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Digital out of Home: Vom drohenden Tod eines Massenmediums
25.05.2022 Plakat, auch das elektronische, ist mit dem Abschied des linearen TVs das letzte Massenmedium. Doch auch ihm droht der Untergang. Selbstverschuldet, durch Technologie. Acht DooH-Trends.
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Und nun wendet sich das Blatt ohnehin wieder, sagt Goldberg: "In 2021 wuchs DOOH 22,2 Prozent gegenüber Vorjahr und im ersten Quartal dieses Jahres um 27,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2021." Noch schwebe natürlich "über uns allen das Damoklesschwert des Ukrainekriegs und der gesamtwirtschaftlichen Lage", sagt Goldberg, aber wie die Vergangenheit gezeigt habe, "hat DOOH bisher mit am wenigsten unter entsprechenden Schocks gelitten und ist sogar gestärkt aus solchen hervorgegangen."
Und auch Thomas Koch befindet, dass sich "DooH schnell erholt, die Zahlen steigen und der Grund dafür liegt auf der Hand", erklärt der DooH-Enthusiast und deutsche Medienguru: "Es ist das letzte große Reichweitenmedium, das noch die Massen anspricht." Allerdings genau diese Stärke des DooH ist massiv bedroht: Von Technologie und Agenturen, wie die iBusiness-Analyse zeigt.
1. Trend: Digitalisierung des OOH
Digitalität ist Wachstumstreiber des Out of Home und wird die Gattung langsam aber sicher übernehmen. In 2031 werden die digitalen Anteile im Gesamtgeschäft auf zwei Drittel wachsen, im Vergleich zum Zeitpunkt zehn Jahre zuvor etwa eine Umkehrung der Verteilung zwischen analog und digital: 2021 war nur ein gutes Viertel Out of Home digital.
2. Trend: Programmatisierung des DooH
Innerhalb der digitalen Ads im OOH wird Programmatic eine ähnliche Rolle spielen wie digital für das gesamte Genre: Es wird Wachstumstreiber und Herrscher des OOH werden. Der programmatische Anteil wird sich in den kommenden zehn Jahren etwa verdoppeln. Das Plakat der Zukunft rückt auf der Achse zwischen 1:N und 1:1 mehr in die Richtung des Eins-zu-Eins-Marketings.
Kurioserweise geht Online auch wegen der Ächtung von Tracking-Technologien und Cookies eher in Richtung 1:N, während das Plakat in die andere, die gezieltere Richtung strebt, befindet Jonas Kofahl-Kraatz: "Das Verschwinden des Cookies wird DOOH helfen, weil das Targeting hier immer präziser wird, während online breiter in der Zielrichtung wird - die beiden Gattungen nähern sich einander an."
3. Trend: Massenmedium in Lebensgefahr
Die Programmatisierung des digitalen out of Home hat für Thomas Koch eine bedrohliche Dimension: "Agenturen und Advertiser wollen Fernsehen in ein 1:1-Medium verwandeln, Stichwort Connected TV. Und jetzt", so prognostiziert Koch, "passiert das gleiche mit OOH. Kein Wunder, denn es ist simpel, das Medium wird zunehmend digital, da brauche ich nur noch die Zielgruppe anzugeben." Und so interessant das für einzelne Kampagnen sei, sieht Koch "einen klaren Widerspruch zum Medium an sich, das als Massenmedium konzipiert ist." Die Gefahr dabei ist der Verlust der großen Brandingmedien: Fernsehen wird bereits zum Performance-getriebenen 1:1-Kanal, Print verliert seine Bedeutung und damit sollte das verbleibende DooH als Massenmedium erhalten werden, so der Appell Kochs.Jonas Kofahl-Kraatz, Director Digital & Innovation bei WallDecaux , indes sieht den Trend ebenfalls, glaubt aber, "OOH wird ein Massenmedium bleiben . Beides hat seine Vor- und Nachteile. Man kann mit (digitalem) Plakat hohe Reichweite aufbauen und das Branding in den Vordergrund rücken, während Programmatic im Lower Tunnel die Chance bietet, auf Zielgruppenansprache zu setzen." Idealerweise wird es eine Mischung aus beidem geben, so Kofahl-Kraatz, "Brandformance."
