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Landesmedienanstalten: "Start von Handy-TV in Deutschland gefährdet"
22.11.2007 Mitte Oktober hatte die neue Firma 'Mobile 3.0' von Pixelpark-Gründer Paulus Neef von den Landesmedienanstalten den Auftrag erhalten, einen Vorschlag für die Nutzung von Handy-TV auf Basis von DVB-H einzureichen. Doch bis heute liegt der Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten kein entsprechendes Dokument von 'Mobile 3.0' vor. Weswegen bundesweites Handy-TV via DVB-H bereits vor der Markteinführung zu scheitern droht.
Die Landesmedienanstalten setzen Mobile 3.0 daher eine Nachfrist bis zum Jahresende, um die noch ausstehenden Unterlagen vorzulegen. "Sollte dies nicht gelingen, würde die Grundlage für ein erfolgreiches Pilotprojekt mit dem in Aussicht genommenen Bewerber entfallen", bedauert Thomas Koch , Gremienvorsitzender der Landesmedienanstalten. "Damit wäre auch der Start des DVB-H-Projekts zur Fußball-Europameisterschaft 2008 gefährdet."
Sollte Neef bis zum Jahresende keinen Vorschlag vorlegen können, wäre das Projekt mit Mobile 3.0 "gescheitert". Das erklärt ALM-Sprecherin Uta Spies auf Nachfrage von iBusiness. Demnach gebe es auch keinen "Plan B" für den Fall, dass Neef auch bis zum 31. Dezember keinen entsprechenden Vorschlag einreichen kann. Vielmehr müsste dann die Ausschreibung für bundesweites Handy-TV auf Basis von DVB-H wiederholt werden. Neef selbst war bis Redaktionsschluss für keine Stellungnahme gegenüber iBusiness erreichbar.
Mitte Oktober hatte die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten entschieden, dass 'Mobile 3.0' die Plattform für Handy-TV über den Standard DVB-H betreiben darf. Den Zuschlag als Sendenetzbetreiber hatte T-Systems von der Bundesnetzagentur erhalten.
'Mobile 3.0' ist ein Joint Venture von Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) und Neva Media , dem neuen Unternehmen von Pixelpark -Gründer Paulus Neef . An Neva Media sind Holtzbrinck und Hubert Burda Media zu jeweils 33 Prozent beteiligt. Neef wurde aufgefordert, bis zum 9. November 2007 einen Vorschlag für die Belegung der nutzbaren Kapazitäten für Fernsehen (darunter ein regionales Angebot) sowie für Hörfunk (insgesamt 4 Programme) vorzulegen.
Vergangene Woche hatte erst der ECO-Verband die Entscheidung der Landesmedienanstalten für 'Mobile 3.0' kritisiert. "Ohne Mobilfunkbetreiber wird sich das neue Format nicht durchsetzen können", attackierte der Verband die Landesmedienanstalten. Hintergrund: Bei der Vergabeentscheidung ging die Allianz der drei großen Mobilfunk-Provider T-Mobile , Vodafone und o2 leer aus.
Ursprünglich sollte bereits zur Fußball-WM 2006 Handy-TV in Deutschland bundesweit starten. Doch nach wie vor befindet sich der Markt im Dornröschenschlaf: nicht zuletzt wegen jahrelanger politischer Machtspiele rund um das mobile Fernsehen. Lediglich Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) bietet bereits - von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt - Handy-TV an. Allerdings verwendet MFD den Standard DMB, der laut Experten aber bereits als veraltet gilt. Da der MFD-Partner Debitel das Handy-TV-Angebot kaum vermarktet, kommt MFD auf lediglich rund 15.000 Kunden.
Warum der Markt für Handy-TV nach wie vor nicht in Schwung kommt, lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden exklusiv in Ausgabe 16/17 der iBusiness Executive Summary ("Massenmarkt in der Warteschleife").
