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Umfrage: Staatliche Hilfen kommen bei vielen Startups nicht an

01.07.2020 Nicht einmal jedes zweite Startup hat bislang finanzielle Unterstützung erhalten, aber jedes dritte befürchtet, dass Investoren in der Krise abspringen könnten.

 (Bild: Startup Stock Photos)
Bild: Startup Stock Photos
Bild: Startup Stock Photos unter Creative Commons Lizenz by
Die Bundesregierung hat die zweite Säule für das Startup-Rettungspaket in der Corona-Krise auf den Weg gebracht. Bis Mittel wirklich beantragt werden können, wird es voraussichtlich aber noch einige Wochen dauern. Dabei ist rasche Hilfe für Startups dringend nötig - denn die bisherigen Maßnahmen haben ihr Ziel oft noch nicht erreicht, hat der Branchenverband Bitkom   in einer Umfrage herausgefunden.

Bei der Befragung von 112 Startups, die im Mai und Juni durchgeführt wurde, haben 3 von 10 Startups (30 Prozent) bislang keine finanzielle Unterstützung erhalten, weil es für sie kein passendes Angebot gibt. Vier Prozent haben Hilfe beantragt, die aber abgelehnt wurde. Fünf Prozent warten noch auf eine Entscheidung. Und 18 Prozent benötigen gegenwärtig keine Hilfe.

Auf der anderen Seite haben 43 Prozent der Startups bereits finanzielle Unterstützung bekommen. Zugleich beklagt mehr als jeder Zweite (55 Prozent), dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen bislang ungeeignet sind, um den akuten Liquiditätsengpass zu beheben. "Die Politik hat bei der Unterstützung für Startups den Nachholbedarf erkannt und mit der zweiten Säule des Rettungsschirms ein wichtiges Instrument für die große Zahl eher kleiner Startups auf den Weg gebracht", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg . "Jetzt muss es darum gehen, dass das Geld auch schnell bei den Startups ankommt. Und wir müssen genau im Blick behalten, ob die Maßnahmen ausreichen und gegebenenfalls auch noch einmal nachlegen. Das gemeinsame Ziel muss sein, innovative Technologie-Startups in Deutschland gemeinsam durch diese Krise zu bringen."

Staatliche Unterstützung wie Steuerstundungen hat gut jedes fünfte Startup (19 Prozent) genutzt. Und 4 von 10 (42 Prozent) haben Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, um die Corona-Zeit zu überbrücken. 46 Prozent betonen aber, dass Kurzarbeitergeld ihrem Startup nicht weiterhilft. Eine breite Mehrheit der Startups (84 Prozent) kritisiert, dass sich die staatlichen Maßnahmen zu stark an den Bedürfnissen von Konzernen und Mittelständlern orientieren und zu wenig an denen von Startups.

Tatsächlich sind viele Startups über ihre Finanzsituation beunruhigt. Mehr als jedes dritte Startup (34 Prozent) macht sich Sorgen, dass ihre Investoren sie wegen der Corona-Krise nicht mehr unterstützen. Und fast drei Viertel (71 Prozent) erleben, dass es schwieriger geworden ist, neue Investoren zu finden. Eine kurzfristige staatliche Hilfe für Startups kann sich auch deshalb lohnen, weil nur eine kleine Minderheit (5 Prozent) davon ausgeht, dass durch die Corona-Krise ihr Geschäftsmodell grundsätzlich in Frage gestellt wurde.
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