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Sicherheitslöcher bei USB-Sticks und Connected Cars: Digitalisierung der Gesellschaft macht es Hackern leicht
31.07.2014 "Unkontrollierte Sicherheitsrisiken durch USB-Sticks" hat die eine Sicherheitsstudie ermittelt. Von "vernetzten Autos als Gefahr für den Fahrer und Mitfahrer" spricht die andere. Beide Studien zusammen zeigen, dass die Digitalisierung der Gesellschaft mehr Regeln benötigt, als man auf Zukunftskonferenzen wahr haben will.
Angriffe aus dem USB-Port
USB-Sticks sind ein unkontrollierbares Einfallstor für Hackerangriffe und Schadsoftware. Die Experten um den Berliner IT-Spezialisten Karsten Nohl nutzten im Versuchsaufbau eine Schwachstelle im USB-System aus. Sie manipulierten nicht den eigentlichen Speicherchip des USB-Sticks sondern den eingebauten Prozessor (Microcontroller). Dadurch lässt sich dieser Angriff weder durch Antivirenprogramme noch durch andere Software verhindern.Sobald ein ahnungsloser Nutzer den USB-Stick (oder ein anderes USB-Peripheriegerät) in seinen Rechner steckt, können die IT-Spezialisten mit Hilfe einer virtuellen Tastatur Befehle ausführen. Damit können sie fast alle Daten des fremden Rechners auslesen, auch Passwörter und EMail-Inhalte, oder andere Geräte wie die Webcam fernsteuern. Das Betriebssystem des fremden Rechners nimmt den Angriff nicht als Softwareattacke wahr, sondern glaubt, nur Tastenbefehle einer neuen Tastatur zu verarbeiten. Im ARD-Magazin Monitor spricht der Kryptologe und IT-Sicherheitsexperte Prof. Christof Paar von der Ruhr Universität Bochum von einer "neuen Dimension", da erstmals nicht der Speicherchip, sondern der eingebaute USB-Prozessor angegriffen wurde. Eine Gefahr, gegen die man sich nicht schützen kann. Denn um die Manipulation zu bemerken, müsste man jeden einzelnen Stick im Labor aufwendig untersuchen. Er fordert Nachbesserungen beim USB-Standard.
Angriffe aus den Connected Cars
Autonomes Fahren und der Datenaustausch von Verkehrsinformationen bei Connected Cars werden schon in wenigen Jahren Realität sein (iBusiness berichtete). Dazu benötigt man sowohl leistungsfähige Computer im Fahrzeug selbst, als auch den Datenaustausch mit Servern von Automobilherstellern und Service-Anbietern in Echtzeit. Schon heute ist die Technik so weit fortgeschritten, dass es für Cyberkriminelle lohnenswert ist, vernetzte Fahrzeuge anzugreifen, warnt das Sicherheitsunternehmen Lookout .Jüngste Hacks des Tesla Model S , einer Limousine mit elektrischem Antrieb von Tesla Motors , zeigten, "dass neben Computern, Smartphones und Tablets auch Fahrzeuge zum Angriffsziel von Cyberkriminellen werden können." Besonders attraktiv sind die in den Autos gespeicherten sowie die übertragenen Daten. Dazu gehören neben genauen Bewegungsprofilen ebenso Daten über Verbrauch, Insassen, Telefonbücher sowie Anruflisten. Nicht selten sind auch Kontodaten im Fahrzeugspeicher hinterlegt, mit denen beispielsweise Parkgebühren ohne Eingriff durch den Fahrer bezahlt werden können. Wie schon bei Bankautomaten, lassen sich Informationen zum Geldkonto über die richtige Hardware "on the go" auslesen.
Mit Googles Android Auto und Apple CarPlay finden erstmals ausgereifte Betriebssysteme Einzug in Fahrzeuge. Beide Unternehmen müssten daher verstärkt auf die IT-Sicherheit achten, da bei einem Einbruch in das Steuersystem Menschenleben auf dem Spiel stehen. Ein weiteres Sicherheitsrisiko stellt das Smartphone oder Tablet dar, mit dem sich das Auto verbindet und Daten austauscht. Über manipulierte Apps, die auf die entsprechenden Schnittstellen zugreifen, können Cyberkriminelle an brisante Informationen gelangen. Hier hat die Vergangenheit ebenfalls gezeigt, dass Malware über offizielle Kanäle wie den GooglePlay Store oder Appstore ihren Weg auf mobile Geräte findet und erst mit einer gewissen Verzögerung von Google und Apple wieder gebannt wird.
Das Sicherheitsbewusstsein der Nutzer muss in Zukunft bei allen digitalen Systemen mindestens genauso stark ausgeprägt sein, wie beim heimischen PC. Weil präventive Lösungen - wie sich an dem USB-Hack zeigt - alleine wohl nie ausreichen werden, ist Datendiät wohl die einzige Alternative: Der zurückhaltende Umgang mit sensiblen Informationen. Es genügt nicht allein, die Wohnungstür abzuschließen: Man sollte seine Geldbörse auch nicht auf der Bierbank im Innenhof des Mietshauses liegen lassen.
