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Talfahrt von I-D Media und Pixelpark
28.08.2008 Zwei Multimedia-Größen befinden sich auf einer dramatischen Talfahrt an der Börse. Während Pixelpark-Aktien zwei Drittel an Wert einbüßten, waren die Aktien der I-D Media vor einem Jahr noch sechs Mal mehr wert als heute. Können sich die Unternehmen wieder erholen? Derzeit sinken die Kurse weiter in Richtung Nulllinie.
Was kostet derzeit weniger als 39 Cent und sorgt an ruhigen Tagen an der Frankfurter Börse für Umsätze von genau 10 Euro? Die I-D Media AG , immerhin noch auf Platz 11 des aktuellen New Media Service Rankings (NMSR). Ob auf dem Börsenparkett oder im elektronischen Handel: Diejenigen Aktiengesellschaften der Multimediabranche, die gehandelt werden, sind Leichtgewichte selbst für Kleinanleger. Im Falle der I-D Media werde die für das Geschäftsjahr 2008 geplante Umsatzsteigerung nicht erreicht werden, teilte das Unternehmen Anfang August mit. Die im Jahresbericht 2007 vorhergesagten Umsatzerlöse
in Höhe von 13 Millionen Euro lösen sich in Luft auf. Voraussichtlich werde der Halbjahresumsatz 5 Millionen Euro betragen, und das Ergebnis (EBITDA) minus 1,5 Millionen Euro, so die letzte knappe Meldung. Für das Geschäftsjahr 2008 erwartet Finanzvorstand Franz Klose einen Umsatz von ca. 10 Millionen Euro und ein negatives Ergebnis. Die zu 100 Prozent in Streubesitz befindlichen Aktien machen Privatanlegern keine große Freude - und Analysten haben solche Werte kaum noch auf dem Radar. Wer nicht von der Finanzbranche regelmäßig gescannt wird, hat es schwerer an Kapital zu kommen.
Auch die Werte der Emprise AG , die 2004 noch einen Höchststand von 2,48 Euro je Anteil betrugen, liegen mit derzeit 0,36 Euro darnieder - wenn sie sich auch von einem katastrophalen Tief von 26 Cent hocharbeiten konnten. Die ebenfalls krisenerfahrene Pixelpark ist mit 29,3 Prozent an Emprise beteiligt.
Erst diese Woche sorgte die kurzfristig mitgeteilte Verschiebung des Pixelpark-Halbjahresberichts für Irritationen. Derzeit machen Gerüchte die Runde, dass das Bankhaus HSBC Trinkaus , via Darlehen Geldgeber bei Pixelpark, sich bei einem erneuten Kursverfall der Pixelpark-Aktien verstärkt in die Geschäfte des Hauses einmischen wird. Bestätigt hat sich dies bisher nicht - allerdings ist es denkbar, dass die Düsseldorfer Privatbank diskret mit potenziellen strategischen Investoren verhandelt, die an einer Beteiligung oder einer Herauslösung von Unternehmensteilen interessiert sein könnten. Auch eine Wertberichtigung einzelner Pixelpark-Unternehmensteile könnte hinter der um einen Monat nach hinten geschobenen Publizierung der Zahlen stehen.
Nicht alle der Multimedia-Branchengrößen, deren Aktien gehandelt werden, müssen so mit niedrigen Kursen oder Gerüchten kämpfen. Die im NMSR fünftplatzierte SinnerSchrader AG etwa, die Ende 2004 von einem Höchststand nahe 4 Euro auf 1,15 Euro fast senkrecht abstürzte, kann sich seit einem Jahr zwischen 1,45 Euro und etwa 1,80 Euro behaupten. Immerhin fast 60 Prozent der Unternehmensanteile sind im freien Handel.
Seit September 2007 verloren auch die Anteile von Syzygy an Wert, konnten sich in den letzten Monaten aber etwas erholen. Von den vor fünf Jahren 8 Euro Wert je Aktie, ist das Unternehmen mit aktuell 3,25 Euro allerdings auch weit entfernt.
Angesichts der Prognosen mittelfristig wachsender Umsätze im Bereich Multimedia wird es für die großen Branchenunternehmen immer wichtiger, an günstiges Eigen- oder Fremdkapital zu kommen. Da restriktivere Kreditrichtlinien und die Zurückhaltung bei Kleinanlegern dafür sorgen, dass das Einwerben der Mittel schwieriger wird, belastet dies die gesamte Branche. Auch wenn Venture Capitalists und Spezialfonds durchaus nach Anlagemöglichkeiten suchen, wird das frische Geld teurer. Lediglich internationale Supertanker wie WPP oder Publicis regen bei Finanzanalysten die Fantasie an - Voraussetzung für Kaufempfehlungen bei institutionellen und Kleinanlegern.
