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Immer wieder Amazon: Kunden bestellen immer schneller immer häufiger

18.04.2018 Wie oft ein Kunde bei Amazon bestellt, hat sich in den vergangenen Jahren rasant gesteigert. So orderten Amazon-Kunden 2017 im Schnitt 41 Mal Artikel bei dem Onlinegiganten - und damit doppelt so häufig wie vor fünf Jahren. 2004 löste jeder Amazon-Kunde durchschnittlich nur acht Bestellungen aus. Das zeigt die neue Studie "Amazonisierung des Konsums", für die das IFH Köln   unter anderem die Bestellhistorie von knapp 200 repräsentativ ausgewählten Amazon-Kunden ausgewertet hat. Noch stärker stieg die Bestellhäufigkeit bei Mitgliedern von Amazons Kundenbindungsprogramm Prime: Von durchschnittlich 27 Bestellungen in 2013 auf 61 im vergangenen Jahr.

Parallel zur steigenden Bestellhäufigkeit bei Amazon   sinkt die Größe der Warenkörbe. So landeten im vergangenen Jahr pro Bestellung im Schnitt 1,3 Produkte im Amazon-Warenkorb - 2004 waren es noch 1,8 Artikel. Der Trend geht somit weg von Sammelbestellungen hin zum direkten "One-Click-Buy" bei Amazon. Gerade in den zurückliegenden fünf Jahren habe sich Amazon nachhaltig und umfassend im Relevant Set der Konsumenten verankert - und zwar so stark, dass der Weg zum Kunden für andere Anbieter regelrecht abgeschnitten werde. "Eine Neukundengewinnung scheint so nahezu unmöglich. Händler müssen radikal umdenken und ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen, wenn sie in einer amazonisierten Welt des Konsums Bestand haben wollen", schlussfolgert Dr. Eva Stüber , Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln.

(Grafik: IFH Köln)


Fast jeder zweite im Netz ausgegebene Euro landet bei Amazon

Diese ausgeprägte Kundenbindung schlägt sich natürlich auch in den Marktanteilen nieder, die Amazon hält. So verbucht Amazon - über den Eigenhandel und den Marketplace zusammengenommen - 46 Prozent der Onlineumsätze in Deutschland für sich. Ein weiterer großer Teil der Umsätze im Netz wird von Amazon beeinflusst, weil Konsumenten dort zuvor nach Produktinformationen, Preisen, Kundenbewertungen oder Marken gesucht haben. Beispielsweise ist Amazon bei 21 Prozent der Onlineumsätze mit Consumer Electronics (CE) und Elektro Teil der Customer Journey. Sieben von zehn Euro, die im Netz für CE-Artikel ausgegeben werden, gehen zudem direkt über Amazons virtuelle Ladentheke.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:
  • 2004 bestellten Amazon-Kunden im Schnitt 8,1 Mal bei Amazon; 2013 löste jeder Amazon-Kunde durchschnittlich 20,1 Bestellungen und 2017 41,3 Bestellungen aus.
  • 2013 bestellten Amazon-Prime-Kunden im Schnitt 26,9 Mal bei Amazon; 2017 löste jeder Amazon-Prime-Kunde durchschnittlich 60,9 Bestellungen aus.
  • 2004 bestand eine Amazon-Bestellung im Schnitt aus 1,8 Artikeln; 2017 waren es durchschnittlich 1,3 Artikel.
  • 46 Prozent der Onlineumsätze in Deutschland werden von Amazon (Eigenhandel und Marketplace zusammengenommen) generiert.
  • 21 Prozent der Onlineumsätze mit Consumer Electronics (CE) und Elektro in Deutschland werden von Amazon beeinflusst, weil Konsumenten dort zuvor nach Produktinformationen, Preisen, Kundenbewertungen oder Marken gesucht haben.
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