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Welche Bastion das Internet noch erstürmen muss
04.02.2009 Das Internet ist überall. Stimmt nicht, hat jetzt die aktuelle Studie ZMG-Bevölkerungsstudie herausgefunden. Es gibt im Medienbereich einen Segment, in dem das Internet weit hinter den Printmedien zurückliegt. Dies bedeutet: Hier liegt noch enormes Wachstumspotenzial für Onlineangebote ungenutzt frei.
82 Prozent der Befragten halten die Zeitung zur Information über den eigenen Wohnort und die nähere Umgebung für unverzichtbar. Für 13 Prozent ist das Medium zumindest "sinnvoll". Unter dem Strich finden laut ZMG 95 Prozent der Bundesbürger Zeitungen für unverzichtbar oder zumindest sinnvoll. Im Vergleich dazu kommen Internet auf nur 69 Prozent, lokaler Hörfunk auf 67 Prozent und Anzeigenblätter auf nur 61 Prozent Zustimmung.
Die Dominanz der Tageszeitung zeigt sich auch in der Bedeutung für Regional und Lokalwerbung. Gerade einmal für vier Prozent der befragten Studienteilnehmer ist das Internet der wichtigste Informationskanal, wenn es um lokale Handelswerbung geht. Dagegen greift fast jeder Zweite (46 Prozent) zur Tageszeitung, wenn er sich über Angebote im regionalen Handel informieren möchte.
Die Studie zeigt, dass bei der Versorgung mit regionalem und lokalem Content das Internet noch aufholen muss. Statistiken zufolge hat ein Viertel aller weltweiten Suchanfragen im Internet einen lokalen Bezug. Von diesem Bedürfnis nach regionalen Informationen profitieren Anbieter von Adress- und Branchenverzeichnissen seit Jahrzehnten. Allein in Deutschland wird sich bis zum Jahr 2010 meiner Einschätzung nach hier ein Marktvolumen in Höhe von rund 400 Millionen Euro ergeben. Die Geschäftsmodelle sind vielfältig: Nachrichtenportale, Suchmaschinen, Social Networks, Online-Werbung und natürlich auch das mobile Internet mit den Location Based Services. Wie iBusiness berichtete, rechnen die deutschen Onlinevermarkter künftig mit einem signifikanten Anstieg von lokaler Werbung.
Nadja Elias , Unternehmenssprecherin des Onlinevermarkters United Internet Media sieht "lokale Onlinewerbung stark im Kommen", erklärte sie im Gespräch mit iBusiness. Laut Elias interessieren sich immer mehr Filialketten wie Elektro-Händler dafür, über Online-Werbung Sonderangebote zu bewerben, die nur in ausgewählten Filialen erhältlich sind. Dazu würden auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen in Online-Werbung investieren, die ein "regional stark begrenztes Einzugsgebiet" haben: beispielsweise Autohäuser, die online nur Werbung für Personen aus ihrer Region einblenden lassen möchten. Der Anteil regionaler Online-Werbung erreiche bei United Internet Media schon einen oberen einstelligen Prozentbereich, so Elias im Gespräch mit iBusiness. Den Anteil von regionaler Onlinewerbung im Markt sieht der Onlinevermarkter derzeit bei einem "noch niedrigen einstelligen Prozentbereich".
Bei Yahoo Deutschland haben in etwa ein viertel der Suchanfragen regionalen Hintergrund verrät Unternehmenssprecherin Judith Sterl . "Aus diesem Grund sehen wir - gerade im Performance-Umfeld - noch großes Potenzial im Bereich lokale und regionale Onlinewerbung.". Fast 40 Prozent lokal und regional gesteuerte Kampagnen hat der Onlinevermarkter Allesklar Media im Vergangenen Jahr verzeichnet, verrät CMO Volker Brenner
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Neben der Onlinewerbung verspricht das Mobile-Internet weitreichende Chancen für entsprechende Geschäftsmodelle. Große Bedeutung kommt nach Ansicht von Online-Experten vor allem der mobilen Suche und dem Mobile-SEM zu. Philipp von Stülpnagel , Geschäftsführer der Onlineagentur Sumo geht davon aus, dass die Nutzer mit dem Handy keine Produktrecherchen durchführen. Im Gegenteil, sie werden hauptsächlich nach standortgebundenen Dienstleistungen, nach "Local Business suchen", prognostiziert er. Dies sieht Auch Harald R. Fortmann , Geschäftsführer des Onlinevermarkters Plattform-A ist sich sicher, dass mobile Suche vermehrt auf lokale und Ad-hoc-Informationsbedürfnisse fokussieren werden müsse und daher extrem wichtig für lokale Anbieter, die beispielsweise via Google Maps werben sollten, sei.
Potenzial nach oben ist auch bei Onlineanwendungen im lokalen Bereich zu verzeichnen. So baut beispielsweise die Regionalplattform Meinestadt.de seine Services nach und nach aus. Aktuell hat das Betreiberunternehmen von Meinestadt.de, die Allesklar.com AG , an der Singlebörse DatingCafé beteiligt. "Der Alltag der Deutschen spielt sich zu 80 Prozent im Umkreis von nur 20 Kilometern ab - und auch die meisten Singles wünschen sich eine neue Liebe ganz in ihrer Nähe", begründet Joachim Stegger - Bruder des Vorstandsvorsitzenden und Leiter Business Developement das Engagement. Ein weiteres Beispiel ist das Regional-Netzwerk Lokalisten , dass gezielt seine Nutzer über den regionalen und heimatlichen Klebstoff zusammenführt.
