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Ein Ranking, das es so noch nicht gab
07.10.2026 Sechs Monate Arbeit für eine Frage, die bislang niemand wirklich beantwortet hat: Welches Shopsystem ist das relevanteste?
Ersteres führt zu nichts, weil sich die Systeme heute im Funktionsumfang kaum noch unterscheiden. Jedes gängige Feature lässt sich mit jeder gängigen ECommerce-Software realisieren, jedes Subsystem mit jedem Hauptsystem verheiraten - die Frage ist bestenfalls, wie aufwändig, komplex und (un-)übersichtlich die Lösung wird. Und Zweiteres - die einfache Beschreibung der Produkte - führt zu nichts, weil auf diese Weise keine Vergleichbarkeit entsteht.
Je tiefer wir einstiegen, desto klarer wurde, dass sich in unserer einfachen Idee aber eine nicht ganz kleine Herausforderung verbarg. Denn die entscheidenden Fragen bei der Shopsystem-Wahl lassen sich nicht ohne weiteres in Tabellenform abbilden:
- Passt das Produkt zu meinen Ansprüchen?
- Ist der Hersteller wirtschaftlich gesund und leistungsfähig?
- Wie ist er im deutschen Markt verankert?
- Wie steht es mit dem Netzwerk aus Partnern und Agenturen?
- Wie häufig entwickelt sich die Plattform weiter?
- Wie sieht es mit Support und Wartung aus?
- Ist das System flexibel und anpassungsfähig genug?
- Kann ich schnell out-of-the-Box starten?
- Passen das Lizenzmodell und Kostenstruktur zu mir?
Um all diese Gesichtspunkt zu berücksichtigen, mussten wir uns von der gängigen Featurevergleichslogik trennen und neue, relevantere Kriterien finden. Auf unserer Anforderungsliste stand:
- Relevanz für den deutschsprachigen Markt. Wir haben Kriterien gesucht, die lokale Ansprechpartner und Partner, die Nähe zum Markt und die Kenntnis der nationalen Rahmenbedingungen widerspiegeln.
- Hersteller-Perspektive. Die wirtschaftliche Gesundheit und Dynamik der Hersteller drückt sich in Kennzahlen wie Umsatz, -entwicklung, Mitarbeiterzahl, Releasefrequenz, Marktdurchdringung und Produktreife aus.
- Agentur- und Partnernetzwerk. Das umgebende Ökosystem kann in der Praxis wichtiger sein, als die Software selbst. Schließlich entscheiden sich hier die eigentlichen Entwicklungs- und Wachstumskosten. Wir haben daher Kennzahlen gesucht, an denen sich das Angebot von Know-how und die verfügbare Expertise messen lässt.
- Technologie und Funktionsumfang. Klar, jede Funktion lässt sich mit jeder Software umsetzen - aber manche Händler haben hohe Anforderungen an Modularität und Anpassbarkeit (Stichwort: Enterprise-Systeme), anderen hilft ein großer Standard-Funktionsumfang (Stichwort: Start-Ups). Deswegen wollten wir auch diese Eigenschaften messen - auch, wenn wir sie später passend für den jeweiligen Einsatzzweck ganz unterschiedlich gewichtet haben.
- Nachvollziehbarkeit. Jenseits jeder individuellen Einschätzung wollten wir von Anfang an aussagekräftige, objektive und nachvollziehbare Kriterien finden. Nur dann ist eine faire Bewertung möglich - selbst wenn das Ergebnis ("Der beste Shop Deutschlands") am Ende durch die Gewichtung der Kriterien wieder subjektiv ist. Jedenfalls lässt sich die Bewertung auf diese Weise nachvollziehen und auch den eigenen Bedürfnissen anpassen.
Alles in allem war das deutlich aufwendiger als erwartet.
Über mehr als sechs Monate haben wir Kriterien gesucht und entwickelt, wieder verworfen und neu gedacht. Wir haben unzählige Fragebögen verschickt, Antworten vereinheitlicht, Daten verglichen, korrigiert und recherchiert, Gewichtungen diskutiert und ausprobiert, Scorings berechnet und mehrfach wieder komplett neu gerechnet. Klar: Perfektion ist nie erreichbar. Aber wir wollten mit unserer Bewertung möglichst nah an das herankommen, was sich in der Praxis abbildet.
Das Ergebnis ist aus unserer Sicht ein Meilenstein. Nicht, weil es den Anspruch erhebt, eine unumstößliche Wahrheit zu liefern. Sondern weil erstmals ein umfassendes, transparentes und konsequent auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtetes Ranking entstanden ist, das weit über den Vergleich einzelner Funktionen hinausgeht.
Dabei möchte ich allerdings vor einer falschen Schlussfolgerung warnen. Wer nur auf Platz eins schaut, übersieht den eigentlichen Wert des Rankings. Viele Systeme liegen nur wenige Punkte auseinander. Gerade innerhalb der Top 20 finden sich zahlreiche Lösungen, die für unterschiedliche Anforderungen gleichermaßen hervorragend geeignet sind. Das Ranking kann keine Evaluierung ersetzen. Das Ranking will einen Überblick liefern.
Vielleicht ist genau das der größter Wert des Rankings. Die deutsche E-Commerce-Branche verfügt heute über eine beeindruckende Vielfalt leistungsfähiger Shopsysteme - vom Mittelstand bis Enterprise, vom Standardprodukt bis zur hochgradig modularen Plattform. Diese Vielfalt sichtbar, vergleichbar und nachvollziehbar zu machen, ist unser Ziel.
Nach einem halben Jahr Arbeit können wir sagen: Es hat sich gelohnt.
