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Bitte kein Placebo mehr

12.08.2008 Bei Pixelpark weiß man nicht genau, was man halten soll von einem Investor, dessen verschachtelte Einkaufstour auch bei der Finanzaufsicht erst einmal eingehend geprüft wurde. Wetten, dass sich am Ende doch eher ein Agenturkonzern einkauft, statt einer von Kleinanlegern gegründeten Gesellschaft?

Dem Unternehmen, dass erst alles anders, dann wieder im herkömmlichen Geschäft neu wachsen will, das den Unternehmenssitz mal verlegen, dann wieder beibehalten will, wünscht man alles Gute. Oder, wie ein Finanzredakteur sagt: 'Interessant, was die alten Bekannten vom Neuen Markt so machen'. Denn in der Wirtschaftsberichterstattung spielt eine Pixelpark AG eine äußerst marginäre Rolle, wenn sie auch in der Branche eben keine kleine Agenturbude ist. Ebene deshalb taten die wechselnden Nachrichten in den vergangenen Monaten zuweilen weh.

Auf die Dauer kann dem Vorstand bei Pixelpark die Kleinaktionärsstruktur nur gefährlich werden. Und die Investoren, von denen man in Berlin momentan wohl auch nur weiß, dass sie 22,22 Prozent halten, sind auf Dauer kein Heilsbringer für Pixelpark. Auch wenn hier keine klassischen Hedgefonds zugange sind: Wenn die Dividende nicht kommt, die Rendite im Keller bleibt, werden auch die Kölner Investoren wieder abziehen. Momentan kann Pixelpark also nur auf sein Geschäft setzen und arbeiten, arbeiten, arbeiten. Wenn schon kleinste Anteilseigner so schnell solche Macht über ein Unternehmen gewinnen können, braucht es keine Heuschrecken, um die Gefahr ständig wechselnder ach so 'strategischer' Investoren zu sehen. Dann also doch lieber ein paar Euros weniger und ab unters Dach der Franzosen. Publicis ist besser als eine Placebo-Beteiligung.

Und vielleicht auch auf den Unternehmensseiten die Beteiligungen aktualisiert darstellen. Seriös und gut informierend kann sich auch eine AG präsentieren, die offensichtlich derzeit mehr Getriebene ist, denn Akteur. Wir drücken die Daumen - besonders den Mitarbeitern, die sich in den letzten Wochen dem Vernehmen nach alles andere als gut informiert fühlten. Denn welche Einschnitte oder Teilverkäufe es auch in nahe Zukunft noch geben könnte, ist schwer zu sagen. 'Alles wird gut' heißt eben auch: es ist noch nicht gut.
Thema:

Pixelpark: Stillhaltegeschäfte oder strategische Investition?

Schwappt das Conti-Übernahmemodell von Schaeffler in den Agenturbereich? Nach dem vorerst geplatzten Einstieg von Publicis bei Pixelpark, muss die Berliner Interaktiv-Agentur mit einem Investor klarkommen, den keiner kennt und dessen Absichten keiner ahnt. 22,22 Prozent an Pixelpark hält seit kurzem ein Geflecht von mehr als 50 Firmen, vertreten durch einen Vermögensverwalter. Einem Deal mit einer großen Agentur wäre er keineswegs abgeneigt. Kommt Publicis durch die Hintertür herein?

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Kommentar von Thomas Kletschke

Bitte kein Placebo mehr

Bei Pixelpark weiß man nicht genau, was man halten soll von einem Investor, dessen verschachtelte Einkaufstour auch bei der Finanzaufsicht erst einmal eingehend geprüft wurde. Wetten, dass sich am Ende doch eher ein Agenturkonzern einkauft, statt einer von Kleinanlegern gegründeten Gesellschaft?

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 (Foto Studio 54)
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