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Freitags-Lage 20/1: Chatbots, Fake und Klassenkampf

20.01.2017 Die "wunderbare Renaissance der Künstlichen Intelligenz", von der Microsoft-Boss Satya Nadella auf Burdas DLD   war in Gestalt der Chatbots das alles bewegende Thema in der Diskussion der Digitalbranche. Neben der Inauguration von Bot-Sprößling Donald Trump als 45. US-Präsident.

Ergebnis einer aktuellen Chatbot-Studie, die diese Woche durch die Medien schwamm: Jeder vierte Bundesbürger (25 Prozent) kann sich vorstellen, Chatbots zu nutzen. Dabei ist die Furcht verbreitet, wie unsere Landkarte der digitalen Ängste jüngst erkannt hat. Und selbst in der (Chatbot-positiven Bitkom-Studie kam heraus: Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten, die keine Chatbots nutzen wollen, möchten überhaupt nicht mit einem Computer kommunizieren.

Die von Robotern ausgelöste Fake-Flut in den Sozialen Netzen beflügelten in dieser Woche die digitale Diskussion. Im Hinblick auf den Bundestagswahlkampf in diesem Jahr fordern die Grünen deshalb ein Verbot von verdeckten Social Bots. Und das (abgeleitete) Thema Wie Fake News wirklich wirken - und was dagegen hilft stand ebenfalls diese Woche wieder ganz oben auf der Agenda.

Zusammen mit einer politischen Erkenntnis. Sowohl die wirtschaftliche als auch die technische Elite der Welt sieht die soziale Ungleichheit der Welt inzwischen leise kritisch. So zumindest kann man Töne deuten, die auf der (kommunistischer Umtriebe eher unverdächigen) DLD als auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (double-dito) zu vernehmen waren. Dass die acht reichsten Männer der Welt mehr besitzen als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung   war eine der meistzitierten Meldungen in den sozialen Netzen. Dass technischer Fortschritt beziehungsweise Wirtschaftswachstum alleine die Probleme der Welt nicht löst, sondern man die soziale Frage künftig lauter stellen (und angehen muss) - diese Erkenntnis beginnt wohl langsam in die Köpfe der Entscheider einzusickern.

Ich wünsche eine schöne Restwoche, Ihr
Joachim Graf
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