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Der Kampf um das Web: Zweite Runde

14.08.2019 Die Auseinandersetzung, welche Technik besser ist für die EMail-Dynamisierung, ist die Neuauflage eines Kampfes, der älter ist.

Seit über drei Jahren bemüht sich Monopolist Google, seine 'Accelerated Mobile Pages' als Standard-Webtechnik durchzusetzen. Dabei geht es vordergründig vor allem um Geschwindigkeit: AMP-unterstützte Werbeanzeigen seien besser bei der Klickrate, bei der Zahl der Seitenaufrufe und bei der Durchklickrate - zumindest sagt das eine von Google veröffentlichte Studie.

Stattdessen geht es natürlich um Macht. Ebenso, wie das Google-erfundene Android den Smartphone-Markt beherrscht und Google dadurch den Fuß im Mobilmarkt behält, egal wie sich die Marktanteile verändern. Genau so versucht Google, mit AMP zu definieren, wie Webseiten dargestellt werden - und nun eben auch E-Mails. Selbst, wenn man großmütig die Hoheit an ein Industriekonsortium überträgt: Es ist eben etwas anderes, wenn eine Handvoll Konzerne die Welt unter sich aufteilt - oder eben ein seit Jahrzehnten etabliertes internationales (und deutlich breiter aufgestelltes) Konsortium wie das World Wide Web Konsortium  , das hinter HTML5 steckt.

Manche von den Klagen, die EMail-Provider nun über AMP für E-Mail äußern, erinnern mich an das Gebahren von Microsoft mit HTML, als der Internet Explorer noch Marktanteile jenseits der 70 Prozent hatte: Halbimplementationen von HTML-Standards, Sonderfunktionen, die nur im IE liefen, technische Sonderwege.

Ich muss gestehen: Ich bin technisch nicht so versiert, dass ich in der Lage wäre, die technischen Vorzüge von AMP und HTML5 zu analysieren - geschweige denn, bis hinunter auf die Systemebene zu durchdringen. Ich bin allerdings generell der Überzeugung, dass offene Systeme besser sind als proprietäre. Ich glaube, dass ein globales Konsortium unabhängiger ist vom Einfluss marktdominierender Akteure, als ein noch so wohlwollendes Einzelunternehmen. Und ich bin der Überzeugung, dass Unternehmen strategisch schlauer agieren, wenn sie im Zweifelsfall auf Open-Source setzen. Damit sie in einem eventuellen Streit unterschiedlicher Unternehmen mit unterschiedlichen Interessen nicht am Ende auf der Verliererseite landen. Denn selbst wenn bei einem technischen Kampf AMP gegen HTML5 die proprietäre Seite gewinnt: Diese wird erfahrungsgemäß am Ende zumindest technisch die Hand in Richtung Open-Source strecken. Siehe Linux. Siehe Apple. Siehe Microsoft.
Thema:

Google AMP gegen HTML 5: Was setzt sich durch beim EMail-Dynamisieren?

Die nächste Stufe im EMail-Marketing steht unmittelbar bevor: Inhalte sind dann nicht mehr statisch, sondern dynamisch und interaktiv. Als Formate dafür kommen nur Google AMP oder HTML 5 in Frage. An der Frage, welches Format sich durchsetzen wird, scheiden sich allerdings die Geister. Einige deutsche EMail-Serviceprovider geben ihren Kunden allerdings eine eindeutige Empfehlung.

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 (Bild: geralt/ Pixabay)
Bild: geralt/ Pixabay

Kommentar von Joachim Graf

Der Kampf um das Web: Zweite Runde

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 (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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