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Keine jubelnden Anlegerscharen
28.08.2008 Die Rechtsform der Aktiengesellschaft kann in unruhigen wirtschaftlichen Zeiten hinderlich für das Tagesgeschäft sein. Auch eine stabile Konjunktur sorgt nicht automatisch für jubelnde Anlegerscharen.
Für die Multimediabranche besteht ein schwieriger Spagat.
Einerseits ist die Branche nicht so groß, dass die Umsätze der Unternehmen annähernd in solche Regionen vorstoßen. Andererseits versuchen große Agenturen, Kapital auf dem Börsenparkett zu sammeln. Immer wieder sorgen Kursrutsche kleineren oder größeren Ausmaßes und weitere Schwierigkeiten dafür, dass der Cashflow nicht dem entspricht, was Kaufleute für notwendig halten. Wer mag da mit den Finanzvorständen und Aufsichtsräten der Multimedia-AGs tauschen?
Die Schere zwischen den kleinen und größeren Erfolgsgeschichten der IT- und Multimediaunternehmen und ihrem Gegenwert an der Börse ist eine Bedrohung für manches Unternehmen. Aufgrund der Publizitätspflichten müssen die Gesellschaften zudem sehr sorgsam darauf achten, Öffentlichkeit und Investoren genauestens und absolut in Echtzeit zu informieren. Sicherlich wäre mancher Vorstand lieber Geschäftsführer einer sehr großen GmbH geblieben, anstatt sich so sehr um die komplizierten Börsenvorschriften kümmern zu müssen.
Die Vorteile der AG als Rechtsform sind leider auch ihre Nachteile. Wenn die Party aus ist, kann eine Aktie ins Bodenlose fallen. Und dieser Fall wird registriert - wenn auch in kleinen Aktionärsforen und auf Anlegerseiten. Andere Rechtsformen lassen zwar prinzipiell kein schnelles Einsammeln von Kleinanlegergeld zu, sie bieten aber den Vorteil in schwierigen Zeiten in Ruhe und intern nach Lösungen zu suchen. Die AGs dagegen müssen ihre Hosen sehr viel früher herunterlassen - und eben manchmal auch mit Panikverkäufen rechnen. Zuerst trifft es meist die Firmen, bei denen die Streuung der Anteile sehr groß ist.
