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Die Lehre aus der DSGVO
23.08.2018 Wenn Kunden geschickt dazu gebracht werden, seitenlange, unverständliche Erklärungen ungelesen abzunicken, hat das mit wirksamen Datenschutz nichts zu tun. Datensparsamkeit, praktikable Wahlmöglichkeiten und tatsächliche Transparenz dagegen schon. Genau deswegen sollte die EU an der richtigen Stelle durchaus Härte beweisen - aber auch die Argumente der Wirtschafverbände berücksichtigen.
Der größte Schaden wäre, wenn die ePrivacy Richtlinie einen ähnlichen Verlauf nehmen würde und zu einer reinen formalen Klickorgie verkommen würde, mit der Zustimmungen gesammelt werden. Gerade Branchenvertreter wirken naturgemäß in diese Richtung. Motto: Wenn wir die Richtlinie schon nicht verhindern können, dann wenigstens entschärfen. So entsteht ein verwässerter Minimalkompromiss. Ein zahnloser Papiertiger. Und viel Arbeit für nichts.
Da schiene mir eine gewisse Härte deutlich sinnvoller. Denn Transparenz tut ja tatsächlich Not im Datengeschäft. Für viele Geschäftsmodelle, die angeblich in Gefahr geraten, lässt sich eine Lösung finden (übrigens oft eine bessere, als Daten zu handeln!). Und um die, die diesen Härtetest nicht aushalten, wäre es nicht besonders schade.
Ein Konstruktionsfehler sollte aber vermieden werden: Datensparsamkeit sollte gesetzgeberisch belohnt werden. Denn nur dann müssen sich auch die bekannten Login-Dienste und Datenkraken bewegen. Und nur dann würde Datenschutz auch zu einem realen Wettbewerbsvorteil werden. Und der motiviert erfahrungsgemäß am besten.
