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Vier Szenarien, wie Googles Shop-Siegel den Onlinehandel verändert
17.10.2011 Der Einstieg in das Online-Gütesiegel-Geschäft ist Googles neuester Coup. Etablierte Anbieter sehen dem gelassen entgegen. Noch. Dies könnte sich bald ändern. Denn Google hat etwas, was die Anderen nicht haben: Weltweit genutzte eigene Tools wie Google Products oder AdWords. Eine solche Verknüpfung würde die Welt des E-Commerce nachhaltig verändern. Besonders dann, wenn Google sich dazu entschließt, selbst in den Onlinehandel einzusteigen und sich damit gegen Amazon zu positionieren.
Googles Markteinstiege sind vielmehr einer Kampfansage an die etablierten Player eines Marktes. So viel Kühnheit kann siegen. Muss aber nicht. Auch nicht, wenn man Google heißt und weltweit erfolgreich seine Markenmacht aufgebaut hat. Das zeigt sich am Facebook-Konkurrenten Google+. Über den wird nach dem anfänglichen Einladungs-Hype im Netz gespottet: Einsam und auf ihrem Netzwérk unterbeschäftigt seien die 43 Millionen Google+-Nutzer im Vergleich zu der geschätzt dreiviertel Milliarde Facebook-Mitgliedern. Der Angriff eines Marktführers sollte anders aussehen.
Doch während Branche und Internetnutzer sich noch über den Erfolg oder Misserfolg des sozialen Netzwerks auslassen, nimmt Google schon das nächste Großprojekt in Angriff: Den Online-Zertifizierungsdienst Google Trusted Stores .
Das offizielle Google-Video zur Produktvorstellung von Trusted Stores.
Auf das ECommerce-Segment schaut Google schon seit Jahren. Seine kostenlose Konkurrenz zu der globalen Preisvergleicher-Schar Google Products ist nach 'Froogle' auch schon der zweite Versuch. Nun soll also ein Gütesiegel die Suche nach Produkten verbessern helfen. Google stößt dabei auf Konkurrenz - wenn auch auf wenig:
Ist doch etwa in Deutschland laut einer repräsentativen Online-Umfrage der Online-Marktforscher von Ears an Eyes Trusted Shops mit 65 Prozent der Nennungen ('schon mal gesehen') der bekannteste Gütesiegel-Anbieter im ECommerce-Sektor. Und nicht nur das: Laut Unternehmensangaben nutzen mehr als 11.000 Onlineshops in allen wichtigen Märkten Europas das Trusted-Shops-Gütesiegel. Den zweiten Platz der bekanntesten Online-Gütesiegel sichert sich der TÜV Süd mit seinem Gütesiegel Safer-Shopping (54 Prozent). Die übrigen Gütesiegel kennt höchstens noch jeder Achte.
Unter solchen Umständen kommt ein hoher Wiedererkennungswert einer Marke sehr gelegen. "Google hat natürlich auch einen starken Namen und könnte den Markt hier relativ schnell aufrollen", erläutert Markus Hövener , geschäftsführender Gesellschafter und Head of SEO bei Bloofusion . Googles neues Projekt findet er speziell mit Hinblick auf die SEO-Aktivitäten der Onlinehändler interessant: So könne es passieren, dass von Google ausgezeichnete Shops auch in den Suchergebnissen oder in den AdWords hervorgehoben werden, spekuliert er. Diese Shops hätten dann einen klaren Vorteil gegenüber anderen, nicht ausgezeichneten Shops.
Tobias Ackermann Geschäftsführer der Marketingagentur Workinteractive sieht diesem denkbaren Szenario mit Spannung entgegen: "Wenn Google Trusted Stores mit AdWords oder anderen hauseigenen Services kombiniert, gibt es neue Vermarktungschancen für Händler." Mit dieser Verknüpfung rechnet auch Arthur Cichos-Clark , Geschäftsführer bei der Marketing-Beratung CMNS GmbH : "Durch diese Vermengung wird das neue Siegel von Google sicherlich interessant. Hinzu kommt natürlich dann die internationale Durchdringung", zählt er Googles Vorteile auf.
Doch das breit gefächerte Unternehmensportfolio Googles kann sich auch nachteilig auswirken, gibt Cichos-Clark zu bedenken. Er misstraut Googles Distanzierung von der ursprünglichen horizontalen Spezialisierung und der aktuellen Entwicklung hin zu einer 'Alles-aus-einem-Topf'-Strategie: "Ob sich diese 'Alles können'-Strategie für das Unternehmen langfristig auszahlt, bleibt abzuwarten."
