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Mehr Daten, mehr Macht ... mehr Regeln
05.04.2018 Zunehmende Vernetzung, IoT-Geräte und immer dichtere Daten-Agglomerationen lassen viel Platz für (Werber-)Träume und (Gesellschafts-)Alpträume. So wenig die Vernetzung bislang ein Ende gefunden hat, so wenig hat sich ein Gleichgewicht zwischen dem Ge- und Mißbrauch von Daten gefunden. Einfacher wird es wohl auch nicht mehr werden.
Übersetzt auf die IoT-Welt heißt das: Zunächst werden Nutzer jede Form von aufdringlicher Werbung ablehnen, die durch ein solches Gerät generiert wird. Akzeptiert wird allerdings, was einen praktischen Mehrwert bringt. Und das, was das Gerät tun soll. Wäre der (fiktive) selbstbestellende IoT-Kühlschrank beispielsweise auf Bio-Produkte eines bestimmten Lieferanten eingestellt - vielleicht würde sich der der Kunde darüber freuen, wenn er von einer (neutralen) Verbraucher- oder Umweltschutzvereinigung eine Öko- und Nachhaltigkeitsoptimierung der Produkte erhalten würde. Eine Single-Haushalt würde sich vielleicht darüber freuen, wenn er automatisch einen Hinweis auf einen anderen Anbieter mit kleineren Packungsgrößen bekäme.
Diese Art von "Werbung" würde vielleicht funktionieren, weil sie als nützlich empfunden würde.
Vermutlich wird der Marketer aber dazu verleitet werden, weiter zu gehen. Er wird aus der Schokoriegel-Marke, der Menge der verrauchten Milch und angesehenen Filme und Anzahl der Smartspeaker-Nutzer auf Haushaltsgröße, Anzahl der Kinder und Netto-Einkommen schließen - und diese Informationen nutzen, um die passende - ja, auch - (Wahl-)Werbung auf dem smarten TV-Set anzuzeigen.
Spätestens dann wird IoT-Werbung als übergriffig, als einen Eingriff in seine Privatsphäre empfunden. Völlig zu recht, im übrigen. Dieses Spannungsfeld lässt sich nur schwer auflösen. Ohne einen gesellschaftlichen Konsens - sprich: regulativer Eingriff - wird es kaum gehen.
