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Google knausert bei Display- und Videoprovisionen
14.11.2008 Ein vertrauliches Angebot von Google an die Agenturen bietet ihnen Kickbacks bei Display- und Videowerbung an. Die Begeisterung hält sich aber in Grenzen - iBusiness hat nachgefragt, warum.
Der Grund: Google knausert. Gleich hohe AE-Provisionen, also Agenturprovisionen, wie bei Displaywerbung üblich, will Google nicht zahlen, wie Marktkenner bestätigen. Statt der dort gezahlten 15 Prozent, zu denen eventuell noch Volumenrabatte sowie Kickbacks hinzukommen können, will Google nach Angaben aus Agenturkreisen auch nicht mehr zahlen, als beim zum Jahr 2009 auslaufenden Best-Practice-Funding, bei dem Rückvergütungen zwischen 2,5 und 6 Prozent üblich waren. Google nannte keine Details zu dem neuen Angebot, der seit einigen Tagen in den Agenturen vorliegt.
"Ein Teil des Modells von Google sieht vor, dass Agenturen die gewisse Volumina an Videowerbung buchen mit Rabatten für ihre Kunden rechnen können. Allerdings sind die Volumina zu hoch für die derzeitige Situation am Markt", sagt Oliver Knappmann , Managing Director OMG 4CE , im Gespräch mit iBusiness. "Anreize, günstiger einzukaufen, bekommen die Agenturen derzeit im Markt ohnehin. Das neue Google-Modell wird wohl keine Jubelstürme auslösen", so Knappmann. Nach seiner Einschätzung sei die Initiative zu dem neuen Modell aus Mountain View oder London gekommen - und nicht aus der Deutschlandzentrale Googles. Der fehlende Wirkungsnachsweis unter Brand- und Imagegesichtspunkten von Video Ads auf Nutzerplattformen und damit die Akzeptanz bei den Kunden, sei in dem Vorstoß Googles nicht ausreichend berücksichtigt.
Da Google den beteiligten Agenturen anbietet, Marktforschung in Sachen Videowerbung und Displaywerbung zu betreiben, möchte man als Agentur auch nicht unbedingt draußen bleiben. "Allerdings überlegen wir, uns für das Programm anzumelden. Denn die von Google angebotene Zusammenarbeit bei der Marktforschung ist für die Agenturen sehr wohl interessant", gibt Knappmann zu. Die Studien würden Wirkungsnachweise für Werbeformen wie Pre-Roll-Ads liefern, was dann mittel- und langfristig einen Nutzwert für alle Beteiligten habe. Es bleibe abzuwarten, ob Google Agenturen, die die geforderten Volumina nicht erreichen, dennoch an den MaFo-Ergebnissen teilhaben lassen werde.
Auch Isabell Wagner , vormals Geschäftsführerin und Sales Director bei Yahoo Search Marketing in Deutschland hat sich das Modell angeschaut. Die jetzige Managing Director Germany der Agentur Bigmouthmedia ist ebenfalls abwartend. "Grundsätzlich ist es gut, wenn Google wie andere Vermarkter Rabatte gibt. Aber die dafür erforderlichen Buchungsvolumina sind sehr ambitioniert", so Wagner gegenüber iBusiness.
Neben der Charmeoffensive gegenüber den Agenturen, versucht Googles Tochter Youtube, auch mittels der Nutzer die Monetarisierung in Gang zu bringen. Denn die können auf Youtube ihre eigenen Filme bewerben, wie das Unternehmensblog schreibt . Ziel der 'Sponsored-Videos': Wie bei Googles AdWords legen die Nutzer fest, was ihnen die Klicks auf die Videos wert sind. Die Sponsored-Videos werden neben den organischen Suchergebnissen auf Youtube angezeigt, Prinzip Google sozusagen. Unter ads.youtube.com wird das Angebot erklärt. Die Sponsored Videos hält auch das Google-Blog für einen "großen, ersten Schritt, Nutzern, Partnern und Werbungtreibenden Suchmaschinen-Marketinglösungen auf Youtube zubieten." Es gebe eben nicht nur eine Werbelösung für Youtube, sondern viele nützliche Wege für die Werbungtreibenden, um mit den Nutzern in Kontakt zu kommen.
