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Sichtbarkeits-Ranking: Tierbedarf-Shops auf Youtube
03.08.2023 Futterhaus, Fressnapf und Co. enttäuschen auf YouTube: Eine Untersuchung der Kanäle zeigt, dass Marken für Heimtierbedarf das Potenzial der Videoplattform bei weitem nicht ausnutzen. Wie man es besser macht.
Keinem der Crosschannel-Handelsunternehmen gelingt es, einen konkurrenzfähigen YouTube-Kanal aufzubauen, wirf die YouTube-Agentur Klein aber den Unternehmen vor.
Klein aber hatte die YouTube-Kanäle der fünf abostärksten größten deutschen Einzelhandelsunternehmen für Heimtierbedarf von Januar bis Juni 2023 untersucht. Dabei wurden Kanal-Aufbau sowie die wichtigsten Performance-Indikatoren qualitativ sowie quantitativ bewertet. Die untersuchten Indikatoren sind: Abo-Zuwachs, absolute Klickzahlen, Conversion Rate, Interaktionsrate, durchschnittliche Anzahl der Likes pro Tausend Klicks, Regelmäßigkeit der Uploads, funktionierendes Community-Management, grafische Gestaltung sowie Qualität und Rezeption der Inhalte. Auf dieser Grundlage hat die Agentur einen
KaPI genannten Index errechnet, der die Erfolgsfaktoren auf YouTube vollständig und in Relation zur Branche abbilden soll:
Als Gesamtsieger kann Fressnapf, der mit 119.000 Abos mit Abstand den größten Kanal aufweist, vor allem durch regelmäßige Content-Uploads, einem stringenten Formatkonzept und prominenten Gästen überzeugen. Allerdings gibt es beim Erstplatzierten Defizite bei den Basics: Weder Header noch Thumbnails sind YouTube-gerecht gestaltet, und das Media-Budget scheint nicht nachhaltig verteilt.
ZooRoyal ist mit 16.000 Fans der zweithäufigst abonnierte Kanal und glänzt mit seinen Designs und einem fachlich versierten Moderator. Damit und mit einem offensichtlich gut eingesetzten Media-Budget generiert Zoo Royal in dieser Studie die meisten Views pro Video (knapp 23.000). Überraschend: Die beiden Erstplatzierten haben mit 0,3 bzw. 0,4 Prozent Engagement-Rate extrem wenige Likes und Kommentare auf ihre Videos. Eine lebendige Fangemeinde, die sich aktiv mit den Inhalten der Marke auseinandersetzt, sieht anders aus.
Zwar erzielt der drittplatzierte Zooplus (7.850 Abos) mit Abstand den größten Share of Voice (70 Prozent), scheint sich aber noch nicht klar zu sein, was er auf YouTube eigentlich möchte: Es gibt viele angefangene Formate, die dann versanden. Was der Kanal hochlädt, kommt bei den Fans aber gut an: Pro 1.000 Views erhalten die Videos 31 Likes (Engagement-Rate bei sehr guten 3 Prozent). Schlusslichter sind die Kanäle von tiierisch.de (355 Abos) und Futterhaus (2.050), die kaum oder nicht aktiv sind. Das sei jedoch schädlich: Ein inaktiver Kanal mit wenigen, aber planlosen und semi-professionellen Videos kann im Zweifelsfall mehr schaden als nutzen, so die StudienautorInnen.
"YouTube bietet gigantisches Potenzial für Heimtiermarken. Umso unverständlicher, dass es nicht genutzt wird. Keine der untersuchten Marken kann in allen Bereichen überzeugen. Oft hapert es sogar an den Basics ? nämlich dem Verständnis, was die User auf YouTube sehen wollen. Mit einer konsequenten YouTube-Strategie ließe sich viel mehr Reichweite und Markenbindung generieren?, klagt Lennart Thamm , Leiter Data Insights bei der Agentur.
