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Crosschannel finden Händler und Kunden super

28.08.2013 Langsam wird es Zeit: Multichannel-Händler sollten ihre Online- und Offline-Logistik verknüpfen, um den Kunden an allen Stationen seiner Customer Journey abzuholen. Und ihn nicht zwischen Sneakers und Milchschäumer zu verlieren.

Verena Gründel, iBusiness
Crosschannel oder auch Multichannel sind zwar in aller Munde. Wirklich weit her ist es in Deutschland mit den kanalübergreifenden Verkaufsstrategien aber noch nicht. Sonst hätte die Verkäuferin im Adidas-Shop in München wohl kaum folgendes zu mir gesagt, als ich nach einem Paar Schuhe aus dem Webshop fragte: "Ich habe keine Ahnung, welche Schuhe wir im Onlineshop anbieten. Aber bestellen kann ich die Sneakers für Sie nicht. Vielleicht schauen Sie mal bei Runners Point am Marienplatz."

Oder die Dame in der Tchibo-Filiale, die auf meine Frage nach dem vergriffenen Milchschäumer sagte: "Als Filiale können wir den Milchschäumer nicht mehr bestellen, da ist er bereits vergriffen. Aber für Sie als Privatkunden ist er im Onlineshop noch verfügbar." Zuzüglich 4,95 Euro Versandkosten versteht sich.

Diese Erlebnisse aus den vergangenen zwei Monaten zeigen: Es gibt noch wahnsinnig viel Optimierungspotenzial in der kanalübergreifenden Logistik. Und mindestens genauso viele Gründe, dies jetzt zu tun:

Der Kunde freut sich über Crosschannel-Logistik:
  • ... weil er seine Waren auch ohne Versandkosten erhalten kann. Der kleine Umweg über die Filiale in der Innenstadt nimmt höchstens soviel Zeit in Anspruch, wie das Warten bei der Post, wenn er zum Zustelltermin mal wieder nicht zu Hause war.
  • ... weil er die Rücksendung nicht zur Post sondern in die Filiale bringen kann. So spart er sich die Schlange vor dem Paketschalter und die Rücksendekosten.
  • ... weil er die bestellte Ware viel schneller in den Händen hält, wenn sie in der Filiale bereits verfügbar ist.
Der Händler ist glücklich mit Crosschannel-Logistik:
  • ... weil er von seinen Filialen aus in vielen Gebieten Deutschlands Same-Day-Delivery mithilfe eines Paketkuriers anbieten kann.
  • ... weil er sich bei manchen Bestellungen den Versand sparen kann. Nämlich dann, wenn das Produkt in einer Filiale nahe dem Kunden verfügbar ist und dieser es ohnehin im Geschäft abholen will.
  • ... weil er die Retouren leichter managen kann, die der Kunde bei Filialabholung gleich im Geschäft testet und zurück lässt.
  • ... weil der Kunde eventuell zusätzlich die passenden Schuhe, eine Tasche oder den benötigten Adapter kauft, wenn er das bestellte Produkt in der Filiale abholt. Oder er nimmt die Jeans vor Ort doch in der Nummer größer und der Händler spart sich die Rücksendung.
Um Crosschannel-Logistik und -Verkauf zu realisieren, braucht es nicht immer unbedingt eine eigene Filiale. Auch Shop-in-Shop-Flächen in anderen Geschäften können die Verbindung zwischen dem Kunden und dem Onlinehändler herstellen. Der Kunde wird es danken.

Ich für meinen Teil habe übrigens weder die Adidas-Sneakers noch den Milchschäumer gekauft - in beiden Fällen tun es erst mal noch die alten Modelle.
Thema:

Neun Logistiktrends, die Onlinehändler auf keinen Fall verpassen dürfen

Die Luft wird immer dünner im E-Commerce. Der Konkurrenzdruck unter den Onlinehändlern wächst, der Kunde wird immer anspruchsvoller. Wer auch in Zukunft noch vorne dabei sein will, sollte neun Logistiktrends im Auge behalten. Denn nur wer effizient versendet und retourniert, wer mit Service beim Kunden punktet und sich flexibel zeigt, wird langfristig Erfolg haben.

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Der Packesel des E-Commerce, der Logistikdienstleister, muss in Zukunft vor allem flexibel werden (Bild: Tristan Schmurr Flickr)
Bild: Tristan Schmurr Flickr
Bild: Tristan Schmurr Flickr unter Creative Commons Lizenz by
Der Packesel des E-Commerce, der Logistikdienstleister, muss in Zukunft vor allem flexibel werden

Kommentar von Verena Gründel

Crosschannel finden Händler und Kunden super

Langsam wird es Zeit: Multichannel-Händler sollten ihre Online- und Offline-Logistik verknüpfen, um den Kunden an allen Stationen seiner Customer Journey abzuholen. Und ihn nicht zwischen Sneakers und Milchschäumer zu verlieren.

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Verena Gründel, iBusiness (privat)
Bild: privat
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