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Digitalisierungs-Ranking: Die Vorreiter und Schlusslichter der deutschen Branchen
09.11.2015 Wie weit fortgeschritten ist die Digitalisierung der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland? Laut Wirtschaftsindex Digital, den TNS Infratest und das ZEW herausgeben, lahmt Deutschland hier nicht nur - es ist auch so schnell keine Besserung in Sicht. Dabei machen einige Branchen ihre digitalen Hausaufgaben deutlich besser als andere.
Der Wirtschaftsindex zeigt, dass sich elf beobachtete Kernbranchen in fünf Digitalisierungsdimensionen zwischen stark überdurchschnittlich bis stark unterdurchschnittlich digitalisiert aufteilen.
Stark überdurchschnittlich digitalisiert: Einzig die IKT-Wirtschaft erreicht mit 66 Indexpunkten den höchsten Digitalisierungsgrad und ist damit Vorreiter der digitalen Transformation in Deutschland. Prognostiziert wird diesem Wirtschaftsbereich für 2020 ein Wert von 71 Punkten.
Als überdurchschnittlich digitalisiert gelten wissensintensive Dienstleister mit heute 59 und in fünf Jahren 62 Indexpunkten. Finanz- und Versicherungsdienstleister erreichen heute 55 Indexpunkte und 2020 ebenfalls 62 Indexpunkte.
Durchschnittlich digitalisiert zeigt sich mit 50 Indexpunkten im Jahr 2015 der Handel. Prognostiziert wird ihm eine Verbesserung um sechs Punkte. Die Energie- und Wasserversorgung (2015: 47 Punkte) verbessert sich um zwölf Punkte und soll in fünf Jahren 59 Indexpunkte erreichen.
Unterdurchschnittlich digitalisiert sind und bleiben Verkehr und Logistik (2015: 40, 2020: 49 Punkte). Der Maschinenbau zeigt ein hohes Digitalisierungstempo (2015: 39 Punkte, 2020: 51 Punkte) und steigt 2020 in die nächst höhere Digitalisierungsdimension auf. Dagegen sind die Wirtschaftsbereiche Chemie und Pharma gegenwärtig unterdurchschnittlich digitalisiert (2015: 40 Punkte).
Stark unterdurchschnittlich digitalisiert sind und bleiben die Einrichtungen im deutschen Gesundheitswesen (2015: 36 Punkte, 2020: 44 Indexpunkte). Auch der Fahrzeugbau fällt gegenwärtig mit 37 Punkten in diese Kategorie, steigt aber 2020 mit 48 Punkten in den nächst höheren Digitalisierungsgrad auf. Ein sehr hohes Digitalisierungstempo hat das sonstige verarbeitende Gewerbe (2015: 36 Punkte, 2020: 50 Punkte), das sich bis 2020 sogar um zwei Digitalisierungsdimensionen zu "durchschnittlich digitalisiert" verbessern wird.
Was tun, um den Digitalisierungsgrad zu steigern?
Der Monitoring Report Wirtschaft Digital 2015 zeigt, welches die kritischen Erfolgsfaktoren sind, die einen nachhaltigen Digitalisierungsfortschritt der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland am stärksten fördern. Um den Geschäftserfolg durch Digitalisierung schnell voranzutreiben, sollten die Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft ihre Anstrengungen vorrangig auf die Effizienzsteigerung interner Prozesse, Arbeitsabläufe und Ressourcen konzentrieren, die in 58 Prozent der befragten Unternehmen bereits heute sehr hoch sind. Die deutliche Steigerung der Innovationsfähigkeit, die 51 Prozent der Unternehmen erkennen, ist zweitwichtigster Treiber für eine beschleunigte Digitalisierung.Für die Schaffung digitalisierungsfördernder Rahmenbedingungen ist das digitale Know-how der Beschäftigten (61 Prozent) ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor. Einen hohen Einfluss auf unternehmensinterne Digitalisierungsprozesse hat ferner die Wertschöpfungskette, sofern sie vollständig digitalisiert ist. Dies ist erst in 33 Prozent der Unternehmen der Fall, da digitale Informations- und Vertriebskanäle noch unzureichend genutzt werden.
Das Angebot digitaler Kanäle zur Individualisierung von Produkten oder Services durch die Kunden, das erst in 34 Prozent der Unternehmen vollumfänglich vorhanden ist, gilt es zügig auszubauen. Kein anderer Faktor hat auf die digitale Kundenkommunikation einen so hohen Einfluss auf die Digitalisierung.
