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Umfrage: Auch der IT-Standort Deutschland krankt am Nachwuchsmangel

22.03.2007 Eine Umfrage unter IT-Experten hat Stärken und Schwächen des IT-Standorts Deutschland identifiziert. Demnach kann Deutschland vor allem bei industriellen Anwendungen punkten. Als Schwächen haben sich die Produktionsverlagerungen ins Ausland sowie der Nachwuchsmangel in der Branche erwiesen.

Bis zum Jahr 2010 werden multimediale Geräte, mobile PCs und Fernsehen über das Internet in deutschen Haushalten zum Standard gehören, so ein Ergebnis der Umfrage 'IT-Standort Deutschland - Wohin geht die Reise?' unter IT-Experten des VDI-Kompetenzfeldes Informationstechnik (KfIT). 89 bzw. 78 Prozent der Befragten nannten die ortsbezogenen Informationsdienste und die IP-Telefonie als die bedeutsamen Produkttrends für die kommenden drei Jahre. Insgesamt werden bei der Consumer-IT größere Wachstumspotenziale vermutet als bei industriellen IT-Anwendungen. Eine Ausnahme bilden die 'Embedded Systems', integrierte IT-Komponenten, z.B. in Fahrzeugen oder Geräten, die von 43 Prozent der Umfrageteilnehmer als ein großer Wachstumsmarkt gesehen werden.

Bedenklich für den IT-Standort Deutschland ist allerdings, dass gerade auf vielen Feldern, denen große Potenziale zugesprochen werden, die Produkte inzwischen fast ausnahmslos aus dem Ausland - inbesondere aus Asien und den USA - kommen. "Der MP3-Player ist ein oft zitiertes Beispiel. Deutschland und die EU müssen künftig alles daran setzen, technische Innovationen wieder selbst in Produkte umzusetzen", fordert KfIT-Leiter Gregor Gonsior .

Die Rahmenbedingungen hierzu müssten weiter verbessert werden. Eine Politik, die eine stärkere Innovationsförderung betreibt, würden sich 62 Prozent der Befragten wünschen. Neben der Politik seien aber auch Unternehmen und Bildungseinrichtungen gefordert, denn der Mangel an Nachwuchs sei in vielen technischen Bereichen längst zum Problem geworden, klagt Gonsior. Eine Qualifizierungsoffensive sei letztlich nötig, um auch ältere oder fachfremde Arbeitnehmer in die IT-Berufe zu führen. Rund 58 Prozent der befragten Experten fürchten sonst Verlagerungen von Forschungs- und Entwicklungsstandorten ins Ausland.

Stark aufgestellt sehen die VDI-Experten Deutschland bei Systemen für industrielle Anwendungen (81 Prozent), Embedded Systems (78 Prozent) und betriebswirtschaftlicher Software (77 Prozent).

An der Umfrage 'IT-Standort Deutschland - Wohin geht die Reise?' haben IT-Experten des VDI-Kompetenzfeldes Informationstechnik (KfIT) teilgenommen. Dem KfIT   gehören gut 3.000 Ingenieure, Naturwissenschaftler und Informatiker aus Wirtschaft und Wissenschaft.

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