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Deutsche Markenartikelhersteller verkaufen nicht im Web

von nc

11.05.2001 (iBusiness) Während die meisten Unternehmen nach
Möglichkeiten der Vermarktung ihrer Produkte im Internet suchen, hält sich die deutsche Markenartikelindustrie hier merklich zurück. Dies ergab eine aktuelle Studie der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young in Zusammenarbeit mit dem Institut für Marketing-Management und -Forschung der European Business School.

Dr. Harald Münzberg, Vizepräsident und Leiter des Bereichs 'Konsumgüter und Handel' bei Cap Gemini Ernst & Young  : "Während die Unternehmen bei der Nutzung des Internets als Kommunikations- und Dialogmedium teilweise mutig experimentieren und dabei auch bereit sind, Fehler zu begehen, sind sie bei der Nutzung des Internets als ECommerce-Plattform wesentlich vorsichtiger".

Auf Platz eins und zwei der Motive für den Webauftritt liegen die zusätzliche Reichweite und die Präsenz im Netz.

Für ECommerce-Aktivitäten sehen die Manager überhaupt keinen Nutzen: Eine Umgehung des stationären Handels beziehungsweise eine mittel- oder langfristige Abkoppelung vom Handel wird von den Markenartikelunternehmen als keine ernstzunehmende Handlungsoption angesehen. Auch die Umsatzbedeutung von Online-Absatzwegen wird auch mittelfristig für die nächsten fünf Jahre als gering eingeschätzt. Mit nur erwarteten zehn Prozent Umsatz liegt das Internet als Absatzkanal nach Meinung der Markenartikler deutlich hinter den etablierten Vertriebswegen zurück.

Tendenziell messen die befragten Markenartikelmanager einem Marktplatz auf Beschaffungsebene höhere Bedeutung zu als einer Plattform für ECommerce-Aktivitäten. Allerdings sehen auch hier gut die Hälfte der Befragten nur geringen beziehungsweise überhaupt keinen Handlungsbedarf.

Auf internationalem Parkett gehen die Global Player einen anderen Weg: In den USA bündeln 49 internationale Markenartikler über die Plattform Transora.com   ihr Einkaufsvolumen und in Europa organisieren Nestlé und Danone den Marktplatz CPGmarket.com  . Nach Meinung der Marktforscher nutzen die Markenartikelhersteller nur "unzulänglich ihre Vorteile der breiten Kundenbasis".

Zur Zeit konzentrieren sich die deutschen Markenartikler darauf, ihr Sortiment auf Internetfähigkeit zu überprüfen und eine Auswahl existierender Produkte ins Netz zu stellen. Dabei geht es jedoch nicht um den Verkauf von Waren, sondern um Präsentation. Bei zwei Drittel der 70 befragten Unternehmen liegt der Schwerpunkt der mit der Netzpräsenz verbundenen Tätigkeiten auf der Bearbeitung von E-Mail-Anfragen, Betreiben von Informationsforen und dem Mailversand. Lediglich 26 Prozent hat das Internet für kanalspezifische After-Sales-Services entdeckt.

Auch die Web-Werbung steckt bei den deutschen Markenartiklern noch in den Kinderschuhen. Nur durchschnittlich zwei Prozent des Werbebudgets wird für Online-Medien aufgewandt. "Betrachtet man die Rolle, die die Markenartikelindustrie in der Wirtschaft spielt, kann man nach den Ergebnissen der Studie im Hinblick auf die Internetnutzung vom ‚schlafenden Riesen' sprechen", so Münzberg.

Die Studie steht online   zum Herunterladen bereit.

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