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Shopping: Die Lust auf Einkaufsbummel schwindet

06.11.2020 Das Einkaufsverhalten der Deutschen zeigte schon vor neuem Lockdown Dynamik: Stationäre Geschäfte werden nach wie vor frequentiert, die Lust am Stöbern nimmt mit steigenden Infektionszahlen jedoch ab. Von dieser Trendbewegung wird der Onlinehandel profitieren.

 (Bild: Photo by freestocks.org on Unsplash)
Bild: Photo by freestocks.org on Unsplash
Seit dieser Woche gilt bundesweit die neue, verschärfte Coronaschutzverordnung, der sogenannte Lockdown Light. Obwohl der Einzelhandel nicht von Schließungen betroffen ist, werden sich die strengeren Coronaregeln voraussichtlich ebenso auf das Konsumverhalten der Deutschen auswirken. Der aktuelle Corona Consumer Check des Instituts für Handelsforschung IFH Köln   analysiert das Einkaufsverhalten online und offline kurz vor dem nun eingetretenen Teil-Lockdown und zeigt: Trotz ansteigender Infektionszahlen gaben die Befragten in der Erhebung vom 20. Oktober an, stationäre Geschäfte generell weiter zu besuchen. Abe die Lust am Stöbern im stationären Einzelhandel ging bereits vor dem Lockdown wieder stärker zurück. Diese Dynamik wird sich zukünftig auf die Frequenzen im Onlinehandel positiv auswirken - was man in einer leichten Tendenz schon in der aktuellen Erhebung sehen kann.

(Grafik: IFH Köln)

Stationäre Geschäfte trotz ansteigender Infektionszahlen gut besucht

Bis zu der Verkündigung der neuen Coronamaßnahmen war trotz bereits steigender Infektionszahlen die Skepsis vor dem Besuch stationärer Geschäfte weitaus geringer als Anfang August. So gaben in KW 31 noch 27 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten an, seltener stationäre Geschäfte zu besuchen, in KW 43 lag dieser Wert nur noch bei sieben Prozent. Außerdem gab die Mehrheit der Befragten (71 Prozent) zwei Wochen vor dem neuen Lockdown an, mehrmals die Woche stationäre Geschäfte zu besuchen. Das sind trotz steigender Infektionszahlen rund 20 Prozent mehr als noch in KW 31.

(Grafik: IFH Köln)

Lust am Stöbern in Geschäften nimmt ab

Ein Blick auf die Gründe, warum stationäre Geschäfte besucht werden, lässt jedoch bereits Ende Oktober ein vorsichtigeres Einkaufsverhalten erkennen als noch in den Sommermonaten. Die Befragten geben nun mehrheitlich (80 Prozent) an, stationäre Läden für die Suche nach bestimmten Produkten aufzusuchen. Das Shoppen und Stöbern wird weniger betrieben (22 Proentt vs. 29 Prozent Ende August) und auch der Kauf aufgrund der Mehrwertsteuersenkung ist aktuell nur noch für neun Prozent der Konsumenten ein Anreiz.

Onlinekäufe leicht zunehmend

(Grafik: IFH Köln)
Bei den Verschiebungen von Offline- hin zu Onlinekäufen lassen sich im zeitlichen Vergleich interessante Dynamiken erkennen, die vor allem mit den strengeren Coronamaßnahmen, den zeitweiligen Lockerungen und der Entwicklung der Infektionszahlen zusammenhängen. So war der Zuwachs für den Onlinekanal von Käufen, die normalerweise stationär getätigt werden, kurz nach dem ersten Lockdown in KW 19 am höchsten. Nachdem die Daten zum Onlineshift in den entspannteren Sommermonaten sanken, lässt sich Ende Oktober wieder ein leichter Anstieg erkennen. Ein Trendverhalten, das laut Prognose des IFH Köln mit dem aktuellen Lockdown Light noch einmal zunehmen wird.
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