Für Onlinekäufer hingegen dürfte der für Trusted Stores angekündigte Käuferschutz am interessantesten sein. Dieser soll Kunden zu einer Entschädigung von Google berechtigen, falls sie für ein Produkt bezahlt und der Shop in irgendeiner Form seiner Gegenleistung nicht nachgekommen ist. Der Käuferschutz ist bislang auf 1.000 US-Dollar begrenzt und muss beim Kauf explizit vom Kunden durch die Option "Purchase Protection" ausgewählt werden. Auch wenn der Dienst für Deutschland noch nicht einmal angekündigt ist: Wenn er in den USA erfolgreich ist, wird er vermutlich relativ schnell auch in der europäischen ECommerce-Hochburg Deutschland eingeführt.
Googles Pläne für ein ECommerce-Imperium
Die Folgerungen, die man aus einer möglichen Integration des Trusted-Stores-Siegels in AdWords oder Products ziehen kann, sorgen für heftiges Gebrumm in der Online-Gerüchteküche. In Foren wie Webmasterworld wird schon über Googles finstere Folgepläne gerätselt: Der Suchmaschinenriese könne vorhaben, in großem Stil in den Onlinehandel einzusteigen und sich damit als Gegenspieler zu Amazon zu positionieren. Möglich simpel von einem Nutzer des Forums zusammengefasst, liest sich dieser Schlachtplan:- Vergangenheit: Onlinehändler => Konsument
- Gegenwart: Onlinehändler => Google => Konsument
- Zukunft: Google => Konsument
Auch Silvan Dolezalek , Geschäftsführer bei Zaunz Publishing glaubt an Googles Ambitionen im Bereich des Onlinehandels. "Googles Interesse am E-Commerce kommt - wie zu erwarten - mit spürbarem Druck. Erst Sitemap, dann Froogle, dann Checkout, dann Shopping." Mit Google Trusted Stores werde nun nochmals ein neuer Maßstab an die Kriterien für einen Onlineshop gelegt: "Dabei kann man die Stoßrichtung von Google schon erkennen: Sofern nicht alles direkt in der Google Shopping-Mall verkauft wird, sollen zumindest angedockte Shops einer gewissen Norm entsprechen."
Er sieht eine mögliche Amazon-Konkurrenz für Shopbetreiber positiv: "Wenn Google auch noch eine echte Konkurrenz zu Amazon auf die Beine stellt, so können die Onlinehändler wieder ein wenig durchatmen. Denn die Verteilung auf mehrere Vollsortimente-Portale ist wichtig und kommt genau zur richtigen Zeit", freut sich Dolezalek.
Datenschutz versus Datenkrake
Dr. Irene Karper , Syndikusanwältin bei Datenschutz Cert GmbH - Betreiber des Internet-Gütesiegels Internet Privacy Standards (IPS) - sieht in dem Google-Zertifikat Trusted Stores keinerlei Konkurrenz. IPS sei schließlich nicht nur auf ECommerce-Webseiten beschränkt. Das IPS-Siegel werde auch an andere Webportale wie zum Beispiel EGovernment-Seiten vergeben und weiterhin an alle Anbieter, die sich einem rechtlichen und technischen Prüfprozess unterwerfen. "Google hingegen hat die Prüfkriterien für die Zertifikatsvergabe noch nicht offengelegt", unterstreicht Karper. Zudem verweist sie auf die Mitwirkung des derzeitigen Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar , bei der Entwicklung des IPS-Gütesiegels.
Google bekleckert sich hinsichtlich des vertraulichen Umgangs mit Nutzerdaten nicht gerade mit Ruhm. Teils freiwillig - teils unfreiwillig: Der Gedanke an den Patriot Act etwa lässt Europäer nervös werden. Dieser legt fest, dass Google als amerikanisches Unternehmen dazu verpflichtet ist US-Behörden Dateneinsicht zu geben. Und dies gilt laut der US-Regierung ebenso für Google-Server, die sich auf europäischem Boden befinden . So musste Google bereits öffentlich zugeben, dem US-Geheimdienst Nutzerdaten überlassen zu haben. Dies ist ein großes Manko Googles und spricht eher für die in Deutschland bereits etablierten Online-Güteschutzsiegel mit ihren dem deutschen Standard entsprechenden Datenschutzrichtlinen.
