Maßnahmen zur Transparenz, Erklärbarkeit und Kontrolle von KI hinken deutlich hinter der Nutzung von KI hinterher. Bei nicht einmal jedem zehnten Unternehmen stehen Vertrauen in KI und Maßnahmen, die dieses rechtfertigen, in einem ausgewogenen Verhältnis. Hier ist die als zurückhaltend bekannte deutsche Wirtschaft nicht besser als andere Industrienationen. Das zeigt der aktuelle "IDC Data and AI Impact Report: The Trust Imperative  ", den SAS   in Auftrag gegeben hat.

Das "KI-Dilemma" zwischen möglichst rascher Nutzung der Technologie einerseits und Sicherheitsbedenken andererseits kontrastiert mit der Tatsache, dass die deutschen Unternehmen stärker als ihre Pendants im Ausland auf "traditionelle" KI wie Machine Learning setzen: 77 Prozent der Organisationen hierzulande nutzen etablierte intelligente Technologien, der weltweite Schnitt liegt bei 66 Prozent. Insgesamt kommt aber Generative AI häufiger zum Einsatz: Etwa 8 von 10 der Unternehmen nutzen sie bereits.

Mängel in der Dateninfrastruktur sehen die befragten deutschen Führungskräfte nicht - sie scheint überdurchschnittlich ausgereift zu sein. Lediglich neun Prozent klagen über Datensilos (global: 14 Prozent). Größte Herausforderung ist in Deutschland laut der Studie der Mangel an Data Governance (neun Prozent über dem globalen Durchschnitt). Ebenso wird der Mangel an Know-how bei den Mitarbeitern häufiger als Hürde genannt (rund fünf Prozent über dem globalen Durchschnitt).

Ethische Bedenken im Fokus

Das Problembewusstsein beim Einsatz von KI ist in Deutschland aber überdurchschnittlich ausgeprägt: Die Bewertung von ethischer Nutzung, Bias und Fairness liegt hier um zwölf Prozent höher als beim Gesamtdurchschnitt, Transparenz und Erklärbarkeit liegen elf Prozent höher.

"Es ist überraschend, wie viel Vertrauen deutsche Unternehmen in KI setzen - und das oft ohne Framework, das dieses Vertrauen absichern würde", erklärt Robert Simmeth , Country Manager Deutschland und Schweiz bei SAS. "Was wiederum ins Bild passt, ist der Wert, den Organisationen hierzulande auf Transparenz, Erklärbarkeit und den ethischen Einsatz von KI legen - und das mit mehr Nachdruck als ihre internationalen Kollegen. Insofern zeigt die Studie großes Potenzial für Trustworthy AI, aber auch einen Nachholbedarf bei der Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen."
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