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Rote Zahlen bei Otto: Wo es im Konzern besser aussieht
25.05.2023 Es war schon im März 2023 abzusehen, dass der Hamburger ECommerce-Konzern in die roten Zahlen rutscht. Auf der Bilanzpressekonferenz wurde es jetzt offiziell: Der ausgewiesene Umsatz von Otto ging um zwei Prozent zurück, operativ sprach man in Hamburg von einer "Quasi Schwarzen Null". Doch an manchen Stellen des Konzerns sieht es durchaus besser aus. Ein Blick in die Zahlen.
"Quasi Schwarze Null" im operativen Ergebnis
Neben der Inflation und der daraus resultierende negative Konsumstimmung verbunden mit geringeren Warenkorbgrößen waren bei Otto die langen Einkaufszyklen ausschlaggebend. Im Konzernsprech: "Negativen Einfluss hatten zudem das hohe Volumen der auf Basis gänzlich anderer Wirtschaftsprognosen für 2022/23 getätigten Warenvorbestellungen und der dadurch in der Konsequenz notwendige Abverkauf über Rabatte". Dennoch sei es der Otto Group" mit hoher Kostendisziplin gelungen, beim operativen Ergebnis quasi eine schwarze Null zu erreichen", wie es heißt. Insgesamt sah es quasi schlechter aus: Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei -224 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote ging auf 37 Prozent zurück.Unterschiedliche Umsatzentwicklung der Segmente
Der Geschäftsbericht zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Segmenten der Otto-Group:- So stand der gesamte Einzelhandel im Jahr 2022 zwar zunächst unter dem Einfluss des Erholungsprozesses nach Corona. Dieser wurde jedoch infolge der gesamtwirtschaftlich belastenden krisen- und kriegsbedingten Sondereffekte ausgebremst. Vor allem der Onlinehandel in Deutschland war betroffen. So verzeichnete das Segment Plattformen, zu dem OTTO und About You gehören, zwar mit ausgewiesen rund 6,5 Mrd. Euro einen ähnlichen Umsatz wie im Geschäftsjahr 2021/22; auf vergleichbarer Basis gingen die Umsätze jedoch um 6,2 Prozent zurück.
- Der Umsatz im Segment Händler, zu dem insbesondere Baur (Handel) samt Unito , Limango , Freemans Grattan , Frankonia , Manufactum und Mytoys gehören, lag bei knapp 2,3 Mrd. Euro im Vergleich zu rund 2,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem Rückgang auf vergleichbarer Basis von 7,2 Prozent.
- Das Segment Markenkonzepte profitierte vor allem von der starken Performance des Einrichtungshauses Crate and Barrel und legte von 5,5 Mrd. Euro auf rund 5,9 Mrd. Euro zu (vergleichbar: +2,3 Prozent). Zu diesem Segment gehören auch Bonprix inklusive Venus, die Witt-Gruppe mit Heine sowie Sheego .
- Die Transport- und Logistikbranche war im Jahr 2022 ebenfalls durch die volatile gesamtwirtschaftliche Entwicklung und vor allem die damit verbundene, nachlassende Dynamik im Online- und Versandhandel in Deutschland beeinflusst. Das Segment Services, zu dem die Logistiker Baur Logistik , Girard Agediss , der Hermes Einrichtungsservice , Hermes Fulfilment , Otto International , Evri sowie Hermes Germany gehören, büßte auf vergleichbarer Basis entsprechend 2,9 Prozent ein und erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 390 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse aus den Paket-Distributionsaktivitäten der Hermes Germany in Deutschland sowie von Evri in Großbritannien werden seit dem Geschäftsjahr 2020/21 nicht mehr in den Konzernabschluss der Otto Group einbezogen.
- Die Umsätze des Segment Finanzdienstleistungen, das vor allem die EOS Gruppe umfasst, lag bei 983 Mio. Euro gegenüber 813 Mio. Euro im Geschäftsjahr 21/22, ein Zuwachs auf vergleichbarer Basis von über 24 Prozent.
Neben dem Thema KI liegt ein neuer Fokus der Otto Group im Geschäftsjahr 2023/24 auf der Weiterentwicklung des noch jungen Geschäftsfelds Digital Health, zu dem inzwischen Medgate gehört, ein Anbieter digitaler Gesundheitsservices, der Ärztesuchdienstb Betterdoc , sowie das Online-Sanitätshaus Claravital . Die Otto Group sieht sich damit "in einer hervorragenden Ausgangssituation, um im Wachstumsmarkt digitaler Gesundheitsservices künftig eine relevante Rolle zu spielen". Die myToys.de GmbH wird das operative Geschäft dagegen, wie bereits kommuniziert, bis spätestens Ende Februar 2024 einstellen. Die Marke Mytoys soll künftig auf Otto.de weiterbetrieben werden.