Den Eigenvorteil des garantierten und regelmäßig überprüften Datenschutzes betont auch Bettina Tillmanns . Sie ist zuständig für die Unternehmenskommunikation bei dem Gütesiegel Safer-Shopping des TÜV Süd . Auch sie fürchtet deswegen keine Konkurrenz seitens des Suchmaschinenriesen Google für ihr Produkt. "Das Datenschutzniveau in den USA ist nicht vergleichbar mit dem in Deutschland geforderten und es erfolgt keine strenge Prüfung. Die Erfolgsaussichten von Trusted Stores sehe ich deshalb dementsprechend als gering an", folgert sie.
Irene Karper ist da ähnlicher Ansicht: "Bislang hat sich Google trotz vieler hervorragender Ideen nicht gerade als Datenschutz-vorbildlich erwiesen. Ich denke, das ist auch bei vielen Verbrauchern bekannt." Doch sie sieht noch Hoffnung für den Suchmaschinenriesen - vorausgesetzt er folgt dem deutschen Vorbild. So könne man sicher das Image aufpolieren: Indem Google transparente und verbindliche rechtliche und technische Qualitätskriterien für die Zertifizierung von Webshops darlegen würde, wie sie etwa seitens des Gütesiegelboards der Initiative D21 festgelegt wurden.
Gregor Mönks , Senior-Produktmanager und verantwortlich für die Entwicklung der ECommerce-Lösung Shop to date von Data Becker weiß ebenfalls um das Steckenpferd der Deutschen: "Wir Deutschen sind sehr bedacht auf Datenschutz und tun uns vermutlich schwer damit, der "Datenkrake" Google weitere Daten auf dem Silbertablett zu präsentieren."
Und auch die Händlerseite hält den Datenschutz für unantastbar. "Heilige Kühe dürfen nun einmal nicht geschlachtet werden", sagt Dirk Ploss , Leiter des Onlinemarketings bei Otto.de Und der Datenschutz sei eben so eine heilige Kuh. "Wir haben hier in Deutschland eben eine Tradition in dieser Hinsicht." Die Erfolgsaussichten von Google Trusted Stores sieht er daher zunächst eher verhalten.
Grundsätzlich ist ein neues Gütesiegel seiner Meinung nach zwar gut, doch komme es immer auf Mehrwert, der dahinter steckt an. "Wofür kann Google glaubwürdig stehen?, fragt Ploss. Würde sich Otto denn auf den Handel 'Datentransfer für verbesserte Rankingpositionen' einlassen? "Lieber verzichten wir bei Otto.de auf für uns positive Effekte, bevor es zu Lasten des Datenschutzes geht", kommt die Antwort entschlossen zurück. Also lieber ein glänzendes Schmuckstück weniger, als das Kundenvertrauen riskieren.
Andere Onlinehändler machen sich weniger Sorgen über den Datenschutz. Sandra Rehm , Managing Director bei Dress-for-less GmbH konzentriert sich bei der Frage nach einem potenziellen Einsatz des Google-Zertifikats auf die wesentlichen Aufgaben eines Gütesiegels. So kann sie Trusted Stores durchaus etwas abgewinnen: "Da wir zu jeder Zeit sehr um die Zufriedenheit unserer Kunden bemüht sind, ist die Teilnahme an Google Trusted Stores eine Chance für uns. So können wir auch nach außen zeigen, dass wir gute Leistung abliefern und uns nicht verstecken müssen."
Googles Trusted Stores: Keine Prüfmarke ist gleich keine Konkurrenz
In Deutschland könnten Google verbindliche und transparente Qualitätskriterien also bestimmt nicht schaden. Lesen deutsche Onlineshopper doch laut der Ears and Eyes Online-Umfrage das Kleingedruckte besonders kritisch (59 Prozent). Und das Thema Datensicherheit ist entscheidend: Jeder Zweite achtet auf Datenverschlüsselung beziehungsweise SSL-Zertifikate. Auch Bettina Tillmanns verweist bezüglich ihres Unternehmens auf die deutsche Gründlichkeit. Vorausgesetzt, Google betreibe die Sache weiterhin so wie jetzt - ohne eine genauere Überprüfung was hinter den Kulissen ablaufe, sieht sie für das eigene Gütesiegel keine Bedrohung von dem neuen Anbieter ausgehen. Solange man die genauen Kriterien für die Vergabe nicht kenne, sei es auch für die Unternehmen schwierig, den eigenen Aufwand abzuschätzen. Die Kombination von Werbung und Trusted Stores könne darüber hinaus die Unabhängigkeit in Frage stellen. "Googles Trusted Stores ist ja an sich keine Prüfmarke und unterscheidet sich somit komplett von Safer-Shopping." TÜV Süd überprüfe genau, ob die jeweiligen Datenschutzbestimmungen eingehalten würden und mit welchen Unternehmen der Händler etwa bei Bezahlvorgängen zusammenarbeitet. "Das kann Google aus unserer Sicht bisher noch nicht leisten. Daher sehe ich momentan kein Potenzial für eine Marktveränderung durch das neue Google-Siegel", verkündet Tillmanns selbstsicher. Die Maßnahmen des Tüv Süd zielen laut Tillmanns auf langfristige Verbesserungen im Service und nicht auf einen kurzzeitigen Werbeeffekt. "Unsere Zielgruppe dürfte sich deswegen weniger für den neuen Dienst interessieren."
