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BVDW: Corona offenbart Digitalisierungs-Defizite

10.06.2020 Der Bundesverband Digitale Wirtschaft zeigt, welche digitalen Lösungen nach Corona bleiben müssen und wo der Nachholbedarf am größten ist.

 (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)
Bild: Gerd Altmann/Pixabay
Die Coronakrise hat die Welt erschüttert. Doch neben all dem Schaden, den Covid-19 verursacht hat, hat die Krise in Deutschland verschiedene Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft zum ersten Mal zur Digitalisierung gedrängt. Zahlreiche Probleme, die während der derzeitigen Situation entstanden sind, konnten mit digitalen Lösungen gemeistert werden. Doch dabei wurde offensichtlich, dass viele Bereiche in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft noch unzureichend digitalisiert sind. Zu diesem Fazit kommt der Bundesverband Digitale Wirtschaft zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser (BVDW) in seiner neuen Veröffentlichung "Corona: Der Morgen danach zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser ". Folgende Herausforderungen hat der Verband darin skizziert:

Arbeitswelt und Bildung

Die Coronakrise hat offenbart, an wie vielen Stellen in Deutschland Digitalisierung bislang nicht ernst genommen wurde und die Schule ist eine wesentliche davon. "In den letzten Monaten mussten wir beobachten, dass es für die Mehrheit der Schüler in Deutschland keinen zuverlässigen Fernunterricht gab", sagt Verbandspräsident Matthias Wahl 'Matthias Wahl' in Expertenprofilen nachschlagen . "Es gab keine einheitlichen Konzepte für die 'digitale Schule', obwohl Bildung und Wissen die wichtigsten Güter unserer Informationsgesellschaft sind. Die Landesregierungen müssen sich jetzt auf einheitliche Hilfestellungen und Vorgaben für den digitalen Unterricht einigen und diese auch durchsetzen. Der Digitalpakt Schule muss endlich durch die erforderlichen Vereinfachungen der föderalen Abstimmungsprozesse begleitet werden."

Eine entsprechende Flexibilisierung ist auch im deutschen Arbeitsmarkt von Nöten. Wahl: "Wenn wir heute aktiv die Zukunft der Arbeit mitgestalten möchten, müssen wir zwangsläufig alte Denkweisen aufbrechen. Dabei hilft uns die Digitalisierung, sowohl mit Technologie als auch mit dem dazugehörigen Mindset. Damit der Lernprozess der letzten Monate fortgesetzt werden kann, sind mehr Flexibilität, zum Beispiel bei der Arbeitszeit, sowie Rahmenbedingungen für die systematische digitale (Weiter-)Bildung nötig. Und das nicht erst im Job, sondern auch bereits auf der Schulbank."

Gesundheitssektor

Der Gesundheitssektor hat in der Coronakrise die stärksten Belastungen zu tragen. "Gerade im Bereich Gesundheit müssen in Zukunft viel stärker digitale Dienstleistungen anerkannt und genutzt werden, sowohl von Ärzten und Krankenkassen als auch von den Patienten", sagt BVDW-Präsident Matthias Wahl. Fortschritte sind aber bereits erkennbar: Schon vorhandene digitale Gesundheitsanwendungen konnten seit Beginn der Krise auch in Europa verstärkt ihr Potential entfalten. Allein in Deutschland boten über 20 Unternehmen direkt zu Beginn der Krise freie Zugänge zur Erstnutzung ihrer telemedizinischen Infrastruktur an.

Durch den Erstkontakt mit digitalen Gesundheitsanwendungen ist die Akzeptanz in der Bevölkerung sowie in den Gesundheitsberufen generationsübergreifend gestiegen. "Hier dürfen wir nun nicht nachlassen und in alte Muster verfallen", mahnt BVDW-Präsident Matthias Wahl. "Gerade Deutschland ist weltweit ganz oben, was die Anzahl der Besuche von Arztpraxen angeht. Viele Menschen gehen öfter zum Arzt, als dies medizinisch notwendig ist. Mit digitalen Anwendungen kann zudem Zeit und Geld gespart werden."

Öffentliche Verwaltung


Die Mängel im Bereich der Digitalisierung öffentlicher Verwaltung werden derzeit deutlich und es ist festzustellen, dass die Grundlagen für eine reibungslose digitale öffentliche Verwaltung weiterhin fehlen. "Natürlich befinden wir uns gerade in einer Ausnahmesituation und Deutschland hat bereits einige Projekte und Gesetze zum Thema E-Government angestoßen, beispielsweise das Online-Zugangsgesetz (OZG), das bis 2022 umgesetzt sein soll. Doch es muss die Frage erlaubt sein, warum die Umsetzungsphasen so lange dauern und weshalb andere EU-Staaten bereits wesentlich umfangreicher E-Government betreiben als wir", sagt Matthias Wahl.

Handlungsempfehlungen des BVDW lauten dazu unter anderem: Zur schnelleren Umsetzung des OZG sollten der Bund und die Länder sowie die Kommunen auf Best-Practice-Beispiele setzen und vor allem den Austausch und die Kooperation mit Mitgliedern des BVDW suchen.

(Autor: Dominik Grollmann )

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