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DSGVO: Mehr als die Hälfte der deutschen ITK-Unternehmen sind ahnungslos
19.02.2018 Die gute Nachricht: Knapp die Hälfte der deutschen ITK-Unternehmen haben sich bereits mit der im Mai in Kraft tretenden EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) auseinandergesetzt. Die schlechte Nachricht: 40 Prozent noch nicht. Und die ganz schlechte Nachricht: Jedes neunte Unternehmen mit mehr als fünf Mitarbeitern hat von der Verordnung noch nie etwas gehört.
das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW erstellt hat. Da die deutsche Informationswirtschaft aufgrund ihrer hohen Dienstleistungsintensität besonders durch die neue Regelung betroffen sein dürfte, besteht ein hoher Nachholbedarf bei der Umsetzung der notwendigen Anpassungen. Mit der Verordnung soll zum einen der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der EU sichergestellt und zum anderen der freie Datenverkehr innerhalb des EU-Binnenmarktes gewährleistet werden.
Im Branchenvergleich haben sich bisher insbesondere die IKT-Dienstleister (62,3 Prozent) mit der Verordnung befasst, während bei den wissensintensiven Dienstleistern wie Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatern, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbung und Marktforschung, die Mehrheit (55,9 Prozent) die Verordnung entweder noch gar nicht kennt oder sich bisher nicht mit ihr beschäftigt hat. Der Anteil der Unternehmen, die bereits im Dezember 2017 die vollständige Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung melden konnten, liegt bei lediglich rund fünf Prozent. Ein Viertel der Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres zumindest Teilaspekte der EU-Verordnung realisiert. Insgesamt knapp 70 Prozent haben jedoch entweder noch gar nicht (42,9 Prozent) oder gerade erst (25,6 Prozent) damit begonnen, die Vorgaben in die Praxis umzusetzen.
"Umso erstaunlicher ist es, dass bei vielen Unternehmen große Zuversicht herrscht, bis zum Zeitpunkt der Anwendung der Datenschutz-Grundverordnung noch große Teile der Verordnung umsetzen zu können", wundert sich Dr. Jörg Ohnemus , stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs "Digitale Ökonomie". Demnach gehen fast 70 Prozent der Unternehmen der Informationswirtschaft davon aus, bis Mai 2018 die Datenschutz-Grundverordnung vollständig (36,7 Prozent) oder zumindest teilweise (31,2 Prozent) umgesetzt zu haben.
Zudem nimmt die deutsche Informationswirtschaft die Einführung der europaweiten Datenschutz-Grundverordnung hauptsächlich als organisatorische und personelle Belastung wahr. Mehr als die Hälfe der Unternehmen rechnet damit, dass durch die Einführung der Regelung sowohl höhere Kosten für die Schulung von Beschäftigten als auch ein hoher Arbeitsaufwand verkraftet werden müssen. Nur ein Bruchteil rechnet mit Wettbewerbsvorteilen für EU-Unternehmen auf internationalen Märkten (10,1 Prozent) oder dass sich die Verordnung positiv auf die eigene Geschäftsentwicklung auswirkt (5,0 Prozent).

