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Marketing, KI und SEO

GEO-Studie: So verändert Googles KI-Modus jetzt schon SEO und Sichtbarkeit

28.11.2025 Eine exklusive SEO-Untersuchung zeigt in Zahlen, inwiefern Googles KI-Modus die Sichtbarkeit verändert - und wie Agenturen damit gegenüber KundInnen umgehen können.

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Der Google KI-Modus, der auf dem Modell Gemini 2.5 basiert und seit Herbst 2025 aktiv ist, verändert die Suchlandschaft grundlegend. Während Systeme wie ChatGPT   die Suche bereits verschoben haben, indem sie Antworten statt Verweise liefern, reagiert Google nun mit einem eigenen KI-Tab, der deutlich anders gewichtet als die klassische organische Suche. Für Agenturleiterinnen und Agenturleiter bedeutet dies: Sichtbarkeit entsteht zunehmend durch die Logik Künstlicher Intelligenz - nicht mehr allein durch Suchmaschinenoptimierung. Aber ist das jetzt die zum 100sten Male verkündete Entmachtung der SEOs oder doch etwas komplexer?

Die folgenden Erkenntnisse basieren auf der empirischen Untersuchung "Der Google AI Mode" der Internetwarriors GmbH   , ausgewertet anhand von zweihundertvierzig branchenspezifischen Suchanfragen und mehr als dreitausendeinhundert untersuchten Verweisen im Google KI-Modus.

Die Untersuchung zeigt, dass der Google KI-Modus erheblich mehr Quellen referenziert als vergleichbare Systeme. Während viele generative KI-Werkzeuge nur wenige Verweise pro Antwort ausgeben, erzeugt der Google KI-Modus im Durchschnitt fast dreizehn Referenzverweise pro Suchanfrage. Diese kuratierte Tiefe macht deutlich, dass Google den KI-Modus nicht als experimentelle Ergänzung betrachtet, sondern als strategische Weiterentwicklung seiner Suche. Irgendwie erwartet man es ja auch von Google - Referenzen, Verlinkungen, Gewichtungen und Beziehungen von Web-Inhalten untereinander sind das, woraus die Firma ihren Erfolg gebaut hat.
Nur jeder fünfte Link im KI-Modus taucht  unter den ersten zehn Links auf der Google-SERP auf, die Überschneidungen der Links bei Googles KI-Modus und ChatGPT sind noch geringer. Das zeigt an, dass Googles und ChatGPTs KI offenbar verschiedene Quellen nutzen.
Nur jeder fünfte Link im KI-Modus taucht unter den ersten zehn Links auf der Google-SERP auf, die Überschneidungen der Links bei Googles KI-Modus und ChatGPT sind noch geringer. Das zeigt an, dass Googles und ChatGPTs KI offenbar verschiedene Quellen nutzen. (Grafik: Internetwarriors GmbH)

Der massive Paradigmenwechsel: KI juckt es nicht, was in den Top 10 ist!


Ein zentrales Ergebnis für Entscheiderinnen und Entscheider: Nur 22 Prozent aller vom KI-Modus verlinkten Seiten stammen aus den ersten zehn organischen Suchergebnissen von Google. Auch in den ersten zwanzig Platzierungen stammen lediglich 30 Prozent der KI-Verweise aus der klassischen Suche. Mehr als sechzig Prozent der verlinkten Seiten liegen nicht einmal unter den ersten fünfzig organischen Ergebnissen.

Diese Verschiebung bedeutet, dass die algorithmischen Zahnräder des Google KI-Modus vollkommen anders klicken und klacken als die Standard-Suchergebnisseite. Informationsorientierte Inhalte schneiden in diesem Uhrwerk deutlich besser ab als rein verkaufsorientierte Seiten, reiner Verkaufstext verliert im KI-Modus spürbar an Bedeutung; Inhalte, die Orientierung bieten, gewinnen deutlich an Relevanz.

Branchenspezifische Unterschiede werden zum Erfolgsfaktor


Besonders auffällig ist, wie unterschiedlich Branchen vom KI-Modus behandelt werden - doch behält man im Kopf, wie verliebt der KI-Modus in Infomationen ist, wird das Ganze schlagartig sinnfällig: Gesundheitsthemen, insbesondere Inhalte von Krankenkassen, erzielen hohe Überschneidungen mit der klassischen Suche, während ECommerce-Anbieter nur neunzehn Prozent Überschneidung erreichen.

