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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
Humanoide Roboter vor Durchbruch: Arbeiten für zwei Dollar pro Stunde
16.04.2026 Humanoide Roboter stehen laut einer neuen Studie kurz vor der industriellen Skalierung - mit drastisch sinkenden Betriebskosten. Für Marketer und Unternehmen eröffnet sich ein neuer Milliardenmarkt entlang komplexer Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig wächst der Druck auf Europa, technologisch und industriell aufzuholen.
Bis 2035 erwartet die Studie einen Umsatz von bis zu 300 Milliarden US-Dollar, in optimistischen Szenarien sogar bis zu 750 Milliarden US-Dollar. Langfristig könnte der Markt ein Volumen von bis zu vier Billionen US-Dollar erreichen und damit in eine Größenordnung wie die Automobilindustrie vorstoßen.
Skalierung hängt an Software, Regulierung und Vertrauen
Für Unternehmen eröffnet sich eine breite Wertschöpfung über den eigentlichen Roboter hinaus. Neben Herstellern profitieren auch Anbieter von Sensorik, Elektronik, Mechanik sowie Produktions- und Softwarelösungen. Damit entsteht ein Ökosystem, das stark an bestehende industrielle Kompetenzen anknüpft.Kurzfristig werden humanoide Roboter vor allem in klar abgegrenzten, repetitiven Aufgaben eingesetzt, etwa beim Transport oder Auspacken von Waren. Mit zunehmender Software-Reife dürften sich die Einsatzfelder jedoch deutlich ausweiten. Für Marketer bedeutet das neue Touchpoints entlang der industriellen Customer Journey sowie wachsende Nachfrage nach datengetriebenen Services und Plattformlösungen.
Trotz fortgeschrittener Hardware bleibt die Skalierung abhängig von Softwareentwicklung, stabilen Lieferketten sowie regulatorischen Rahmenbedingungen. Insbesondere Sicherheits- und Haftungsfragen gelten als zentrale Hürden.
Da humanoide Roboter im Gegensatz zu klassischer Automation nicht abgeschottet arbeiten, sondern direkt mit Menschen interagieren, braucht es neue Zertifizierungs- und Testverfahren. Einheitliche gesetzliche Standards gelten als Voraussetzung für eine breite Marktdurchdringung.
Europa droht Rückstand ohne eigene Wertschöpfung
Europa verfügt laut Studie über eine starke industrielle Basis, liegt jedoch bei Investitionen und Skalierung hinter den USA und China zurück. Ohne entschlossene Maßnahmen droht eine wachsende Abhängigkeit von außereuropäischen Technologien.Thomas Kirschstein , Partner bei Roland Berger , betont die strategische Dimension: "Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob humanoide Roboter kommen, sondern wie schnell sie skalieren." Entscheidend sei der Aufbau einer eigenen Wertschöpfungskette mit enger Verzahnung von Industrie, Zulieferern und Technologieanbietern.
Gelingt dies, könnten humanoide Roboter nicht nur Effizienzgewinne bringen, sondern auch die Rückverlagerung arbeitsintensiver Produktion nach Europa ermöglichen. Andernfalls würden große Teile der wirtschaftlichen Effekte außerhalb Europas entstehen.
