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Studie: Weniger Übernahmen bei Verlagen
28.01.2010 Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat im Jahr 2009 auch bei den Übernahme-Aktivitäten der Verlage deutliche Bremsspuren hinterlassen. Dies ergab eine Studie der auf die Verlagsbranche spezialisierten Unternehmensberatung Bartholomäus & Cie.
Eine Reihe prominenter Transaktionen prägte das Geschehen 2009, darunter der Verkauf von Springer Science & Business Media , die Übernahme der Berliner Tageszeitungen von David Montgomery durch M. DuMont Schauberg oder die Rückkehr von Dieter von Holtzbrinck durch den Kauf des Handelsblatts , des Tagesspiegels und der 'Zeit' (50 Prozent) von seinem Halbbruder Stefan.
Die großen Verlagsgruppen setzten auch in schwierigem Umfeld ihre strategischen Vorhaben um, wenn auch mit geringerem Tempo, und dominierten mit großen Deals das Geschehen. Mittelständische Verlage - und damit das Gros der Unternehmen in dieser Branche - waren dagegen bei M&A-Investitionen spürbar vorsichtiger. Sie bevorzugten deutlich kleinere Deals und machten wieder mehr Objekt- und Programmkäufe, die mit weniger Risiken verbunden sind. Außerdem fuhren sie ihre Investitionen in digitale Geschäftsmodelle und im Ausland zurück. Die Übernahmen deutscher Verlage auf ausländischen Märkten sanken um mehr als 50 Prozent.
Das M&A-Klima in der Verlagsbranche, das etwa Mitte 2008 seinen Höhepunkt erreicht hatte, kühlte sich damit im Jahr 2009 spürbar ab. Davon waren alle Marktsegmente und alle Medienformate gleichermaßen betroffen. Das schwierige konjunkturelle Umfeld, rückläufige Ertragskraft und sinkendes Käuferinteresse ließen auch die Unternehmenspreise sinken. Eine Reihe von M&A-Vorhaben wurde 2009 nicht abgeschlossen, weil die Preiserwartungen der Verkäufer nicht erfüllt wurden. Bisher gibt es noch keine Signale, die für das Jahr 2010 eine spürbare Verbesserung des M&A-Klimas erwarten lassen.
