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Mantra und Zweckpessimismus
30.09.2008 Während Agenturen und Verbandsvertreter allgemein eine Delle bei Onlinewerbeausgaben befürchten, betont die derzeit direkt betroffene Finanzbranche die eigene weitere Ausgabebereitschft. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Finanzbranche online auch weiterhin aktiv sein wird, oder kurzfristig die Etats herunterfährt.
Auf der Vorstandsebene von Banken, Versicherern und anderen Unternehmen, die Finanzdienstleistungen anbieten, könnten solche Zahlen schnell zu der Versuchung führen, die Etats für Onlinewerbung oder SEM sowie die Relaunches von Homepages zurückzustellen. Natürlich werden die Finanzhäuser nicht mutwillig ihre Investitionen in diesen Bereichen zurückziehen. Andererseits häufen sich Alarmmeldungen von den Kapitalmeldungen nahezu täglich: Fondsgesellschaften haben Problem mit ihren Produkten, immer mehr Institute werden direkt oder indirekt staatlich geschützt.
Deshalb sollte das Mantra der Banker mit bedacht gehört werden. Keiner ist betroffen. Keiner hat Probleme. Was aber, wenn doch noch Probleme auftauchen? Dann haben die Agenturen Grund zu starker Sorge. Übrigens: Auch Dienstleister, die keine Versicherer oder Fondsgesellschaft zum Kunden haben, könnten schmerzvolle Erfahrungen machen. Denn Werbungtreibende jeder Branche sind Bankkunden. Der Zweckpessimismus der Agenturen - der gerne hinter vorgehaltener Hand geäußert wird - hat schon seinen Grund.
