Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Interaktiv-Trends 2025/2026: Wie Agenturen neben KI-Tools bestehen
23.12.2024 Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung eröffnen ungeahnte Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren und Kundenerlebnisse zu personalisieren. Doch mit den Chancen wachsen auch die Herausforderungen. Agenturen müssen eine neue Rolle finden.
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Veränderungen in der Arbeitswelt der Unternehmen
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Prozesse radikal zu modernisieren. KI ist dabei eine Schlüsseltechnologie, die besonders im Marketing zunehmend eingesetzt wird. "KI ermöglicht die Automatisierung von Routineaufgaben, was Zeit und Ressourcen spart. Gleichzeitig erlaubt sie eine präzisere Zielgruppenansprache und personalisierte Kampagnen", erklärt Carsten Rasner , Geschäftsführer des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW). Diese Veränderungen seien nicht optional: "Um ihre digitale Präsenz zu stärken und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen KI nutzen. Andernfalls riskieren sie, den Anschluss zu verlieren."Auch Laura Timmermann , Senior Integrated Campaigns Manager beim Plattformanbieter HubSpot , sieht KI als entscheidenden Faktor. "Die meisten deutschen Unternehmen befinden sich, was KI angeht, noch in der Phase des Ausprobierens. Während internationale Wettbewerber KI bereits erfolgreich in ihre Arbeitsabläufe integriert haben, hinken viele hierzulande noch hinterher. Doch das wird sich ändern. In den kommenden 18 Monaten werden sie gezwungen sein, KI fest in ihre Prozesse zu integrieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben."
Von entscheidender Bedeutung wird es für die Unternehmen dabei sein, über die richtigen Daten dazu zu verfügen. Nicht nur, weil inzwischen beinahe alle Experten eine First Party Data-Strategie für unabdingbar halten, sondern auch, weil jede KI-Unterstützung ohne passende Datenstruktur ins Leere läuft. Laut Sven Korhummel , geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Cyperfection , haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, eine einheitliche Datenbasis zu schaffen. "Es ist vielen Unternehmen noch nicht gelungen, verschiedene Marketingkanäle so zu integrieren, dass nahtlose und konsistente Kundenerlebnisse entstehen. Omnichannel-Marketing ist die Zukunft - aber dafür braucht es qualitativ hochwertige Daten und die Fähigkeit, diese aus unterschiedlichen Kanälen zu nutzen."
Die Erwartungshaltung der KundInnen treibt diese Entwicklungen voran. Oliver Pauly , Geschäftsführer der Tripuls Media Innovations , sagt: "Kunden wollen personalisierte Erlebnisse, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. KI-Anwendungen können Kundendaten wie Kaufhistorien oder Kommunikationsverläufe auswerten und in Echtzeit maßgeschneiderte Inhalte und Angebote generieren. Unternehmen, die das können, werden im Wettbewerb die Nase vorn haben."
Zuletzt geht auch die wirtschaftliche Lage nicht spurlos an den Unternehmen vorbei. Die Marketing-Budgets werden gekürzt, Investitionen auf einen strengen Prüfstand gestellt. Die hohen Anforderungen an Rentabilität und Effektivität werden voll auf Agenturen durchschlagen: Wer einen schnellen ROI, eine spürbare Kostensenkung oder Effizienzsteigerung für seine Projekte belegen kann, wird auch in den kommenden Monaten ein volles Auftragsbuch haben. Es lohnt sich also, sich auf entsprechende Themen zu spezialisieren.
Neue Anforderungen an Agenturen
Die Fortschritte in der Automatisierung und Datenanalyse verändern die Aufgabenverteilung zwischen Unternehmen und Agenturen. Standardaufgaben wie einfache SEO-Analysen, Content-Erstellung oder Kampagnenmanagement können zunehmend durch KI-Tools intern erledigt werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Agenturen, sich als strategische Partner zu positionieren."Die Tech-Supermächte investieren massiv in KI, doch für viele Unternehmen ist die Anwendung kein Selbstläufer", erklärt Jan Linketscher , CEO der i22 Digitalagentur . "Agenturen müssen Unternehmen helfen, ihre Prozesse neu zu denken, statt bestehende Strukturen einfach mit Technologie zu überfrachten. Die KI von heute ist die schlechteste KI, die es je gegeben hat - die Chancen liegen in der Weiterentwicklung und der richtigen Integration."
