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2025: Träume von Brillen, Robotern und der TechBro-Faschismus
10.01.2025 KI-Assistenten, AR-Brillen und TechBro-Faschismus stehen als die Trends für 2025 in den Startlöchern. Eines davon kommt nicht nur auf jeden Fall - sondern ist schon da.
Selbst jemand mit minus acht Dioptrin kann sehen: Die Industrie will es in Sachen Brille wissen. Angesagt ist dabei jedoch AR als Feature im "dezenten" Gesichtsfahrrad, statt die mutierten Skibrillen aus der VR-Sparte. Könnte funktionieren, doch einen eingebauten Nachteil besitzen die Tech-Accessoires: Kein Mensch träumt davon, Brillenträger zu sein. Der prominenteste Brillenträger der Geschichte, Clark Kent, braucht nur die Brille abzusetzen und schon ist er Superman. Das sagt leider viel, berichtet ihnen hier einer, der es weiß. Sollte die Technologie weiter schrumpfen und das Problem der Energieversorgung lösbar sein, unterhalten wir uns vielleicht nochmal, wenn die AR-Kontaktlinse herauskommt.
Augmented-Brillen und elektrische Löffel - das Digitale sucht den Sinn
Jedenfalls während nebenan Ehemänner aus aller Welt das Gesparte verzockten, zeigten die Hersteller in Las Vegas vor allem, dass sie an einem hehren Ziel arbeiten: KI in alles einbauen. Es ist müßig hier über KI-Fernseher und Haushaltsgeräte zu philosophieren, das Zeug wird den Weg alles Digitalen in optimierten Alltagsgegenständen gehen, auf dem der WLAN-Anschluss schon mutig vorangeschritten ist: Jedes Gerät wird so etwas haben (Daten! Daten! Konsumentendaten tracken!), aber mangels Nutzwert wird es als ungenutztes Feature in den elektronischen Eingeweiden versauern. Spannend ist eher ein Tool, das trotz eingebauter lernender Intelligenz eher mittelbar etwas für AI tun dürfte: Nvidias mörderisch schneller Rechner Project Digits schrumpft nach Herstelleranaben konkurrenzlose Supercomputer-Rechenleistung auf schreibtisch-kompatible Größe und erlaubt das Arbeiten an komplexen KI-Anwendungen daheim.Neben KI beeindruckt die Messe noch mit einem elektrischen Löffel, der auf Speisen die Wirkung haben soll, dass sie dank des schwachen Stromimpulses salziger schmecken. Damit sinkt die Salzrechnung und die Stromkosten steigen. Im Erfolgsfall wird häufiger der Satz zu hören sein: "Wir können nicht essen, die Löffel laden noch!" Und dann ist da noch der Saugroboter mit dem kleinen Roboterarm, der im Weg liegende Socken aufheben und in eine Box werfen kann, wo man sie dann selbst aufheben kann. Für diese Produkte wage ich hier die gleiche Prognose wie für die Mehrheit der CES-Produkte: Was in Vegas vorgestellt wird, bleibt in Vegas. Im Auge behalten darf man allerdings den Trend zum Roboter: Pflege- und Haushaltssysteme verrichten anspruchsvollere Arbeiten, weitere Felder werden folgen.
Vom LLM-Monstrum zum virtuellen Agenten aus kleinen KI-Modellen
Jenseits der CES zeichnet sich in Sachen KI das Bestreben ab, die bislang eher fachidiotischen Anwendungen vielseitiger zu machen - gut, das an sich ist nicht neu, aber das "Wie" ändert sich: Setzte man bisher auf immer komplexere KI-Anwendungen, die neben Sprache beispielsweise auch Video oder Bild können sollen, geht es nun an die Vernetzung: Mehrere KI-Werkzeuge arbeiten zusammen und beschreiten den Weg Richtung virtueller Assistent neu.Einen Schritt in die Richtung geht Würth mit dem KI-Assistenten für den Außendienst Pico . Der soll die Mitarbeiternnen unterstützen, indem er auf Sprachbefehl Lieferscheine ausfüllt, Rechnungen verschickt oder Tipps für Verkaufsgespräche gibt, außerdem fasst er für ein Briefing vor dem Kundengespräch wichtige Informationen zusammen.
