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Arbeitsmarkt und Digitalisierung: Es entstehen mehr Jobs als vernichtet werden
05.04.2018 Der digitale Wandel schafft mehr Arbeitsplätze, als er zerstört, stellt dabei jedoch Arbeitskräfte und Betriebe vor große Herausforderungen. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt das Projekt 'Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit' des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) .
Zur selben Einschätzung gelangte iBusiness bereits in mehreren Analysen (zum Beispiel: Arbeit 2041 - Warum Roboter keine Arbeitslosenheere schaffen).
- Den Resultaten der ZEW zufolge nutzt rund die Hälfte der deutschen Betriebe bereits Industrie 4.0-Technologien. Klassische industrielle Produktion wird dort also bereits mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) verzahnt.
- Der Anteil dieser Technologien an allen Arbeitsmitteln der Betriebe beträgt zwar lediglich fünf Prozent der Produktions- sowie acht Prozent der Büro- und Kommunikationsmittel. Der Trend der vergangenen Jahre weist jedoch klar darauf hin, dass digitale Technologien in der betrieblichen Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnen.
- Diese jüngsten Technologieinvestitionen haben die Beschäftigung zwischen den Jahren 2011 und 2016 um etwa ein Prozent erhöht, was einem Anstieg von rund 0,2 Prozent pro Jahr entspricht.
- Die Technologien wirken zwar arbeitssparend, sie schaffen aber bisher mehr neue Stellen, als sie ersetzen: Vor allem Berufe mit Routinetätigkeiten verlieren durch digitale Prozesse an Bedeutung, während analytische Berufe wie etwa Softwareentwicklung und Programmierung und interaktive Berufe wie zum Beispiel Human- und Zahnmedizin deutliche Zuwächse verzeichnen können.
- Im Vergleich zum Gesamtbeschäftigungszuwachs von 8,5 Prozent zwischen 2011 und 2014 fällt der Teil des Zuwachses, der auf neue Technologien zurückzuführen ist, zwar klein aus. Simulationen des Projekts für den Zeitraum zwischen 2016 und 2021 zeigen allerdings, dass die geplanten betrieblichen Technologieinvestitionen die Gesamtbeschäftigung um 1,8 Prozent erhöhen werden. Das entspricht einem jährlichen Beschäftigungszuwachs von etwas weniger als 0,4 Prozent pro Jahr.
- Es zeichnet sich eine wachsende technologische Kluft in der deutschen Betriebslandschaft ab: Betriebe, die in der Vergangenheit bereits stark in moderne digitale Technologien investiert haben, gehören auch weiterhin zu den Vorreitern, während Nachzügler zusehends ins Hintertreffen geraten.
- In erster Linie profitieren Hochlohn-Berufe und -Sektoren in Form höherer Beschäftigungs- und Lohnzugewinne von neuen Technologien, während durchschnittlich und niedrig entlohnte Berufe und Sektoren zurückfallen. Diese Entwicklung wird dem Projektbericht zufolge auch die nächsten fünf Jahre anhalten.
- Daher sollte die Mobilität der Arbeitskräfte zwischen Berufen und Sektoren gefördert werden. Mobilität reduziert Fachkräfteengpässe in wachsenden Segmenten und dämpft die sich verschlechternden Arbeitsmarktaussichten für Arbeitskräfte in schrumpfenden Berufen und Sektoren
