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Lokales Internet: Die Mauern werden fallen
04.02.2009 Bislang kann die Tageszeitung für sich in Anspruch nehmen, unumstrittener Herrscher in der lokalen und regionalen Medienversorgung zu sein. Doch auf lange Sicht wird auch diese Bastion fallen. Denn die Zeitungsleser sterben aus, es rücken die Internetnutzer nach - wie also auch im nationalen und internationalen Web-Business.
Aber wann wird es soweit sein? Grundsätzlich wird es auch in zehn oder zwanzig Jahren noch gedruckte Zeitungen geben, aber ihr Marktanteil wird sich signifikant verringern. Die meisten Medienhäuser investieren doch schon heute mehr in Onlineangebote, als in neue Printtitel. Was die Zeitung zur Zeit noch dem Web überlegen macht, ist die regionale Verbundenheit mit der Leserschaft und ihre Mobilität.
Beide Vorteile werden in den nächsten Jahren erheblichen Druck aus dem Onlinebusiness aushalten müssen und dann ihren Vorteil schlussendlich einbüßen. Allein in Sachen mobile Internetanwendungen kommen gleichsam im Quartalsrhythmus neue Dienste heraus. Egal ob Newsplattformen, Social Networks, Games, Shopping-Lösungen und vieles mehr. Da ist die lokale Relevanz doch eine wesentlich sichere Burg. Denn um hier wirtschaftlich effiziente Strukturen - redaktionell und werblich - zu etablieren, müssen die Onlineunternehmen noch lange strampeln.
Nehmen wir nur den Bereich Haushalts- und Beilagenwerbung in der Tageszeitung. Wer ärgert sich nicht über den überquellenden Briefkasten oder den zugemüllten Hausflur, weil mindestens zweimal die Woche ein Prospektverteiler ins Haus schneit und seine Pizza-Fix-Flyer, die Stadtteilzeitung oder den aktuellen Supermarkt-Prospekt fallen lässt. Oder die Tageszeitung - deren Leser meist mehr damit beschäftigt sind die beigelegten Prospekte nicht auf der Straße zu verteilen, als die Artikel zu lesen. Und warum dies alles? Weil es sich für die Unternehmen immer noch lohnt. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist dermaßen groß, dass es sich die lokalen Unternehmen nicht leisten können, auf Print zu verzichten.
