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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
Visionen, Vernetzung und KI: So lassen sich Transformationslücken schließen
17.12.2025 Wie gut sind deutsche Unternehmen auf tiefgreifende Veränderungen vorbereitet? Eine Studie liefert erstmals einen systematischen Überblick zur Transformationsfähigkeit und zeigt, wo Unternehmen ansetzen sollten.
Grundlage der Studie ist der neu entwickelte Fraunhofer-Transformationsindex. Das Instrument bewertet mit 64 wissenschaftlich abgeleiteten Fragen systematisch die Transformationsfähigkeit von Unternehmen und macht Stärken wie Schwächen vergleichbar sichtbar.
Der Index betrachtet unter anderem Innovationsfähigkeit, Führung, Technologieeinsatz, Organisation und Governance. Viele Unternehmen treffen Entscheidungen bereits datenbasiert, analysieren Trends systematisch und haben Weiterbildung fest in ihren Strukturen verankert. Gleichzeitig fehlt knapp 40 Prozent der Befragten ein klares Transformationsziel, das strategisch verankert ist.
Besonders deutlich wird der Nachholbedarf beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Nur 30 Prozent der Unternehmen geben an, KI umfassend zu nutzen. Auch bei der externen Vernetzung zeigt sich Potenzial, da nur etwa die Hälfte der Unternehmen aktiv Partnerschaften pflegt.
Große Unterschiede nach Größe und Branche
Die Studie zeigt insbesondere Unterschiede zwischen Unternehmensgrößen und Branchen. Großunternehmen verfügen häufiger über strukturierte Innovationsprozesse und stärkere finanzielle Ressourcen, kämpfen jedoch mit komplexen IT-Landschaften. Kleinunternehmen punkten mit schlanken IT-Systemen, sind aber weniger vernetzt und verfügen über weniger unterstützende Vermögenswerte.Branchenspezifisch weist die Industrie eine stärkere Forschungsorientierung auf, während Dienstleistungsunternehmen stärker in Lernen und Weiterbildung investieren. Für Marketer ist das relevant, da sich Innovationszyklen, Datenverfügbarkeit und technologische Reife deutlich unterscheiden.
Aus den Ergebnissen leitet das Forschungsteam mehrere Handlungsempfehlungen ab. Unternehmen sollten eine klare, kulturell verankerte Vision entwickeln, Management-Diversität gezielt erhöhen und strukturierte Innovationsprozesse ausbauen. So haben etwa 25 Prozent der befragten Unternehmen keine Frauen in Führungspositionen, und nur 38 Prozent berichten von internationalen Management-Erfahrungen.
Konkrete Empfehlungen für mehr Transformationsfähigkeit
Zudem empfiehlt die Studie, KI-Tools strategisch und breiter einzusetzen, Trendradar-Routinen zu etablieren und IT-Systeme schlank zu halten. Insbesondere Kleinunternehmen sollten stärker auf Ökosysteme setzen und zentrale Ressourcen wie Marke, Vertrieb und Kundenservice gezielt stärken.Konkret empfehlen die Autoren:
- Passende Vision erarbeiten: Ein klares Zielbild, das eng mit der Organisationskultur verknüpft ist, hilft dabei, Maßnahmen zu priorisieren und Mitarbeitende einzubinden.
- Management-Diversität erhöhen: Vielfältige Führungsteams fördern Innovation: Von den befragten Unternehmen haben etwa 25 Prozent keine Frauen in Führungspositionen und nur 38 Prozent berichten von internationalen Erfahrungen.
- Strukturierte Innovationsprozesse ausweiten: Innovationsfähigkeit ist der stärkste Treiber der Transformation. Wer eine innovationsfreundliche Kultur pflegt, profitiert von strukturierten Prozessen; Großunternehmen sind hier oft besser aufgestellt als KMU.
- KI-Tools strategisch in der Breite einsetzen: Strategische KI-Nutzung unterstützt datenbasierte Entscheidungen. Nur 30 Prozent der Unternehmen nutzen KI umfassend, KMU profitieren von breiterer, strategischer Integration.
- Trendradar-Routine etablieren: Kleinunternehmen sollten gezielte Routinen zur Trendbeobachtung etablieren, um Marktveränderungen besser zu erkennen.
- IT-Systeme schlank halten: Großunternehmen wird empfohlen, ihre IT-Infrastruktur zu standardisieren, um eine schlanke und effiziente IT-Landschaft zu schaffen.
- Ökosysteme aufbauen und nutzen: Insbesondere Kleinunternehmen sollten sich stärker vernetzen, um die eigene Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit zu erhöhen.
- Wichtige Ressourcen gezielt stärken: Vertriebsnetz, Marke und Kundenservice verbessern die Fähigkeit, Veränderungen umzusetzen. Kleinunternehmen sollten gezielt in diese Bereiche investieren, um ihre Marktposition zu stärken.
