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Deutsche Zeitungsverleger reagieren verhalten auf Google-Vorschlag

11.09.2009 Nach dem Vorschlag von Google an amerikanischer Zeitungsverlage, ein Bezahlsystem zu etablieren, reagieren deutsche Verleger wenig euphorisch. Der Bundesverband will mit dem Suchmaschinen-Betreiber "weiter diskutieren".

 (Bild: SXC.hu/sanja gjenero)
Bild: SXC.hu/sanja gjenero
Der Vorschlag von Google   an die amerikanischen Zeitungsverleger, mit Hilfe eines Bezahlsystems Einnahmen aus Newsportalen zu generieren und untereinander zu teilen, klingt nach Trendwende zwischen Feinden von gestern. So werden auch von deutschen Zeitungsverleger verhalten positive Reaktionen signalisiert. Allerdings sei es noch zu früh, konkrete Aussagen zu dem geplanten Tool zu treffen, wie Hans-Joachim Fuhrmann , Sprecher des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV)   erklärt. "Google wird offenbar klar, dass nicht alles im Web gratis sein kann und Inhalte auch durch die 'Google-Brille' betrachtet einen Wert haben." Gleichzeitig sieht Fuhrmann jedoch auch die Gefahr, ein solches System könne die Monopolstellung des Internetriesen noch weiter stärken.

"Obwohl Google nun einen Schritt auf die Verlagsbranche zugeht, ändert dies nichts daran, dass der Konzern im gesamten Free-Bereich weiterhin mit unserem Content enorme Erlöse erzielt", kritisiert der BDZV-Sprecher. Die Verlage bekämen zwar mehr Traffic, aber das nütze der Refinanzierung nicht. "Wir werden weiterhin mit Google darüber diskutieren, dass uns ein Stück mehr vom Werbekuchen zusteht", so Fuhrmann weiter. Zumindest aber sei aus dem Vorschlag ein Paradigmenwechsel abzulesen. Während Google lange ausschließlich auf Werbefinanzierung gesetzt hatte, scheine der Konzern nun auch selbst an Paid Content als Einnahmequelle interessiert zu sein.

Aus dem BDVZ wurde aber auch auf das Eigeninteresse von Google in diesem Zusammenhang verwiesen: Immerhin lande erneut ein Teil der Einnahmen nach diesem Vorschlag (30 Prozent) bei dem Suchmaschinen-Betreiber. Überdies käme Google auf diesem Weg an unzählige persönliche Datensätze von Nutzern. Schon mit dem strengen deutschen Datenschutzgesetz könnte das Modell daher kollidieren. Grundsätzlich müsse der Vorschlag, so der BDVZ weiter "sorgfältig geprüft werden".
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