Zudem wächst die Bedeutung datengetriebener Entscheidungen. Dominique Korschinek , Geschäftsführer von The Digitale , betont: "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Budgets stark unter Druck geraten. Es reicht nicht mehr, einfach nur kreativ zu sein - Marketing muss datenbasiert und messbar sein. Agenturen müssen Unternehmen helfen, ihre Maßnahmen ganzheitlich zu betrachten, klare und messbare Ziele zu setzen und diese konsequent zu verfolgen."
Auch die Customer Experience rückt immer stärker in den Fokus. Laut Thilo Kölzer von DocCheck Agency AG wird die Fähigkeit, Marken und Produkte unverwechselbar zu machen, entscheidend. "UX alleine reicht nicht mehr aus. Wir müssen gezielt Akzente setzen, die Wiedererkennbarkeit schaffen. Es geht darum, ein Markengesicht zu formen, das sich abhebt - ähnlich wie bei der Aerodynamik von Autos, wo Design-Elemente eingefügt werden, die den Wiedererkennungswert erhöhen."
Ein weiterer Trend ist die stärkere Nachfrage nach authentischen und emotionalen Inhalten. Fabian Gutsche , Chief Digital Officer von Team Neusta , sagt: "Unbearbeitete Bilder und emotionale Geschichten gewinnen an Bedeutung. In einer Welt voller KI-generierter Inhalte sehnen sich Menschen nach echtem, persönlichem Content. Kampagnen müssen wieder stärker auf die emotionale und persönliche Verbindung mit den Kunden setzen, das Produkt rückt dabei oft in den Hintergrund.
Thesen für die neue Rolle der Agenturen
Die Zukunft der Agenturen wird nicht nur durch Technologie, sondern auch durch ihre Fähigkeit geprägt, Menschlichkeit und Kreativität mit datengetriebenen Prozessen zu verbinden. Die folgenden Thesen fassen die wichtigsten Veränderungen zusammen:- Von Dienstleistern zu strategischen Partnern: Agenturen müssen Unternehmen dabei unterstützen, KI und Automatisierung sinnvoll zu integrieren, Daten effektiv zu nutzen und langfristige Marketingstrategien zu entwickeln.
- Fokus auf Daten und Technologie: Datenanalysen, die Integration von KI-Systemen und Automatisierungsprozessen werden zu zentralen Agenturleistungen.
- Kreativität bleibt ein entscheidender Faktor: Wie Oliver Bohl von Triplesense Reply sagt: "Echte Wow-Effekte entstehen durch menschliche Kreativität, die KI-Tools als Sparringspartner nutzt." Agenturen müssen einzigartige Ideen liefern, die Marken differenzieren.
- Customer Experience als Wettbewerbsvorteil: Unternehmen suchen Partner, die ihnen helfen, nahtlose und personalisierte Erlebnisse für ihre Kundinnen und Kunden zu schaffen. Laut Oliver Pauly wird dies zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
- Empathie und Verantwortung: In einer zunehmend automatisierten Welt bleibt die Fähigkeit, echte Verbindungen zu schaffen, ein zentraler Erfolgsfaktor. Markus Bockhorni von eMBIS warnt: "Marken müssen sicherstellen, dass ihre Inhalte nicht in einem 'Einheitsbrei' standardisierter KI-Texte untergehen.
Die digitale Transformation stellt Unternehmen und Agenturen vor neue Herausforderungen. Während KI und Automatisierung Effizienz und Skalierbarkeit fördern, bleibt die menschliche Dimension unverzichtbar. Agenturen, die als strategische Partner agieren, Datenkompetenz mit kreativen Ansätzen verbinden und empathische Kundenkommunikation ermöglichen, werden auch in Zukunft unverzichtbar bleiben.
