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USA

Job-Kahlschlag: Amazon plant massiven Einsatz von Robotern

24.10.2025 Amazon, einer der größten Arbeitgeber der Vereinigten Staaten, plant offenbar, über eine halbe Million Arbeitsplätze durch Roboter zu ersetzen. Interne Dokumente zeigen, dass dies weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt haben könnte.

Warenlager wie dieses sollen bei Amazon in Zukunft nahezu vollständig automatisiert werden. So will der Konzern langfristig bis zu 600.000 Jobs einsparen. (Bild: Amazon)
Bild: Amazon
Warenlager wie dieses sollen bei Amazon in Zukunft nahezu vollständig automatisiert werden. So will der Konzern langfristig bis zu 600.000 Jobs einsparen.
Die wichtigste Erkenntnis der internen Strategiepläne von Amazon  : Bis 2027 könnte das Unternehmen über 160.000 Arbeitskräfte in den Vereinigten Staaten einsparen, die es sonst einstellen müsste. Langfristig könnten sogar mehr als 600.000 neue Jobs entfallen, wenn das Unternehmen die geplante Automatisierung vorantreibt. Das würde die US-Belegschaft massiv verändern: Schon heute beschäftigt Amazon fast 1,2 Millionen MitarbeiterInnen.

Die Dokumente, über die die New York Times   berichtete, zeigen, dass das Robotik-Team von Amazon das Ziel verfolgt, 75 Prozent der Abläufe in Lagerhäusern zu automatisieren. In speziell für superschnelle Lieferungen konzipierten Einrichtungen sollen Lagerhäuser entstehen, die nur noch wenige Menschen benötigen. Laut Experten wie Daron Acemoglu , Professor am Massachusetts Institute of Technology  , könnte Amazons Modell als Blaupause für andere große Unternehmen dienen - von Walmart bis UPS - und den amerikanischen Arbeitsmarkt nachhaltig verändern.

Automatisierung als Imagefrage

Pikante Details enthalten die Dokumente auch über die Kommunikationsstrategie, von der der Job-Kahlschlag begleitet werden soll. Begriffe wie "Automatisierung" oder "Künstliche Intelligenz" sollen demnach nach Möglichkeit durch neutralere Formulierungen wie "fortschrittliche Technologie" ersetzt werden. Statt des Wortes "Roboter" solle der Begriff "Cobot" genutzt werden, um eine Zusammenarbeit mit Menschen zu suggerieren. Das Unternehmen erwägt zudem, durch gemeinnützige Aktivitäten wie Paraden oder die Spendenaktion "Toys for Tots" sein Image als verantwortungsbewusster Arbeitgeber zu stärken.

Enorme Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Gesellschaft befürchtet

In einer Stellungnahme betonte Amazon gegenüber der Zeitung, dass die von der New York Times eingesehenen Dokumente unvollständig seien und nicht die gesamte Einstellungsstrategie widerspiegeln. Für die kommende Weihnachtssaison plane das Unternehmen, 250.000 MitarbeiterInnen einzustellen, ohne Details zu dauerhaften Positionen zu nennen. Die Nutzung bestimmter Begriffe sei nicht vorgeschrieben, und Engagement in der Gemeinde sei unabhängig von der Automatisierung.

Die Automatisierungspläne könnten tiefgreifende Folgen für Jobs im sogenannten Blue-Collar-Sektor haben und den Trend zu technischer, besser bezahlter, aber knapper werdender Arbeit beschleunigen. Udit Madan, Senior Vice President für Worldwide Operations bei Amazon, erklärte, dass Effizienzsteigerungen durch Automatisierung nicht ursächlich für negative Auswirkungen auf Gemeinden und den Arbeitsmarkt seien.

Amazon-Beobachter Acemoglu warnt vor einer möglichen Signalwirkung: "Sobald Amazon herausfindet, wie man Automatisierung profitabel umsetzt, wird dies auch auf andere Unternehmen übergreifen. Einer der größten Arbeitgeber der Vereinigten Staaten könnte ein Netto-Jobvernichter werden, statt ein Netto-Jobschaffer."
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