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Widget-WWW: Myspace will in Deutschland bestimmend werden

10.07.2007 MySpace will den deutschen Markt aufrollen und in zwei Jahren T-Online von der Spitze verdrängen. Die ersten Anzeigenverkäufer werden schon gesucht. Und die E-Mail will man bei der Gelegenheit auch noch gleich mit abschaffen.

"Unser Anspruch ist, die größte Internetseite in Deutschland zu werden, also T-Online zu überholen. Dafür geben wir uns zwei Jahre. In den Vereinigten Staaten sind wir bereits die Nummer 1", erklärt der für das internationale Myspace-Geschäft verantwortliche Vizepräsident Travis Katz gegenüber der FAZ  . Myspace Deutschland habe derzeit vier Millionen Nutzer und legt jeden Monat um 15 Prozent zu. Auch ein österreichischer Ableger ist im Sommer geplant.

MySpace wachse, weil reine E-Mail-Dienste im Web 2.0 keine Chance mehr hätten, meint Katz optimistisch: "Wir werden reine EMail-Dienste tendenziell ersetzen." Junge Nutzer würden keine keine E-Mails mehr verschicken, "denn Communities bieten viel bessere, interaktivere Möglichkeiten der Kommunikation. Das E-Mail-Geschäft wird von den sozialen Netzwerken kannibalisiert."
Auch Myspace will dem Facebook-Vorbild folgen und Web-2.0-Betriebssystem werden: "Wir erlauben Unternehmen, soziale Gemeinschaften um ihre Marken zu bilden, so dass die Nutzer die Marken bekannt machen und mit ihnen verbunden sind", argumentiert Katz.

In den USA würden bereits 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen auf MySpace werben. Aus diesem Grunde beginne Myspace   jetzt mit dem Aufbau eines deutschen Teams, das Werbung auf MySpace verkaufen soll, mit einem Tausender-Kontaktpreis zwischen 5 und 25 Euro.

Unterdessen scheint Facebook   seinen Börsengang vorzubereiten. In einer Stellenanzeige sucht das Studentenportal "an experienced Stock Administration Manager to join the Finance team" für die"international public company" (in den USA werden börsennotierte Unternehmen "public" genannt - im Unterschied zu "privately owned").

Das Facebook-Biotop scheint Kreise zu ziehen. US-Berichten   zufolge hat der kalifornische VC Bay Partners mehrere Millionen für ein Seed-Capital-Programm namens AppFactory   aufgelegt. Bisher hat Facebooks 1.600 Widgets   von Drittanbietern im Programm, 40.000 Entwickler haben sich registriert.

Die deutsche Myspace-Domain   besitzt Myspace übrigens nicht. Ein Fehler, den im übrigen auch andere US-Portale machen, wie eine Analyse von iBusiness Executive Summary ergeben hat, die in der kommenden Ausgabe veröffentlicht wird.
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