Es sind also die Märkte mit hoher Informationsdichte (zum Beispiel Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen), die überdurchschnittlich profitieren, während dynamische Märkte wie Einzelhandel oder Industrie stärker diversifizierte Quellen benötigen, um Sichtbarkeit zu erzeugen. Offizielle Seiten von Behörden und NGO, News & Journalismus-Seiten und Informations-und Bildungsressourcen sind bei informativen Prompts oft erwähnt. Ein möglicher Schluss für Agenturen: Nach der Umsetzung von digitalen PR-Maßnahmen besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, bei informativen Prompts verlinkt zu werden.

Auf welche Website-Typen der Google KI-Modus besonders häufig verweist

Schön für die Marken ist, dass auch Unternehmenswebseiten eine zentrale Rolle spielen:
  • 44 Prozent aller verlinkten Seiten sind Markenwebseiten.
  • 11 Prozent sind ECommerce-Shops.
  • Darüber belegen journalistische Angebote und Vergleichsportale mit jeweils rund 10 Prozent einen bedeutsamen Platz.

Foren und Community-Seiten - die in vielen klassischen Suchmaschinenoptimierungsstrategien durch Nutzerbeiträge relevant waren - werden mit weniger als 3 Prozent kaum berücksichtigt. Für Agenturen bedeutet das eine klare Priorisierung: Vertrauenswürdige Quellen, redaktionell gepflegte Umfelder und klar strukturierte Unternehmensseiten werden von Künstlicher Intelligenz bevorzugt.
Über die Hälfte der Seiten, auf die der KI-Modus von Google verlinkt, sind Shops und Brand-Homepages. Man kann also mit OnpageSEO offenbar gut in die KI-Boxen bei der Suchmaschine gelangen.
Über die Hälfte der Seiten, auf die der KI-Modus von Google verlinkt, sind Shops und Brand-Homepages. Man kann also mit OnpageSEO offenbar gut in die KI-Boxen bei der Suchmaschine gelangen. (Grafik: Internetwarriors GmbH)

Welche Inhalte im KI-Modus besonders gut funktionieren

Blogartikel stellen mit 41 Prozent den größten Anteil der verlinkten Inhalte dar, sprich: Gibt Googles KI eine Quelle an, ist es meistens ein Blog. Auf Platz zwei folgen Listicles mit 12,4 Prozent. Kategorie- und Leistungsseitentypen, die in klassischen Optimierungsstrategien oft rein transaktional ausgerichtet waren, spielen weiterhin eine Rolle - allerdings vor allem dann, wenn sie informativen Mehrwert bieten.

Betrachtet man ausschließlich als Quellen angegebene Markenwebseiten (die Frage hier: eine Marke wird als Quelle genannt - aber mit welchem Content-Angebot wird sie zitiert?), dann steigt der Bloganteil sogar auf 52 Prozent. Bei ECommerce-Anbietern dominieren Kategorie-Seiten mit 31 Prozent, gefolgt von Blogartikeln mit dreiundzwanzig Komma null zwei Prozent. Diese Erkenntnisse unterstreichen den Bedarf an redaktioneller Exzellenz in Kombination mit technischer Optimierung.

