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Die Zukunft der Microservices heisst Service-Mesh

28.03.2019 Anwendungen werden vermehrt über eine containerisierte Microservices-Architektur bereitgestellt. Dies bietet bei der Verwaltung der Anwendungen viele Vorteile, stellt die IT aber auch vor das Problem ihre zersplitterten Anwendungen mit Diensten versorgen zu müssen. Um diese Probleme zu beseitigen, kommt eine neue Technologie ins Spiel: Das Service-Mesh.

Lokales und globales Traffic-Management: Mit zahlreichen Netzwerk-Proxies auf jedem Node im Container-Cluster dient jeder Proxy als Gateway zwischen Servern und Containern. (Bild: AVI)
Bild: AVI
Lokales und globales Traffic-Management: Mit zahlreichen Netzwerk-Proxies auf jedem Node im Container-Cluster dient jeder Proxy als Gateway zwischen Servern und Containern.
Cloud-basierte Anwendungen sind heutzutage keine monolithischen Gebilde mehr, sondern bestehen aus Microservices und Containern. Die in viele kleine Teile, sogenannte Microservices, zerlegten Anwendungen sind jeweils in einer eigenen schlanken und sehr portablen virtuellen Umgebung untergebracht, dem Container. Dies bietet technologisch einen großen Mehrwert, der sich vor allem daraus ergibt, dass so Entwicklungs- und Testprozesse beschleunigt werden können. Werden die Anwendungen jedoch aus der sicheren Dev&Test-Sandbox in die reale Produktion verschoben, gibt es oft Probleme bei der Verwaltung, Sicherheit und Skalierbarkeit. Um diese Probleme zu beseitigen, kommt eine neue Technologie ins Spiel: Das Service-Mesh. Dies ist der Stand der Dinge seiner Entwicklung.

Derzeitig nur für Kubernetes   verfügbar, dem ursprünglich von Google entwickelte Open-Source-System zur Automatisierung der Verwaltung von Container-Anwendungen, wird das Service Mesh zukünftig auch eine cluster- und sogar cloud-übergreifende Kommunikation zwischen cloudbasierten Anwendungen und ihren Diensten erlauben.

Ein Service-Mesh ist tatsächlich nicht ein Produkt oder eine Lösung, die einfach eingekauft und dem System hinzugefügt werden kann, um den Einsatz cloud-nativer Komponenten in der Produktion einzuleiten. Ein Service-Mesh ist eher eine Art Rahmen, der auf verschiedenste Art und Weise zur Verfügung gestellt werden kann, und innerhalb dessen Cloud-native Komponenten, mit ihren benötigten Diensten verbunden werden. So kann ein Service-Mesh eines der größeren Probleme cloudbasierter Technologien lösen: die Skalierbarkeit. Eine übliche Anwendung kann eine Handvoll virtueller Maschinen umfassen, eine native Cloud-Applikation ist hingegen eine Sammlung von Hunderten oder sogar Tausenden von Mikroservices, die in einem zugehörigen Container in einer hybriden Cloud-Infrastruktur laufen.

Container können extrem schnell gepatched, ein- und ausgeschaltet, verschoben und aktualisiert werden. Das ist ein großer Vorteil, da die Verfügbarkeit der gesamten Anwendung nicht beeinträchtigt wird. Jedoch muss jeder Container seine begleitenden Bestandteile sowie gemeinsame Management-, Sicherheits-, Load Balancing- und andere Anwendungsdienste ausfindig machen und mit ihnen kommunizieren. Im Hinblick auf die potenziell hohe Änderungsrate und die sehr große Anzahl der beteiligten Container, ist dies eine große Herausforderung.

Die Notwendigkeit dieser vielfältigen Kommunikation, kann die Verwaltung von cloudbasierten Anwendungen zu einem Albtraum werden lassen. Dies wird man feststellen, wenn man versucht sie auf traditionelle Art zu skalieren. Hier hilft das Service-Mesh. Das Service-Mesh ist eine eigene Infrastrukturebene für Anwendungsdienste. Es verbindet effektiv die einzelnen Teile cloudbasierter Anwendungen, indem es ein zentral verwaltetes Service-Ökosystem zur Verfügung stellt. Dieses Ökosystem steht beispielsweise Containern zur Verfügung, damit diese alle benötigten Dienste erhalten und ihre Aufgaben erledigen können.

Bis zur umfassenden Marktreife des Service-Meshs gibt es jedoch noch viel zu tun. Sowohl auf der Seite der namenhaften Cloud-Anbieter als auch von Technologieanbietern im Bereich der Bereitstellung von Anwendungsdiensten, insbesondere Application-Delivery, Security- und Traffic-Management. Es wurden bereits eine Reihe proprietärer Produkte vorgestellt, das wohl aussichtsreichste ist die Open-Source-Initiative Istio  . Istio ist aufgrund der umfassenden Unterstützung von so gut wie allen relevanten IT-Unternehmen heute nahezu gleichbedeutend mit Service-Mesh, ebenso wie Kubernetes für Container-Orchestrierung steht. Es ist kein Zufall, dass die ersten Releases von Istio sehr stark an Kubernetes und die native Anwendungsarchitektur der Cloud gebunden waren und innerhalb eines Kubernetes-Clusters ein Istio-Service-Mesh heute bereits sinnvoll eingesetzt werden kann.

Durch die Erweiterung von Istio mit anderen bewährten Technologien, wird in Zukunft auch eine cluster- und sogar cloud-übergreifende Kommunikation zwischen cloudbasierten Anwendungen und ihren Diensten problemlos möglich sein. Der Mehrwert der Technologie wird über Kubernetes und darüber hinaus sehr wahrscheinlich stetig wachsen. Dies ermöglicht die Anwendung des Service Mesh auf allen gegenwärtigen Anwendungen im Rechenzentrum. Granulare Anwendungsdienste, die nahe der Anwendung zur Verfügung stehen, können so auch ohne Weiteres traditionellen Anwendungen auf virtuellen Maschinen oder Bare-Metal-Infratrukturen zur Verfügung gestellt werden.

Unternehmen werden über kurz oder lang ein Service Mesh benötigen

Die sehr hohe Granularität von Anwendungskomponenten aufgrund der containerisierten Microservices-Architektur hat zur Folge, dass in absehbarer Zeit die Verfügbarkeit von anwendungsnahen Diensten über ein Service Mesh unbedingt notwendig sein wird. Zukünftig wird ein Service Mesh sehr wahrscheinlich über alle Anwendungsarten und über Kubernetes-Cluster hinaus verfügbar sein. Derzeit sieht es danach aus, als wäre Istio das Service Mesh der Zukunft. Abgesehen vom Format muss ein Service Mesh jedoch Vorteile für die gegenwärtigen und neue Anwendungen bringen. Unternehmen, die cloudbasierte Technologien nutzen wollen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Service Mesh nutzen.

Ranga Rajagopalan, Avi Networks (Bild: AVI)
Bild: AVI
Ranga Rajagopalan, Avi Networks

iBusiness-Autor Ranga Rajagopalan ist Mitbegründer und CTO von Avi Networks  , einem Multi-Cloud Application Service.

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