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Agentur-Zukunft

Interaktiv-Trends 2025/2026: Wie Agenturen neben KI-Tools bestehen

23.12.2024 Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung eröffnen ungeahnte Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren und Kundenerlebnisse zu personalisieren. Doch mit den Chancen wachsen auch die Herausforderungen. Agenturen müssen eine neue Rolle finden.

 (Bild: obs/VMware/shutterstock)
Bild: obs/VMware/shutterstock

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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Wie Agenturen im Spannungsfeld zwischen KI, Marketing Automation und Unternehmenssoftware bestehen können.
Die Digitalisierung des Marketings hat eine neue Stufe erreicht. Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung ermöglichen es Unternehmen, effizienter zu arbeiten, datengetriebene Entscheidungen zu treffen und personalisierte Erlebnisse für ihre Kundinnen und Kunden zu schaffen. Diese Entwicklungen verändern nicht nur die Arbeitswelt der Unternehmen, sondern auch die Rolle und Aufgaben der Agenturen grundlegend. Experten aus der Branche beschreiben, wie die Zukunft aussieht und welche Chancen und Herausforderungen auf Unternehmen und Agenturen warten.

Veränderungen in der Arbeitswelt der Unternehmen

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Prozesse radikal zu modernisieren. KI ist dabei eine Schlüsseltechnologie, die besonders im Marketing zunehmend eingesetzt wird. "KI ermöglicht die Automatisierung von Routineaufgaben, was Zeit und Ressourcen spart. Gleichzeitig erlaubt sie eine präzisere Zielgruppenansprache und personalisierte Kampagnen", erklärt Carsten Rasner , Geschäftsführer des Bundesverbands Digitale Wirtschaft   (BVDW). Diese Veränderungen seien nicht optional: "Um ihre digitale Präsenz zu stärken und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen KI nutzen. Andernfalls riskieren sie, den Anschluss zu verlieren."

Auch Laura Timmermann , Senior Integrated Campaigns Manager beim Plattformanbieter HubSpot  , sieht KI als entscheidenden Faktor. "Die meisten deutschen Unternehmen befinden sich, was KI angeht, noch in der Phase des Ausprobierens. Während internationale Wettbewerber KI bereits erfolgreich in ihre Arbeitsabläufe integriert haben, hinken viele hierzulande noch hinterher. Doch das wird sich ändern. In den kommenden 18 Monaten werden sie gezwungen sein, KI fest in ihre Prozesse zu integrieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben."

"Die meisten Unternehmen befinden sich, was KI angeht, noch in der Phase des Ausprobierens", Laura Timmermann, HubSpot.

Von entscheidender Bedeutung wird es für die Unternehmen dabei sein, über die richtigen Daten dazu zu verfügen. Nicht nur, weil inzwischen beinahe alle Experten eine First Party Data-Strategie für unabdingbar halten, sondern auch, weil jede KI-Unterstützung ohne passende Datenstruktur ins Leere läuft. Laut Sven Korhummel , geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Cyperfection   , haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, eine einheitliche Datenbasis zu schaffen. "Es ist vielen Unternehmen noch nicht gelungen, verschiedene Marketingkanäle so zu integrieren, dass nahtlose und konsistente Kundenerlebnisse entstehen. Omnichannel-Marketing ist die Zukunft - aber dafür braucht es qualitativ hochwertige Daten und die Fähigkeit, diese aus unterschiedlichen Kanälen zu nutzen."

Die Erwartungshaltung der KundInnen treibt diese Entwicklungen voran. Oliver Pauly , Geschäftsführer der Tripuls Media Innovations   , sagt: "Kunden wollen personalisierte Erlebnisse, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. KI-Anwendungen können Kundendaten wie Kaufhistorien oder Kommunikationsverläufe auswerten und in Echtzeit maßgeschneiderte Inhalte und Angebote generieren. Unternehmen, die das können, werden im Wettbewerb die Nase vorn haben."

Zuletzt geht auch die wirtschaftliche Lage nicht spurlos an den Unternehmen vorbei. Die Marketing-Budgets werden gekürzt, Investitionen auf einen strengen Prüfstand gestellt. Die hohen Anforderungen an Rentabilität und Effektivität werden voll auf Agenturen durchschlagen: Wer einen schnellen ROI, eine spürbare Kostensenkung oder Effizienzsteigerung für seine Projekte belegen kann, wird auch in den kommenden Monaten ein volles Auftragsbuch haben. Es lohnt sich also, sich auf entsprechende Themen zu spezialisieren.

Neue Anforderungen an Agenturen

Die Fortschritte in der Automatisierung und Datenanalyse verändern die Aufgabenverteilung zwischen Unternehmen und Agenturen. Standardaufgaben wie einfache SEO-Analysen, Content-Erstellung oder Kampagnenmanagement können zunehmend durch KI-Tools intern erledigt werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Agenturen, sich als strategische Partner zu positionieren.