Wesentliche Implikationen für Agenturen


Cheat Sheet 2026: Agentur-Strategien für GEO

  • KI-Sichtbarkeit als eigener Kanal: Beratung & Umsetzung für Kunden darauf ausrichten, dass Inhalte nicht nur für Suchmaschinen, sondern explizit für KI-Antworten optimiert werden.
  • Redaktionelle Exzellenz ausbauen: Fokus auf hochwertige, informationsorientierte Inhalte (Blogs, Guides, Listicles), da diese im KI-Modus am stärksten referenziert werden.
  • Digitale PR professionalisieren: Systematische Platzierung in journalistischen Medien, Vergleichsportalen und redaktionellen Umfeldern, die KI bevorzugt zitiert.
  • Branchenlogiken nutzen: Kundenberatung nach Informationsdichte der Branche differenzieren; informativ starke Sektoren anders entwickeln als E-Commerce oder dynamische Märkte.
  • Technische SEO als Basisdienstleistung stärken: Strukturierte, sauber indexierte Seiten als Fundament für KI-Sichtbarkeit priorisieren.
  • KI-Crawler-Optimierung etablieren: Neue Services für Strukturierung, Datenmodelle, interne Verlinkung und maschinenlesbare Content-Formate aufsetzen.
  • Content-Formate diversifizieren: Blog, Kategorieseiten, Nutzwertmodule und FAQ-Architektur systematisch kombinieren, um die Wahrscheinlichkeit einer KI-Verlinkung zu erhöhen.
  • Zweigleisige Optimierung verankern: Kampagnen immer getrennt planen: klassische SERP-Optimierung und KI-Optimierung als parallele Strategie.
  • Paid als Pflicht-Baustein integrieren: Sichtbarkeitsverluste durch KI-Zusammenfassungen mit GEA/SEA und Paid-Kampagnen abfedern; Budgetplanung neu denken.
  • Neue KPIs definieren: Neben Rankings und Traffic auch KI-Referrals, Erwähnungen in Antwortboxen, redaktionelle Sichtbarkeit und Markenautorität messen.

Für Agenturleiterinnen und Agenturleiter wird deutlich, dass traditionelle Optimierungsansätze weiterentwickelt werden müssen. Digitale Sichtbarkeit entsteht künftig an mehreren Punkten gleichzeitig: in der Künstlichen Intelligenz, in der Suchmaschine, im redaktionellen Umfeld und in der Reputation des Unternehmens. Damit wird die Arbeit am Gefunden-werden noch etwas komplexer - aber prinzipiell nicht vollständig im Kern erschüttert: Präsenz auf vielen Kanälen ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein kontinuierlicher SEO-Trend.
  • Technische Exzellenz entscheidet über Sichtbarkeit, denn der Google KI-Modus bevorzugt klar strukturierte, sauber indexierte Seiten.
  • Inhalte müssen stärker auf Orientierung als auf reine Verkaufsabsicht ausgerichtet sein.
  • Digitale Pressearbeit gewinnt erheblich an Bedeutung, weil redaktionelle Quellen und Vergleichsportale prominent verlinkt werden.
  • Die Blog-Struktur bleibt eines der wichtigsten Instrumente für Sichtbarkeit in KI-gestützten Umgebungen.
  • Strategien zur Optimierung für Sprachmodelle und KI-Crawler werden fester Bestandteil moderner Suchmaschinenoptimierung.

Was zu denken gibt, ist die Frage, wie viele Klicks sich im neuen KI-Web noch generieren lassen - und damit, wie viel vom Traffic überleben wird. Die Nutzerinnen und Nutzer neigen dazu, die KI-Antworten, so zeigen aktuelle Zahlen, zu akzeptieren und mehrheitlich kein weiteres Infobedürfnis mehr zu haben, das in einem Klick resultieren könnte: 70 Prozent vertrauen blind einer Chatbot-Antwort und klicken nicht mehr auf Quellen (berichtet Search Gpt Agentur  ). Hinzu kommt, dass nur noch die Hälfte der NutzerInnen einen organischen Link anklickt, wenn es darüber eine KI-Antwort gibt (siehe Netzpolitik  ). All die schönen Früchte der ganzen SEO-Mühe werden also mal eben halbiert!

Agenturen benötigen eine zweigleisige Optimierungsstrategie

Der Google KI-Modus zeigt klar, dass Suchmaschinenoptimierung allein nicht mehr ausreicht. Agenturen müssen für Suchmaschinen und für Künstliche Intelligenz parallel optimieren. Die zentrale Herausforderung besteht darin, Inhalte zu entwickeln, die sowohl redaktionell hochwertig als auch KI-freundlich sind - und gleichzeitig technische Struktur, Reputation und Markenpräsenz stärken.

Es dürfte aber, wie man es auch hält, nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Google ein immer komplexeres, preislich gestaffeltes mit Auktions-Mechanismen unterfüttertes SEA-Modell lanciert - pardon, wenn SEO nun GEO heißt, muss es ja lauten: GEA-Modell. Wer sichtbar bleiben will, braucht Content, der nicht nur verdammt gut ist, sondern den Nutzer und die Nutzerin auch animiert, neugierig auf die Quelle zu klicken. Klingt echt schwierig - die einzige Alternative wird bald der Griff in den Tresor mit den Marketingbudgets.
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