Auf der Händlerseite zeigt man sich eher interessiert an dem neuen Google-Angebot. So räumt Sandra Rehm dem Google Zertifikat durchaus gute Erfolgsaussichten ein. "Erste Tests in den USA scheinen eine Erhöhung der Conversion Rate für den Shopbetreiber gebracht zu haben. Wenn sich dies bestätigt, wird sich das Produkt auch durchsetzen. Die kostenfreie Zertifizierung erhöht natürlich die Akzeptanz bei den Händlern", argumentiert sie.
Einen Konkurrenten für die bestehenden Gütesiegel-Anbieter auf dem deutschen Markt erkennt auch Gregor Mönks in Googles Trusted Stores. "Google hat mit Sicherheit die Ressourcen und das Potenzial, ein starker Wettbewerber zu werden, auf den sich die etablierten Marktkräfte einzustellen haben." Andererseits gebe es den riesigen Vertrauensvorsprung der alteingesessene Unternehmen wie Trusted Shops, wägt er ab.
Kollegiales Abwarten: Konkurrenz belebt das Geschäft
Thomas Karst , Geschäftsführer der Trusted Shops GmbH reagiert verhalten auf die Frage nach einer Einschätzung der künftigen Marktbedingungen für Gütesiegelanbieter. Die Google-Initiative zeige wieder, wie wichtig das Kundenvertrauen für den Erfolg im E-Commerce sei, so Karst. "Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft." Ein Satz der oft in diesen Kontext fällt. Heiter, kollegial und - vor allem: unverbindlich.
Eine fundierte Analyse zur Google-Initiative und den Auswirkungen auf den Markt sei zum jetzigen Zeitpunkt sehr schwierig, meint Karst. Denn noch sei weitestgehend unbekannt, ob und wie Google Onlineshops überhaupt prüfen werde. Der Ansicht ist wohl auch Thorsten Scharmacher vom EHI Retail Institut . Deshalb hält er sich vorerst lieber bedeckt bezüglich einer Einschätzung des Google-Zertifikates - nicht zuletzt aufgrund geschäftlicher Verbindungen zu dem Suchmaschinenriesen. Und auch Mönks rät abzuwarten und zu schauen, wie sich der Markt entwickelt.
Prüfungskriterien: Vom Werben um das Kundenvertrauen mit bunten Bildern
Mit wenig Auswirkungen auf den Markt aufgrund des neuen Google-Siegels rechnet Irene Karper. " Es wird auf die Frage ankommen, ob die Webseitenanbieter mit bunten Bildern um das Vertrauen der Kunden werben wollen oder ob sie auch bereit sind, sich einem rechtlichen und technischen Audit zu stellen", mahnt sie kühl. Ob Google durch seine Marktmacht die restlichen Gütesiegel-Anbieter verdrängen könnte, ließe sich jedoch schwer einschätzen. Die Verbrauchermeinung über Gütesiegel insgesamt werde hier eine wichtige Rolle spielen. Deutlichere Worte findet hier Bettina Tillmanns: "Es wäre sicherlich wünschenswert, wenn sich die Endkunden nicht nur von dem großen Markennamen Google blenden ließen, sondern sich lieber vergewissern, wie viel Arbeit tatsächlich hinter der Erlangung eines der Zertifikate steckt." Darin ist Angst zu erkennen....Arthur Cichos-Clark ist der Meinung, dass das neue Google-Gütesiegel kleineren Versand- und Distanzhändlern eine interessante Alternative zu großen Anbietern wie Trusted Shops böte. "Hier findet eventuell auch die Verdrängung statt." Im Falle der großen europäischen Versandhäuser könne er sich allerdings nicht vorstellen, dass diese in kürzester Zeit den Anbieter wechseln würden. "Vorstellbar ist jedoch, dass Trusted Shops mittlefristig die Preis- sowie die Internationalisierungsstrategie anpassen muss", überlegt er.
