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Googles neue Kommentarfunktion: Angriff auf die News-Hoheit der Verlage
09.08.2007 Google experimentiert mit seinem Online-Dienst 'Google News': Ausgewählte Personen können ab sofort die Meldungen im Google-Nachrichtenticker kommentieren. Was vielen Online-Publishern nicht besonders gefallen dürfte.
Mit der Kommentarfunktion will Google nach eigenen Angaben erwähnten Personen und Organisationen die Chance einräumen, "zu einer Meldung Stellung zu beziehen". Interessenten können einen Kommentar per E-Mail an Google schicken. Angeben müssen die Nutzer dabei unter anderem ihren Namen sowie die Position in der Firma, für die sie arbeiten. Google überprüft die Angaben händisch, so dass auch nur wirklich betroffene Personen zu Wort kommen.
Auf Nachfrage von iBusiness bezeichnet Google die Kommentarfunktion in den US-amerikanischen Google-News als "Experiment". Ob diese Funktion auch einmal in Deutschland getestet wird, ist laut Google-Sprecher Stefan Keuchel derzeit nicht absehbar.
Das neue Google-Feature dürfte Verlegern ohnehin nicht besonders zusagen. Handelt es sich bei den Google News doch um eine Meta-Suchmaschine, die Nachrichten von den Websites der Online-Publisher wie Handelsblatt oder FAZ aggregiert. In Belgien hatte Google bereits Meldungen von belgischen Zeitungen ohne Vereinbarung übernommen und in seinem News-Dienst veröffentlicht. Im vergangenen Jahr hatte daher der Weltverband der Zeitungen World Association of Newspapers ein Pilotprojekt gestartet, um sich gegen Urheberrechtsverletzungen durch Google zu schützen (iBusiness berichtete).
Für deutsche Publisher sind die Google-News ein zweischneidiges Schwert. Zum einen passt es den meisten Verlegern eigentlich nicht so recht, dass Google seinen News-Dienst über ihre Inhalte betreibt. Andererseits können die Verleger kaum auf eine Zusammenarbeit mit Google verzichten, da sie dank den Google-News Traffic auf ihren Online-Angeboten generieren. Dass nun aber Unternehmen Meldungen bei Google kommentieren können - und dafür nicht die Websites der Original-Quelle besuchen müssen, dürfte nur den wenigsten Publishern gefallen.
In diesem Zusammenhang ist spanned, dass Google mit seinem "Experiment"
- zum ersten Mal selber Content im Newsbereich generiert (statt ihn nur zu aggregieren)
- anderen Suchmaschinen allerdings über die Robots.txt verbietet, diesen neuen Content zu indizieren
