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Interaktiv-Trends 2015/2016 (11): VoD-Mainstream
30.12.2014 VoD wird im Laufe der kommenden beiden Jahre Mainstream werden. Es geht um Milliarden-Umsätze die von Kinos, Videotheken und DVD-Verkäufern ins Web wandern. Wer den digitalen Videomarkt beherrschen will, muss vor allem drei Erfolgshürden abbauen.
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Die VoD-Player geben so viel Gas beim Marketing, weil aktuell ein Verteilungskampf auf dem deutschen Markt herrscht, bei dem es um Milliarden geht: Laut einer Studie der Marktforscher von House of Research hat der Heimvideomarkt in Deutschland ein Volumen von 1,7 Milliarden Euro (2012). Rechnet man Kinokarten und Pay-TV dazu, so geben die Deutschen jährlich 4,4 Milliarden für Filme aus. VoD macht davon aber erst 124 Millionen Euro Umsatz aus - der Markt für den Filmkonsum ist also erst zu gerade mal 2,8 Prozent digitalisiert. 2015 und 2016 wird sich daher einiges am Markt bewegen.
Es wird teurer
Da sich der Markt aktuell konstituiert, sind die Tarife der VoD-Portale noch Kampfpreise. Sie werden steigen, wenn sich der Deutschland-Markt von über 30 Anbietern konsolidiert hat.Verdammung zum lückenhaften Angebot
Die Kosten für Filmrechte sind horrend. Folge: VoD-Videotheken werden niemals per Flatrate ein Komplettangebot bieten können. Das wird zum einen zu einem lückenhaften Angebot, sowie zum anderen zur dauerhaften Etablierung von Payment-Mischmodellen aus Flatrate und Einzelabruf führen.
Lokaler Content
Im Kampf der Portale wird Content, den jeder Zuschauer sehen will, der Schlüssel zur Marktdominanz. Daher wird es unverzichtbar, auf Eigenproduktion zu setzen, weil nur der Besitz eigener Videoinhalte volle Kontrolle über deren Verwendung erlaubt und maximale Renditen bringt. Watchever Deutschland hat bereits angekündigt, eine eigene Serie zu produzieren. Die größten Hits im TV sind zudem fast immer lokaler - also deutscher - Content: Fußballspiele, Soaps, Tatorte, Reality-Shows. Wer die Bewegtbild-Zukunft mitgestalten will, braucht Eigenproduktionen.Werbung im Pay-TV
Werbefreie Video-on-Demand-Angebote mit günstigen Flatrates sind auf Dauer nicht mehr zu halten. Es ist zu teuer, wenn man Angebotslücken weitgehend schließen will. Am Anfang wird natürlich kein Angebot mit Werbung starten. Doch das wird sich ändern, hat sich der Markt konsolidiert.Mehrfachmitgliedschaften
Der VoD-Markt der Zukunft ist schwerlich anders vorstellbar denn als Oligopol: Wer die meisten relevanten Inhalte hat, gewinnt - und diese Inhalte werden einige Große unter sich aufteilen. Wer also beispielsweise den neuen James-Bond-Film sehen will, aber auch die aktuelle Staffel der angesagten TV-Serie, muss eventuell bei zwei Portalen abdrücken.Konsumentenbeziehungen
Die Webbasierung beendet die große Ahnungslosigkeit, die TV bislang bedeutet: Wer sieht zu? Wie lange genau? Der Zuschauer wird zum Kunden mit Datensatz. TV-Zukunft bedeutet daher vor allem: Zuschauerpflege - Registrierungen wollen generiert werden, Kunden befragt, ihre Gewohnheiten analysiert und in strategische Entscheidungen umgesetzt werden. In dieser Hinsicht sind etwa die VoD-Portale größtenteils schon weiter als viele TV-Sender.Aktuell verhindern noch Einstiegshürden den breiten VoD-Durchbruch: Dazu gehören vor allem:
- hohe Preise für Einzelabrufe ("Ich will nicht soviel für diesen Film zahlen!")
- mangelnde Geräteagnostik ("Ich will das auf Handy, Tablet und PC sehen können!")
- und mangelnder Funktionsumfang ("Ich will das im Originalton Englisch sehen!").
