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Soziale Medien beeinträchtigen das Selbstwertgefühl der Generation Z

16.11.2021 Für die Generation Z sind soziale Netzwerke ein zentraler Bestandteil ihres täglichen Lebens und sie werden stark dadurch beeinflusst, wie eine Umfrage zeigt. 77 Prozent der Befragten wären bereit, persönliche Informationen mit Social-Media-Unternehmen zu teilen, um dafür in den sozialen Medien berühmt zu werden.

 (Bild: Marco Wolff auf Pixabay)
Bild: Marco Wolff auf Pixabay
Soziale Netzwerke haben einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden der Generation Z - und beeinträchtigen ihr Selbstwertgefühl. Dies belegt eine Untersuchung von ExpressVPN zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , für die im Oktober 2021 von Pollfish 1500 Deutsche im Alter von 16 bis 24 Jahren befragt wurden. Demnach geben alle Befragten an, mindestens ein Konto in sozialen Netzwerken zu haben. Die beliebtesten Plattformen in Deutschland sind Instagram (90 Prozent) und TikTok (80 Prozent). Twitter liegt bei der deutschen Generation Z auf dem letzten Platz und wird nur von 28 Prozent genutzt.

Die 16 bis 24-Jährigen nutzen die sozialen Medien in großem Umfang und teilweise auf exzessive Art und Weise. 58 Prozent verbringen pro Tag mindestens eine Stunde allein auf TikTok. Ein Teil davon (10 Prozent) gibt sogar zu, die App mehr als fünf Stunden täglich zu nutzen. Eine weitere beliebte App bei der Generation Z in Deutschland ist YouTube: Mehr als 40 Prozent geben an, dass sie mindestens eine Stunde pro Tag auf der Plattform verbringen.

Angst vor Social-Media-Sucht - und vor zu wenig Likes

63 Prozent geben an, dass sie sich über Social-Media-Sucht Sorgen machen. Darüber hinaus ist eine große Mehrheit der Meinung, dass die Nutzung der Plattformen sich negativ auf ihr Selbstwertgefühl (93 Prozent), ihr Selbstbild (93 Prozent) und ihr Glück (92 Prozent) auswirkt, aber auch Ängste (87 Prozent) und Einsamkeit (87 Prozent) verursacht. Insbesondere junge Frauen reagieren sensibel auf das Bild, das diese Plattformen von ihnen vermitteln.

Ihr Selbstwertgefühl sehen die Befragten dabei in erster Linie von der Anzahl der Likes (68 Prozent), Anzahl der Follower (65 Prozent), Anzahl der Direktnachrichten/Antworten (63 Prozent), Anzahl der Aufrufe (61 Prozent) und Anzahl der Kommentare (59 Prozent) beeinflusst. Knapp die Hälfte gibt sogar zu, dass sie Inhalte, die nicht genügend Likes oder Kommentare erhalten haben, schon Mal gelöscht hat.

In diesem Zusammenhang begrüßen die Befragten die Funktion "Likes ausblenden" auf Facebook und Instagram. 76 Prozent sind der Meinung, dass die Beiträge dadurch angenehmer und authentischer geworden sind und 65 Prozent haben das Gefühl, dass ihre Privatsphäre dadurch besser geschützt ist. Außerdem gibt mehr als die Hälfte (58 Prozent) zu, dass sich ihre Angst vor dem Posten verringert hat.

Online-Ruhm und Popularität wichtiger als Privatsphäre

Die Mitglieder der Generation Z sind sich im Allgemeinen der Risiken für ihre Privatsphäre bewusst, die ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken mit sich bringt. Viele von ihnen nutzen sie in einem ausgewählten Kreis (Freunde, Familie und enge Bekannte), und 82 Prozent haben mindestens einen Account auf privat gestellt. Die Gründe dafür sind vor allem, dass sie kontrollieren wollen, wer ihre Beiträge sieht (45 Prozent), und dass sie nicht von Fremden belästigt werden (45 Prozent).

Viele haben Zweit-Konten, die für öffentliche oder private Inhalte genutzt werden können. Laut den Ergebnissen von ExpressVPN hat mehr als ein Drittel der Gen Z in Deutschland ein "Finsta" oder gefälschtes Instagram-Konto. Fast 40 Prozent davon haben sogar drei oder mehr solche Konten. Der Hauptgrund für diese Fake-Accounts ist, dass sie ein gewisses Maß an Anonymität in der Social-Media-Sphäre bieten. Diese Profile werden allerdings nicht nur zum Selbstschutz verwendet: 16 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ein "Finsta"-Profil haben, um einen Ex im Auge zu behalten.

Auch wenn die Social-Media-Plattformen äußerst beliebt sind, hat die Generation Z kein volles Vertrauen in sie. Die Befragten haben Bedenken, dass die Plattformen ihre privaten Bilder für Gesichtserkennung (69 Prozent) verwenden und ihre Daten für Werbezwecke (68 Prozent) missbrauchen.

Obwohl sie sich der vielen Risiken bewusst sind, die soziale Medien mit sich bringen, sind 77 Prozent der Befragten bereit, im Austausch für Ruhm in den sozialen Medien mehr persönliche Informationen preiszugeben. Zusätzlich sind 47 Prozent der Befragten bereit, mehr von ihren persönlichen Daten preiszugeben, um frühzeitig Zugang zu neuen Funktionen zu erhalten.

Ein Viertel der Befragten gibt an, bereits Follower gekauft zu haben, und dies aus verschiedenen Gründen. Männliche Befragte tun dies eher, um verifiziert oder ein Influencer zu werden, während weibliche Befragte eher Follower kaufen, um populärer zu erscheinen, als sie tatsächlich sind.

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Key Findings von ExpressVPN. n= 1500 Befragte in Deutschland.
(chart: ExpressVPN)

Pollfish befragte auch je 1500 junge Franzosen und US-Amerikaner. Während das beliebteste soziale Netzwerk der Generation Z in Deutschland Instagram ist, hat in Frankreich Snapchat die Nase vorn und in den USA steht YouTube an der Spitze.

(AutorIn: Frauke Schobelt )

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