Sandra Rehm hingegen ist davon überzeugt, dass der Markt genügend Platz für verschiedene Systeme biete. Es gehe ihrer Meinung nach nicht um ein "Entweder-oder", sondern um eine Ergänzung zu bestehenden Siegeln.
| Etablierte Gütesiegel im Vergleich mit Googles Trusted Stores | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Gütesiegel/Betreiber | Schwerpunkt; Bekanntheitsgrad/ Verbreitung | Beschreibung | Prüfkriterien | ||
| Trusted Shops (Trusted Shops GmbH)
| B2C-Onlinehandel, B2C Reisebüros sowie B2C-Onlinedienste. Mehr als 10.000 Onlinehändler in ganz Europa nutzen Trusted Shops. | Gültigkeit ein Jahr, Folgeprüfung jährlich. Fortlaufende Prüfungen der bestimmungsgemäßen Verwendung des Siegels. Mitarbeiter von Trusted Shops, durch die Impact-Unternehmensberatung geschult. Sanktionen: gestaffeltes System bei Beschwerden und Nichteinhaltung von Bestimmungen oder Meldepflichten. Fristsetzung zur Abstellung von Mängeln maximal zehn Tage, dann Vertragsstrafen bis zu 15.000 Euro oder Entzug des Siegels. Meldung an Verbraucherschutzorganisationen, Veröffentlichung. | Rechts- und Sicherheitskriterien, Bonität des Händlers (Sichtung der Bilanzen), Sicherheitstechnik, Preistransparenz, Informationspflichten, Kundenservice und Datenschutz. Finanzielle, technische und organisatorische Überprüfung durch IT-Personal von TS und Wirtschaftsprüfer (Atradius Kreditversicherung). Diese Qualitätskriterien werden ständig weiterentwickelt und an neueste Entwicklungen im Bereich Rechtsprechung und Verbraucherschutz angepasst. Zertifizierung durch schriftliche Prüfung und online, bei größeren Händlern Besuche vor Ort. Testkäufe. Kontrollen bei Beschwerden. Käuferschutz: Im Falle von Nicht-Lieferung und Nicht-Erstattung erhält der Kund sein Geld zurück. | ||
| S@fer-Shopping (TÜV Süd)
| Handel, Touristik und Versicherungen. Verfügt nach eigenen Angaben über einen Bekanntheitsgrad von 99 Prozent im deutschsprachigen Raum. | Gültigkeit: unbegrenzt, jährliche Überprüfung, jederzeit besteht die Möglichkeit unangemeldeter Online-Checks. Bonitätsprüfung durch Winterthur-Garantie, DBV-Winterthur-Versicherung. Sanktionen: Entzug des Siegels. | Technische und organisatorische Prüfung durch eigene IT-Spezialisten, Security-Fachleute, Spezialisten für Softwareergonomie und Qualitätsmanagement. Gebrauchstauglichkeit, Handhabbarkeit, Sicherheit von personenbezogenen Informationen, Prozesse beim Onlinehändler, Managementrahmen, die Datensicherheit, den Datenschutz, Online-Inhalte. (Etwa 40 Prozent vor Ort, 40 Prozent online, 20 Prozent Dokumente und Berichte.) Fingierte Testkäufe, durch welche Benutzerfreundlichkeit und Kundenzufriedenheit über längeren Zeitraum getestet werden. | ||
| Internet Privacy Standards - IPS (Datenschutz cert GmbH)
| Onlinedienstleistungen, Gesundheitsanwendungen, B2C-Onlinehandel und EGovernment-Seiten; Deutschland | Gültigkeit: zwei Jahre, reguläre und besondere Nachzertifizierungen nach einem Jahr bzw. bei Veränderungen des Angebots, Kontrollprüfungen bei Beschwerden. Prüfung erfolgt durch Diplom-Informatiker und Juristen. Vor-Ort-Prüfung der technisch-organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen, datenschutzrechtliche Kriterien von Aufsichtsbehörden anerkannt, Zertifizierung auch durch qualifizierte Drittgutachter möglich, Sanktion bei Verletzung der Vergabebedingungen: Entzug des Siegels. | Datenschutz- Telekommunikations-, Multimedia- und Verbraucherschutzrecht sowie technisch-organisatorische Kriterien für die IT-Sicherheit der Systemumgebung. Die Qualitätskriterien entsprechen dem höchsten Prüfungsansatz von Datenschutz-Aufsichtsbehörden. | ||