"Die Tech-Supermächte investieren massiv in KI, doch für viele Unternehmen ist die Anwendung kein Selbstläufer", erklärt Jan Linketscher , CEO der i22 Digitalagentur  . "Agenturen müssen Unternehmen helfen, ihre Prozesse neu zu denken, statt bestehende Strukturen einfach mit Technologie zu überfrachten. Die KI von heute ist die schlechteste KI, die es je gegeben hat - die Chancen liegen in der Weiterentwicklung und der richtigen Integration."

Zudem wächst die Bedeutung datengetriebener Entscheidungen. Dominique Korschinek , Geschäftsführer von The Digitale   , betont: "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Budgets stark unter Druck geraten. Es reicht nicht mehr, einfach nur kreativ zu sein - Marketing muss datenbasiert und messbar sein. Agenturen müssen Unternehmen helfen, ihre Maßnahmen ganzheitlich zu betrachten, klare und messbare Ziele zu setzen und diese konsequent zu verfolgen."

"Unbearbeitete Bilder und emotionale Geschichten gewinnen an Bedeutung. In einer Welt voller KI-generierter Inhalte sehnen sich Menschen nach echtem, persönlichem Content." Fabian Gutsche, Team Neusta

Auch die Customer Experience rückt immer stärker in den Fokus. Laut Thilo Kölzer von DocCheck Agency AG    wird die Fähigkeit, Marken und Produkte unverwechselbar zu machen, entscheidend. "UX alleine reicht nicht mehr aus. Wir müssen gezielt Akzente setzen, die Wiedererkennbarkeit schaffen. Es geht darum, ein Markengesicht zu formen, das sich abhebt - ähnlich wie bei der Aerodynamik von Autos, wo Design-Elemente eingefügt werden, die den Wiedererkennungswert erhöhen."

Ein weiterer Trend ist die stärkere Nachfrage nach authentischen und emotionalen Inhalten. Fabian Gutsche , Chief Digital Officer von Team Neusta   , sagt: "Unbearbeitete Bilder und emotionale Geschichten gewinnen an Bedeutung. In einer Welt voller KI-generierter Inhalte sehnen sich Menschen nach echtem, persönlichem Content. Kampagnen müssen wieder stärker auf die emotionale und persönliche Verbindung mit den Kunden setzen, das Produkt rückt dabei oft in den Hintergrund.

Thesen für die neue Rolle der Agenturen

Die Zukunft der Agenturen wird nicht nur durch Technologie, sondern auch durch ihre Fähigkeit geprägt, Menschlichkeit und Kreativität mit datengetriebenen Prozessen zu verbinden. Die folgenden Thesen fassen die wichtigsten Veränderungen zusammen:

  1. Von Dienstleistern zu strategischen Partnern: Agenturen müssen Unternehmen dabei unterstützen, KI und Automatisierung sinnvoll zu integrieren, Daten effektiv zu nutzen und langfristige Marketingstrategien zu entwickeln.

  2. Fokus auf Daten und Technologie: Datenanalysen, die Integration von KI-Systemen und Automatisierungsprozessen werden zu zentralen Agenturleistungen.

  3. Kreativität bleibt ein entscheidender Faktor: Wie Oliver Bohl von Triplesense Reply    sagt: "Echte Wow-Effekte entstehen durch menschliche Kreativität, die KI-Tools als Sparringspartner nutzt." Agenturen müssen einzigartige Ideen liefern, die Marken differenzieren.

  4. Customer Experience als Wettbewerbsvorteil: Unternehmen suchen Partner, die ihnen helfen, nahtlose und personalisierte Erlebnisse für ihre Kundinnen und Kunden zu schaffen. Laut Oliver Pauly wird dies zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

  5. Empathie und Verantwortung: In einer zunehmend automatisierten Welt bleibt die Fähigkeit, echte Verbindungen zu schaffen, ein zentraler Erfolgsfaktor. Markus Bockhorni von eMBIS warnt: "Marken müssen sicherstellen, dass ihre Inhalte nicht in einem 'Einheitsbrei' standardisierter KI-Texte untergehen.


Die digitale Transformation stellt Unternehmen und Agenturen vor neue Herausforderungen. Während KI und Automatisierung Effizienz und Skalierbarkeit fördern, bleibt die menschliche Dimension unverzichtbar. Agenturen, die als strategische Partner agieren, Datenkompetenz mit kreativen Ansätzen verbinden und empathische Kundenkommunikation ermöglichen, werden auch in Zukunft unverzichtbar bleiben.
Thema: Interaktiv-Trends 2025/2026: Wie Agenturen neben KI-Tools bestehen

Kommentar von Dominik Grollmann

Diese Jobs werden jede KI überleben

Die Zukunft des Marketings wird technisch, datengetrieben und effizient - aber das allein reicht nicht.

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Dominik Grollmann, Analyst iBusiness (Timo Bierbaum)
Bild: Timo Bierbaum
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