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Wann träumen Androiden endlich von elektrischen Schafen?
14.05.2024 KI gibt dem Robotermarkt einen weiteren Push, aber ein echter Durchbruch zu Humanoiden lässt immer noch auf sich warten. Auch Tesla enttäuscht.
Aber in echt jetzt: Gibt es Anzeichen für so eine nahe Androiden-Ankunft? Nein, nicht die Bohne. Klar, Lager und Fließbänder laufen schon seit langem mit Robotern, aber in der Öffentlichkeit werden sie wohl noch lange nicht zu sehen sein, erst recht keine Androiden, von denen der Science-Fiction-Autor Philip K. Dick schon 1968 in seinem Roman "Do Androids Dream of Electric Sheep?" erzählte (der dann die Vorlage zu dem berühmten Film "Blade Runner" gab). Und auch schon davor wimmelte es nur so vor Robotern in Comics, Filmen und Büchern. Das Bedürfnis nach einer technischen Assistenz, die lästiger Arbeit nachgeht, sitzt tief.
Die Realität? Ein wackliger Tesla-Roboter, der es kaum schafft, einen Zylinder in ein Loch zu stecken. Diese Bilder sind auf einer aktuellen Präsentation des Unternehmens zu sehen. Dabei hatte Elon Musk ja kürzlich sogar verkündet, dass seine Firma gar kein Autobauer mehr sei, sondern ein KI- und Roboterhersteller? Und nun das. Wie hoffnungsvolle Zukunft sehen die staksigen, ultralangsamen Bemühungen des armen Humanoiden beileibe nicht aus, eher schon erinnern sie an die anderen Fails von Musk, die gleich nach dem Start explodierenden Raketen.
Überhaupt Hände: Sie sinnvoll in Bewegung zu setzen, ist von der Mechanik her der schwierigste Teil an einem Roboter. In der Schweiz versuchen Wissenschaftler es jetzt mit einem Trick. Statt eigenständig alle möglichen Bewegungen zu lernen, ahmt die KI-Hand menschliche nach. Mimic heißt das Start-up aus Zürich, dem es auf diese Weise gelingen will, Robotern - beziehungsweise Roboterarmen und -händen - komplexe Handwerksaufgaben zu übertragen oder auch nur einen Barista an der Kaffeemaschine zu unterstützen . Schwierig genug, aber offenbar aussichtsreich. 2,3 Millionen Euro haben die jungen WissenschaftlerInnen kürzlich von Investoren erhalten, um ihre Roboterhand auf den Markt zu bringen.
Mehr als Phantasie kann der Markt für humanoide Roboter derzeit nicht bieten. Das gilt erst recht für die Produktentwicklung der englischen Firma Wayve , die vor einigen Tagen mit einem warmen Geldregen ungekannten Ausmaßes beschert wurde. 1 Milliarde Dollar investierten unter anderem die japanische Softbank, Nvidia und Microsoft in die Aussicht , ein KI-System in Autos einbauen zu können, das diese zu Robotern macht. Wayve wirbt mit dem Claim, ein Gehirn für Fahrzeuge oder andere Technik, die Bewegung erfordert, zu entwickeln.
Hoffen wir, dass dieses dereinst flüssiger und agiler auf die Umwelt reagiert, als der steife und unbeholfene Android, den das Beijing Humanoid Robot Innovation Center vor einigen Wochen im chinesischen Staatsfernsehen präsentierte. Maximal 6 km/h schnell, sah Tiangong schon auf ebener Fläche ohne jedes Hindernis reichlich unsicher auf seinen metallenen Beinen aus, kaum geriet er aber an eine Treppe, kam er schon an der dritten Stufe ins Stolpern und konnte das Stürzen gerade noch verhindern.
Christian Gehl, iBusiness-Analyst
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