| Geprüfter Onlineshop (EHI)
| B2C-Onlinehandel | Gültigkeit ein Jahr. Folgeprüfung jährlich, Kontrollprüfung bei Beschwerden. Zertifizierung der Datenschutzstandards durch T-Systems - T-Systems ISS GmbH, Bonn. Siegelvergabe durch den Fachbeirat. Prüfkriterien und -verfahren entsprechen Euro-label.com . Sanktionen: Entzug des Siegels. | Überprüfung von Qualitätsstandards und Leistungen anhand einer Checkliste (unter anderem: transparenter Bestellvorgang, Testbestellungen, gesetzlich normierte Informationspflichten, Allgemeine Geschäftsbedingungen, seriöse Datenschutzpraxis) und Testkäufen. Die Prüfung vollziehen Betriebswirte und Wirtschaftsinformatiker des EHI. Kostenfreies Beschwerdemanagement. | ||
| Trusted Stores (Google)
| Sowohl für Onlinehändler als auch für Endkonsumenten. Befindet sich noch in der Testphase. Onlinehändler können sich aber bereits per Onlineformular anmelden. Der Test scheint diesmal nicht wie üblicherweise nur auf die USA beschränkt zu sein, sondern läuft auch in Deutschland. | Denkbarer Vorteil für Google-Zertifikatsbesitzer: Ausgezeichnete Shops könnten künftig in den bezahlten und organischen Suchergebnissen oder in den AdWords hervorgehoben werden. Damit wären höhere Klickraten garantiert. Da der Kundenservice einen Einfluss auf das Google-Ranking ausübt, könnte das Trusted-Stores-Siegel auch ein Rankingfaktor für Onlineshops werden. | Vermutlich keine harte Metrik sondern Bestimmung durch die Relation zu anderen Shops. Weiterhin sollen pünktliche und schnelle Lieferung, guter Kundenservice und ein geringer Anteil an Kunden mit Problemen über die Vergabe entscheiden. Endkonsumenten können sich beim Kauf über einen Trusted Store für den kostenlosen Google -Käuferschutz entscheiden. Dieser beinhaltet, dass falls ein Kunde sein bestelltes und bezahltes Produkt nicht erhalten sollte, dieser dafür von Google eine Entschädigung von bis zu einem Wert von 1.000 US-Dollar erhält. | ||
| Vier Szenarien für Googles Trusted Stores und den E-Commerce | ||||
|---|---|---|---|---|
| Aktiv-Szenario | Monopol-Szenario Das Trusted Stores Gütesiegel etabliert sich, Google verknüpft seine Marketingtools erfolgreich miteinander und steigt als direkter Konkurrent zu Amazon in den E-Commerce ein. Es entsteht eine neue bekannte Größe im Onlinehandel. Die Produktpreise fallen im Zuge des Konkurrenzkampfes. Die logistischen Rahmenbedingungen werden im Kampf um Käufer immer kundenorientierter. Wahrscheinlichkeit: | Das SEO-Szenario Das Trusted-Stores-Gütesiegel etabliert sich. Google koppelt seine Marketingtools wie Google Products und AdWords, steigt aber nicht in den Onlinehandel ein. Der Suchmaschinenriese besinnt sich auf seine Stärken und bietet ein konkurrenzloses SEO-Gesamtpaket an. Wahrscheinlichkeit: | ||
| Passiv-Szenario | Drittsiegel Das Trusted-Stores-Siegel etabliert sich nicht. Google steigt aber in den Onlinehandel ein. Dafür greift der Suchmaschinenbetreiber zur Zertifizierung auf Anbieter wie Trusted Shops zurück. Wahrscheinlichkeit: | Status quo Das Google Gütesiegel etabliert sich nicht. Der Suchmaschinenriese steigt auch nicht in den ECommerce-Sektor ein. Im Großen und Ganzen bleibt die gegenwärtige Situation unverändert. Wahrscheinlichkeit: | ||
| Beste-Case-Szenario | Worst-Case-Szenario | |||
